PARKPLATZ-GESPRÄCHE zur Fußball-EM

Fans in Weyhe finden, dass die Allianz-Arena in Regenbogen-Farben leuchten sollte

Leonie Taute
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Leonie Taute

Weyhe – EM-Finale 1996, Wembley-Stadion in London: Vor 25 Jahren schreibt Oliver Bierhoff mit seinem Goldenen Tor Fußballgeschichte. Die deutsche Elf siegt gegen Tschechien. Genau daran will der Kirchweyher Alexander Gäbler erinnern, wenn er sich am Mittwoch vor dem Spiel Deutschland gegen Ungarn das Original-Trikot von 1996 anzieht. Der 37-jährige Kirchweyher hat sich für das Spiel perfekt vorbereitet, sagt er bei den Parkplatz-Gesprächen dieser Zeitung.

  • Es gibt Weyher, die haben sich auf das Fußballspiel Deutschland-Ungarn bestens vorbereitet. Alexander Gäbler berichtet, was er alles gemacht hat, um ein perfektes Fußballerlebnis zu haben.
  • Corona drückt die EM-Stimmung, sagen andere.
  • Bei einer Sache sind sich alle Weyher einig: Die Allianz-Arena sollte heute in Regenbogen-Farben leuchten.
Alexander Gäbler

Der Kirchweyher zieht also nicht nur das Trikot an, sondern hat auch eine Deutschland-Flagge im Garten aufgehängt. „Ich habe mir freigenommen, der Wein ist kaltgestellt, und die Chips stehen im Schrank bereit.“ Per Whatsapp will er mit seinen Freunden, die in Hanau, Leipzig und Erfurt das Spiel anschauen, fachsimpeln. Der ehemalige Fußballer des TSV Weyhe-Lahausen und des TuS Sudweyhe glaubt, dass das Team von Jogi Löw weit kommen kann. „Das Halbfinale ist immer drin. Italien macht mir aber Angst, weil das Team stabiler wirkt.“

Sebastian Scharf

Sebastian Scharf, 36, aus Kirchweyhe kann das Spiel nicht sehen, bedauert er. Er muss arbeiten, werde aber dort die Ergebnisse mitbekommen. „Das letzte Spiel gegen Portugal war super, das gegen Frankreich nicht so sehr.“

Gegen Ungarn werde es gut laufen, ist sich der 36-Jährige sicher. Er glaubt, dass das deutsche Team ins Viertelfinale kommt. Aber Meister? „Nein. Uns fehlt ein Stoßstürmer.“

Rebecca Hoppe

Auch Rebecca Hoppe sieht das deutsche Team diesmal nicht im Finale, aber mindestens im Viertelfinale. Die 31 Jahre alte Mutter von zwei Kindern vermisst die Fußballstimmung und Euphorie im Land. Auch wenn hier und da mal eine Flagge wie in Melchiorshausen oder Kirchweyhe gezeigt wird, dämpfe grundsätzlich Corona die Stimmung. „Man merkt noch nicht einmal, dass die EM läuft. Wenn Deutschland weiterkommt, wird sich das ändern.“

Dass die UEFA es abgelehnt hat, die Allianz-Arena in Regenbogen-Farben erstrahlen zu lassen, sei falsch. Die Regenbogen-Farben stehen für Toleranz und Vielfalt, sagt sie. Der Fußball sollte sich anpassen. Es gebe auch zahlreiche Spieler, die homosexuell seien. „Das finde ich in Ordnung“, sagt die ehemalige Fußballspielerin eines Bremer Vereins.

München habe Hausrecht, das müsse die UEFA akzeptieren, findet Alexander Gäbler. Auch die UEFA-Ermittlung anlässlich der Regenbogen-Binde von Torwart Manuel Neuer sei unsinnig gewesen. „Die UEFA-Binde, auf der Respekt steht, und die Regenbogen-Binde haben beide dieselbe Bedeutung“, erklärt der Fan.

„Wir sind doch im Pride-Monat“, sagt Leonie Taute. Die 23-Jährige spricht sich dafür aus, dass Binde wie buntes Stadionlicht „wichtige Zeichen für Vielfalt und Toleranz“ setzen. Es gehe um Akzeptanz von jeglichen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten. Die Kirchweyherin wünscht sich, dass sich die Münchner durchsetzen oder Alternativen entwickeln.

Jasmin Lindenthal

Fotografin Jasmin Lindenthal aus Kirchweyhe mag ein Stadion in Regenbogen-Farben noch aus einem anderen Grund: „Ich mag es bunt. Das gibt ein schönes Lichtbild.“ Ein Stadion in diesen Farben ergebe gute Motive aus allen möglichen Perspektiven, sagt die 39-jährige Unternehmerin.

Von Sigi Schritt

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