Dietrich Struthoff favorisiert Markus Pragal

CDU möchte ehemaligen Diepholzer Kreisrat als Bürgermeisterkandidaten unterstützen

Dietrich Struthoff hält in Sachen Bovenschulte-Nachfolge die Tür offen für einen parteiunabhängigen Kandidaten. Foto: Sigi Schritt
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Dietrich Struthoff hält in Sachen Bovenschulte-Nachfolge die Tür offen für einen parteiunabhängigen Kandidaten. 

Wer soll die Nachfolge von Andreas Bovenschulte antreten? Seit Monatsanfang ist klar: Der Chefsessel im Weyher Rathaus muss neu besetzt werden. Für diesen Posten wünscht sich die CDU ein Schwergewicht. Dietrich Struthoff, Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten, sieht in Markus Pragal (parteilos) einen solchen Kandidaten, der die hohen Anforderungen der Christdemokraten erfüllt.

Der Jurist Pragal fungierte vier Jahre lang als Stellvertreter des Landrats Cord Bockhop und hat laut Struthoff „einen guten Job gemacht“. Der damalige Kreisrat sei sowohl bei der CDU als auch bei den anderen Parteien gut angekommen und habe einen beeindruckenden Lebenslauf, so der CDU-Vorsitzende. Pragal ist in München geboren und in Berlin aufgewachsen. Er studierte Rechtswissenschaften, arbeitete im Niedersächsischen Innenministerium und war im Kreis Rotenburg/Wümme beschäftigt. Jetzt sei Pragal in Delmenhorst Erster Stadtrat, so Struthoff.

Bei der Suche habe er sich viel Mühe gegeben, blickt Struthoff zurück: Als im vergangenen Jahr Andreas Bovenschulte verkündete, für das Bremer Landesparlament kandidieren zu wollen, sei für den CDU-Vorsitzenden klar gewesen, nach einem Kandidaten Ausschau halten zu müssen. „Wir haben sehr viele Gespräche geführt, unter anderem auch mit Bovenschultes Stellvertreterin Ina Pundsack-Bleith.“ Doch in den Reihen der Rathaus-Verwaltung sei niemand bereit gewesen, sich der Aufgabe zu stellen. „Neben Pundsack-Bleith habe ich den Fachbereichsleiter Matthias Lindhorst und auch die ehemalige Fachbereichsleiterin Bettina Preißner (jetzt Bürgermeisterstellvertreterin in Osterholz-Scharmbeck) angesprochen. Doch die winkten alle ab.“ Als er kein positives Signal bekommen hatte, habe er die Kreise weiter gezogen. „Durch meine lange Tätigkeit in der Kommunalpolitik auf Gemeinde- und Kreisebene kenne ich viele Verwaltungsbeamte der umliegenden Gemeinden, Städte und Landkreise. Es sind um die 50 Personen.“ Struthoff kennt Pragal persönlich. Er sei sympathisch, zeige sich stets gut vorbereitet und könne auf alle Fragen eine kompetente Antwort finden. „Man kann mit ihm reden und diskutieren.“ Struthoff sei es völlig egal, ob Pragal ein Parteibuch hat oder nicht. „Es geht darum, einen potenziellen Bewerber zu finden, der zu Weyhe passt und Erfahrungen hat, Personal zu führen.“ Deshalb möchte die CDU Pragal als Einzelbewerber im Rennen um das Bürgermeisteramt unterstützen.

2014: Markus Pragal (links) und seine Familie. Der parteilose Jurist wird Stellvertreter des Landrats Cord Bockhop.

Pragal selbst kann sich eine Kandidatur nur mit breiter Unterstützung der Parteien vorstellen, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung. Dazu zähle die Unterstützung der größten Fraktion im Weyher Rat. Eine Kampfkandidatur gegen einen SPD-Bewerber lehne er ab. Der SPD-Chef Berthold Groeneveld bestätigt, mit Pragal ein Gespräch geführt zu haben. Es sei angenehm gewesen, wertet der Ortsverbandsvorsitzende. Er fügt hinzu: „Bislang haben wir noch niemanden aufgestellt.“ Weder einen Kandidaten aus den eigenen Reihen noch einen anderen. Die Mitgliederversammlung der SPD will am 22. August im Kirchweyher Hof darüber entscheiden, wen die Sozialdemokraten unterstützen.

Auch die FDP würde Pragals Kandidatur sehr begrüßen, äußert sich der Vize-Parteichef Marco Genthe. „Ich kenne Pragal aus der Zusammenarbeit auf Kreisebene. Dort habe ich ihn als sympathischen und kompetenten Menschen kennengelernt.“ Zudem verfüge er über die Qualifikation und über die Erfahrung, eine Gemeinde in der Größe von Weyhe führen zu können. Er hat laut Genthe „außerdem mit allen Parteien hervorragend zusammenarbeiten können, ohne die Dinge unnötig zu politisieren. Das würde Weyhe sehr guttun“.

Bislang hat nur eine der im Rat vertretenen Parteien eine Kandidatin benannt: Annika Bruck, Fraktionsvorsitzende der Grünen und Vorsitzende des Ortsverbands. „Wir freuen uns über jeden weiteren Kandidaten, damit die Weyher Bürger eine echte Wahl haben“, kommentierte Bruck. Die Grünen hätten ihre Kandidatensuche bereits im März beendet. Folgerichtig seien die Grünen an den Gesprächen um Pragal nicht beteiligt gewesen, so Bruck.

Kommentar von Sigi Schritt

Wieder ein Bremer für Weyhe?

Die CDU bleibt ihrer Linie treu. Bereits zum dritten Mal favorisiert sie einen Kandidaten, der kein CDU-Parteibuch hat. 2006 unterstützte die CDU Frank Lemmermann – setzte 2014 auf Andreas Bovenschulte (beide SPD). Nun ist es also Markus Pragal, parteilos, Stellvertreter des Oberbürgermeisters Axel Jahnz – ein Sozialdemokrat. Die CDU sieht keine Probleme darin, dass Pragal in Oberneuland wohnt. Die SPD hat noch keinen Kandidaten und will sich im August festlegen. Die Genossen stellen die Weichen: Wollen sie einen Bewerber, der die DNA der Gemeinde kennt, oder können sie sich mit einem Wahlbeamten anfreunden, der wie Bovenschulte in Bremen wohnt.

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