Drehtürprojekt: Begabte Schüler der KGS Kirchweyhe stellen ihre Ergebnisse vor

Nachwuchsforscher reden über ihre Spezialgebiete

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Erneuerbare Energien in Weyhe – das ist das Thema von Lara Meyer.

Kirchweyhe - Von Uwe Goldschmidt. Erneuerbare Energien in Weyhe, Klimawandel, Meeresverschmutzung oder Sterbehilfe, das sind nur einige Themen mit denen sich begabte Schüler der KGS Kirchweyhe im Rahmen des Drehtürprojektes auseinander gesetzt haben. Ihre Ergebnisse stellten sie am Mittwochabend den interessierten Mitschülern, Lehrern und Eltern vor.

„Bei dem Drehtürprojekt handelt es sich um zusätzliches Unterrichtsangebot für Begabte im naturwissenschaftlichen Bereich. Schüler, die durch gute Leistungen in den Fächern auffallen, bekommen die Chance, ihre Leistungsfähigkeit zu zeigen“, erklärte Liane Hedemann, Didaktische Leiterin der KGS. So dürften die Schüler nach Absprache mit den Fachlehrern den regulären Unterricht für maximal vier Unterrichtsstunden pro Woche verlassen, um eigenständig an ihrer selbst gewählten Aufgabe zu arbeiten.

Nachdem Tilko Vitztum, Leiter der Gymnasialzweiges, das Projekt kurz vorgestellt hatte, begannen die professionell mit Powerpoint-Präsentationen und Headset ausgestatteten jungen Referenten der achten bis zehnten Jahrgangsstufen ihre Arbeiten vorzutragen und traten den Beweis an, dass Schule Spaß macht und mit dem Fernsehen mithalten kann. Lara Meyer aus der Klasse G9b hatte sich ausgiebig und mit Liebe zum Detail mit dem Thema erneuerbare Energien in Weyhe befasst. Zu ihrem Projekt hatte sie Gemeindevertreter, Naturschützer und Energieerzeuger befragt und die verschiedenen Meinungen zu Windkraft, Biogas und Photovoltaik mit praktischen Beispielen aus der Wesergemeinde untermauert. So erfuhren die Zuhörer, in welchen Zonen Weyhes keine Windräder errichtet werden dürfen und dass je nach Jahreszeit das Freibad oder die KGS Kirchweyhe ihre Wärme aus einer Biogasanlage in Sudweyhe erhielten. Kontrovers erläuterte sie dabei auch den zunehmenden Trend hin zu Monokulturen zur Gewinnung von Mais für solche Anlage.

Generell beherrschten umweltpolitische Themen die erste Hälfte der Veranstaltung. So berichteten Pia Steinke, Teresa Benke über den Klimawandel und den Treibhauseffekt und Sarah Röpke, alle aus der G8b, über die Meeresverschmutzung – vornehmlich durch Plastikmüll, der letztlich auf Umwegen im menschlichen Körper lande. Mit der Frage „Zerstören wir uns selbst“ beschäftigten sich die Schülerinnen Annika Klein (G8a) und Laura Sengülsen (R8b). Sie forderten die Zuhörer am Ende ihres Vortrages auf, öfter das Auto stehen zu lassen und auf Fastfood zu verzichten.

Durch ihr Interesse an Weltraum und Raumfahrt fanden Tilo Rischmann und Alec Szemjonnec (G10c) zu ihrem Thema „Mars ONE“ – dem Plan einer privaten Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2025 Menschen auf dem Mars landen zu lassen und dort eine dauerhaft bewohnbare Siedlung zu errichten. Mittels beeindruckender Bilder erklärten sie die notwendige Technik, und dass das Missionskonzept darauf basiere, dass die teilnehmenden Astronauten nicht zur Erde zurückkehrten und somit ihr restliches Leben auf dem Mars verbringen würden.

Während der Pause konnten sich Eltern und Schüler im Foyer an Stellwänden die Ausstellung der Arbeiten zu den Themen „Artgerechte Pferdehaltung“, „Gesunde Ernährung-Vegetarismus“ oder „Das Gehirn und unsere Träume“ ansehen.

Der zweite Teil des Abends war geprägt von Themen, wie Depressionen, Ängste und Phobien und Sterbehilfe. Linda Brings (G9b) hatte angefangen sich für Sterbehilfe zu interessieren, als ein Nachbar an Krebs erkrankte. Da ihre Mitschülerinnen Alina Childs und Carlotta Kehlenbeck ebenfalls mit dem Thema Berührungspunkte hatten, war die Idee zu dem Projekt geboren. Ausführlich und anhand von Fallbeispielen gingen die Referentinnen auf die Problematik der rechtlichen Einordnung der Sterbehilfe – Mord oder Suizid – in Deutschland und anderen Ländern ein und beleuchteten die unterschiedlichen Positionen der Befürworter und Gegner. Sie selber plädieren dafür, wenn die Sterbenden Hilfe und Begleitung durch Hospiz- und Palliativdienste bekämen. Das erklärten sie übereinstimmend zum Abschluss ihres sensiblen Vortrages.

Insgesamt stellten 27 Schüler nach teilweise fünfmonatiger Vorbereitungszeit ihre Ergebnisse vor und ernteten dafür lautstarken Beifall und Anerkennung, so dass es im nächsten Jahr sicherlich eine elfte Auflage des Drehtürprojektes geben wird.

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