Festakt zum Jubiläum der Guttempler

„Diese Arbeit verdient Anerkennung“

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Der Vorsitzende der Guttempler-Gemeinschaft „Gemeinsamer Lebensweg“ Weyhe, Jörg Niemeyer (l.), und der Guttempler-Kreisvorsitzende Frank Brosig (r.) ehren Hertha Neumann für 15-jährige und Heinrich Holzmann für zehnjährige Mitgliedschaft.

Leeste - Von Heiner Büntemeyer. Der Kreisverband Diepholz der Guttempler-Gemeinschaften hat sich am Sonnabend im „Ribecca“ zu seiner Kreisversammlung getroffen. Ausrichter war die Gemeinschaft „Gemeinsamer Lebensweg“ Weyhe, und das aus gutem Grund: Sie feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Deren Vorsitzender Jörg Niemeyer begrüßte zur Feierstunde Mitglieder und Gäste aus Politik, Verwaltung und den Verbänden.

Kreisvorsitzender Frank Brosig erinnerte an die Grundsätze und Traditionen der Guttempler. „Diese sind Voraussetzung für unsere erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit“, erklärte er. Die Anzahl der Mitglieder in den kreisweit fünf Gemeinschaften liege unverändert bei insgesamt 105. Gesprächsgruppen und Hausbesuche zählen zu den Angeboten aller Gemeinschaften. Außerdem wurden in den Krankenhäusern in Bassum und Diepholz insgesamt 71 Vorstellungsgespräche geführt. Regelmäßig lädt der Kreisverband zu Gruppen- und Familienseminaren ein.

Der stellvertretende Weyher Vorsitzende Holger Huntemann.

Der stellvertretende Weyher Vorsitzende Holger Huntemann berichtete über die Historie seiner Gemeinschaft, die aus der Syker Gemeinschaft „Neues Ziel“ hervorgegangen war. Seit 1987 habe es in Weyhe einen von Günter Evers geleiteten Gesprächskreis gegeben, aus dem 1992 die Gemeinschaft „Gemeinsamer Lebensweg“ entstanden sei. Huntemann erinnerte an regelmäßige Angebote bei der Weyher Ferienkiste, an Präventionsarbeit in Weyher und Stuhrer Schulen sowie an das Engagement bei den Streetwatchern.

Selbsthilfekalender zwecks Vernetzung

Für die Zukunft regte Huntemann die Herausgabe eines Weyher-Stuhrer Selbsthilfekalenders an, in dem sämtliche an der Suchtprävention beteiligten Institutionen mit ihren Angeboten aufgeführt sind. Die Publikation solle zu einer Vernetzung der Mitarbeiter führen. „Das würde unsere Arbeit erleichtern und uns alle entlasten“, sagte Huntemann, der um eine Spende für die Aktion „Kinder im Mittelpunkt“ (KIM) bat, die durch einen Sponsor verdoppelt werde.

Der stellvertretende Landrat Volker Meyer dankte für das Engagement der Gemeinschaften. Das Leiden der Abhängigen und deren Familien sei kaum zu ermessen. Daher verdiene diese Arbeit Anerkennung und Unterstützung. „Sie bieten Betroffenen eine Anlaufstelle, in der sie sich verstanden wissen“ erklärte Meyer.

Dank der Polizei für die Jugendarbeit

„Danke, dass Sie andere auffangen“, betonte auch Rainer Zottmann, Vorsitzender des Ausschusses Ordnung und Soziales. Er würde es begrüßen, wenn die Gemeinschaft im Weyher Präventionsrat mitarbeiten würde. Die Bitte, einen Selbsthilfekalender aufzulegen, nehme er ebenso mit wie die Anregung, in der Gemeinde zwischen 22 und 5 Uhr den Alkoholausschank zu verbieten.

Diese Feier biete eine sehr gute Gelegenheit, sich kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen, stellte die Weyher Polizeichefin Franziska Mehlan fest. Bei der täglichen Arbeit mit Menschen, die sich und andere durch Suchtmittelmissbrauch gefährden, gebe es viele Berührungspunkte. Sie dankte den Guttemplern für deren Präventionsarbeit im Jugendbereich.

Umgang mit alkoholisierten Personen wird immer problematischer

Letzteres gehöre zu seiner Tätigkeit als „Präventioner“ der Polizei im Landkreis, sagte Polizeisprecher Thomas Gissing in seiner Festrede. Allerdings behandele er mehr die rechtlichen Fragen, während die Suchtproblematik dabei zu kurz komme. Der Umgang mit alkoholisierten Menschen erweise sich als zunehmend problematisch – und das, obwohl der Umgang Jugendlicher mit Alkohol nicht mehr so exzessiv sei.

Die 0,0-Promille-Grenze habe sich bei Fahranfängern als sehr wirksam erwiesen. „Ich frage mich, warum wir diese Grenze nicht allen Autofahrern setzen“, so Gissing. Immer größere Probleme bereite der Polizei der Mischkonsum von Drogen und Alkohol, der zu unberechenbaren Stimmungsschwankungen führe.

Auch Gissing erinnerte sich an die Gründungsjahre der Gemeinschaft „Gemeinsamer Lebensweg“, als er zusammen mit Holger Huntemann Mit-Organisator der alkoholfreien „Nacht der Jugend“ in Weyhe gewesen war.

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