Drei Frauen – eine Big Band? Nicht ganz – aber nahe dran

„Zucchini Sistaz“ bieten Augenschmaus und Ohrenweide in Weyhe

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„Die Zucchini Sistaz“ aus Münster gastieren erstmals in Weyhe.

Kirchweyhe - Von Uwe Goldschmidt. Sie bezeichnen sich selbst als Bonsai-Big-Band und sind am Samstag das erste Mal zu Gast in der Gemeinde Weyhe gewesen: die „Zucchini Sistaz“ – drei exzellente Sängerinnen und Instrumentalistinnen im grünen Gemüse-Look, die sich dem Swing der 20er- bis 30er-Jahre im Stil der Andrew Sisters verschrieben haben.

Mehr als 150 Besucher hatten sich in der Aula der KGS Kirchweyhe eingefunden, um den drei grazilen Erscheinungen unter dem Motto „Falsche Wimpern – Echte Musik“ zu lauschen.

Auf dem Programm standen selbst geschriebene Songs, beschwingte Coverversionen und natürlich Klassiker der Swing-Ära im neuen Gewand: Musik nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Anschauen. Von ihren Frisuren und den grünen Kleidern bis zu den Netzstrümpfen und den falschen Wimpern – ein Augenschmaus oder wie Jule Balandat (Kontrabass) meinte: eine Ohrenweide.

Brillante Töne an Blechblasinstrumenten

Hauptsächlich führte die singende und Bass zupfende Balandat vergnüglich durch das Programm und baute das Publikum mit in die Show ein. Mit Tina Werzinger stand neben ihr eine waschechte Fränkin auf der Bühne, die an der Gitarre und Ukulele auftrat.

Nicht so eloquent wie ihre Mitsängerinnen trat Sinje Schnittger, von ihren Kolleginnen liebevoll „Schnittchen“ genannt, in Erscheinung. Dafür präsentierte sie sich als wahres Multitalent. Natürlich hatte sie bei den dreistimmigen Gesangsnummern ihren Part, überzeugte aber zusätzlich mit brillanten Tönen auf ihren Blechblasinstrumenten. Mit Flügelhorn und virtuosen Trompetensoli sowie ihren Einwürfen an der Posaune riss sie das Publikum mit und wurde dafür mit viel Applaus belohnt.

Erinnerungen an 2009

Schon 2009 fanden sich die Sängerinnen in Münster zusammen, was in ihrem Programm immer wieder eine Rolle spielte. So besangen sie die erste Türmerin der Lambertikirche in Münster, deren Aufgabe darin bestehe, von 21 Uhr bis Mitternacht im Turm zu sitzen und in ein Horn aus Kupfer zu blasen. Alle 30 Minuten, in alle vier Himmelsrichtungen. Als wahre Münsteraner seien die drei natürlich mit dem Fahrrad nach Weyhe gekommen, witzelte Jule Balandat. Danach durfte das Publikum im folgenden Song die Fahrradhupe „Berta“ mit einem lauten „möp, möp“ mimen.

Von Zeit zu Zeit trenne sie sich immer von einigen Dingen, erzählte Gitarristin Werzinger humorvoll zur Einleitung des nächsten Titels. Schuhe, Strumpfhosen und andere Dinge, die sich abnutzen oder nicht mehr zu einem passten, wurden aussortiert und zuletzt musste dann das gehen, was selber laufen konnte.

Zugabe im Cafeteria-Bereich

Am Ende bejubelte das Publikum die Drei-Frauen-Mini-Big-Band. Die bedankte sich mit einer mitreißenden Zugabe und verließ dann mit viel Applaus die Bühne.

Anschließend spielte das Trio sogar noch im Cafeteria-Bereich der KGS ohne elektrische Verstärkung weiter und plauderte mit den Gästen.

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