Viele kritische Stimmen beim „Städtbau-Café“ am geplanten Augenzentrum

„Ding“ – größer als die Kirche

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde und eines Planungsbüros stellen die Pläne für die künftige Gestaltung des Henry-Wetjen-Platzes und des gesamten Zentrums vor. - Foto: Ehlers

Leeste - Von Heiner Büntemeyer. Nein, dieser „Riegel“, dieses „Ding“ gefiel den meisten der rund 150 Teilnehmer am Städtebau-Café am Sonnabend im Leester Gemeindehaus nicht. Gemeint war damit das geplante zukünftige Augenzentrum, das nach den vorgelegten Plänen der Gemeinde den südlichen Abschluss des Henry-Wetjen-Platzes bilden soll.

Es sorge allein schon durch seine wuchtigen Dimensionen für eine Verschlechterung des Ortsbilds, hieß es. Es gehe auch nicht an, dass dieses Gebäude größer sei als die Kirche, meinte ein Zuhörer. Und es tauchte auch der üble Verdacht auf, nicht das Gemeinwohl stehe bei der Planung im Vordergrund, sondern wirtschaftliche Aspekte.

Er werde sowohl die Kritik als auch die Anregungen mit ins Rathaus nehmen, versprach Bauamtsleiter Steffen Nadrowski, der den Besuchern am „Tag der Städtebauförderung“ im Gemeindesaal die geplante Ortskernsanierung vorstellte und den Bürgern dabei die Möglichkeit gab, sich speziell zu den Planungsabsichten im Bereich des Henry-Wetjen-Platzes zu äußern.

Die Größe des Augenzentrums war nicht der einzige Kritikpunkt. Auch das kompakte Aussehen, die Farbe der Klinker und das Flachdach fielen bei den Besuchern durch. Widerspruch gab es auch gegen den Hinweis aus dem Verkehrsgutachten, auf der Kirchstraße sei zwar ein höheres Verkehrsaufkommen zu erwarten, die ermittelten Zahlen stellten jedoch „eine zu vernachlässigende Größe“ dar.

Das sahen die Besucher völlig anders. Schon jetzt sei der Verkehr in der Stoßzeit hoch und durch zahlreiche Schulkinder sehr unübersichtlich. Von dort aus das geplante Augenzentrum zu erschließen, überfordere diese Straße, hieß es. Die Kirchstraße sei eine Anliegerstraße, dort noch mehr Verkehr hindurchzuführen, wäre untragbar und gefährde die Schulkinder, zumal die Kreuzung Haupt-/Schul-/Kirchstraße schon jetzt überfordert sei.

Nadrowski wies darauf hin, dass die Gemeinde jahrelang dafür gekämpft habe, im Bereich Pflege und Gesundheit eine mittelzentrale Teilfunktion ausüben zu dürfen. Das geplante Augenzentrum verspreche eine Versorgung auf höchstem Niveau. Es gehe bei der Diskussion nicht um das Augenzentrum, es gehe vielmehr um die Gestaltung des Platzes, entgegneten die Besucher. Natürlich sei das Augenzentrum wichtig für Weyhe, es sei jedoch viel sinnvoller dieses im Bereich des neu entstehenden Ärztezentrums anzusiedeln, zumal dort auch der bessere Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel geschaffen werden könnte.

In der vorgelegten Form werde der Henry-Wetjen-Platz kein Dorfplatz, befürchteten viele Zuhörer. Sie wünschten sich vielmehr einen Platz, auf dem sich Bürger nach dem Besuch der Alten Wache oder der Kirche noch länger aufhalten könnten. Ein Mehr-Generationen-Platz oder ein Café könnte dort entstehen, auch die Einrichtung der Bücherei wurde dort angeregt. Diesen Vorschlag griff Nadrowski mit dem Hinweis auf, dass es bereits Überlegungen gebe, die Bibliothek aus der KGS Leeste auszulagern.

Welche Möglichkeiten zur Veränderung dieser Pläne die Zuhörer denn noch hätten oder ob das „Städtebau-Café“ nur eine Alibi-Funktion habe, wollte ein Zuhörer wissen. Obgleich nach dem Gesetz auf diese Bürgerbeteiligung hätte verzichtet werden können, seien Rat und Verwaltung die Anregungen und Hinweise der Bürger sehr wichtig, erklärte Nadrowski und versprach, diese würden geprüft, in die Planungen aufgenommen und dem Rat vorgelegt, der schließlich über die Pläne entscheiden müsse.

„Schalten Sie sich weiter ein“, forderte der Gemeinde-Baudirektor die Zuhörer auf, denn im Rahmen der Ortskerngestaltung werde es noch zahlreiche weitere Diskussionen geben.

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