Diakonie: Noch drei Plätze frei

Innovatives Wohnkonzept für Menschen mit geistiger Behinderung

Seit Juni die neue Leiterin: Kerstin Scheffler.
+
Seit Juni die neue Leiterin: Kerstin Scheffler.

Weyhe – Netzwerke und Freundschaften sind entstanden. Die Diakonie Himmelsthür (Wildeshausen) bewertet nach einem Jahr das innovative Wohnkonzept in ihrem Haus in Weyhe und zieht eine positive Bilanz.

Dieses Konzept ermöglicht neue Wohnperspektiven für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung (wir berichteten), die dazu noch einen hohen Assistenzbedarf haben.

Das Besondere an diesem Projekt: Diese Menschen seien nun in der Lage, das Elternhaus zu verlassen, um sich in eine der Wohngemeinschaften oder Einzelappartements einzumieten. Insgesamt gebe es noch drei freie Plätze, sagt Kerstin Scheffler. Sie leitet das ambulante Wohnangebot.

Bei der einzigen freien Wohngemeinschaft für vier Personen stehe eine Person auf einer Warteliste. Damit aber das Konzept aufgeht, könne die Person nur einziehen, sofern sich weitere Interessenten melden, die einen Mietvertrag unterschreiben.

Damit die künftigen Bewohner ein selbstbestimmtes Leben führen können, setzt die Diakonie zunächst auf sogenannte Barrierehelfer. Diese begleiten die Mieter in ihrem Alltag und bieten dort eine helfende Hand, wo es nötig ist. Das passiert zu festgelegten Zeiten: von 6 bis 9 Uhr und von 16 bis 21.15 Uhr. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, dass zusätzlich Fachdienstleister die Bewohner umsorgen. „Das sind zum Beispiel Heilerziehungspfleger, die mit den Bewohnern Ziele erarbeiten, um selbstständig leben zu können“, erklärt Scheffler. Um zu gewährleisten, dass rund um die Uhr ein Ansprechpartner vor Ort ist, hat die Diakonie Mitarbeiter beschäftigt, die die Nachtbereitschaft übernehmen.

Bevor Kerstin Scheffler im Juni die Leitung übernommen hatte, war sie als qualifizierte Mitarbeiterin in der Assistenz im Harpstedter Wohnbereich der Diakonie tätig. Die 48 Jahre alte Mutter von zwei Kindern ist selbst Heilerziehungspflegerin und hat eine besondere Sicht auf die Dinge: Sie ist ebenfalls Mutter eines behinderten Kindes. Die gelernte Industriekauffrau sagt, sie sei in den neuen Job wegen ihres Kindes reingerutscht.

Die Mieter in Weyhe seien für sie allesamt dankbare Menschen, sagt Scheffler. So werde sie zum Beispiel morgens liebevoll etwa mit einer Umarmung begrüßt. Es komme auch nicht selten vor, dass jemand ihr einen Kaffee anbietet. Oder sie bekomme eine Bratwurst überreicht oder aus dem Garten hinter dem Haus die ersten Radieschen, erzählt sie.

In diesem Haus auf dem Geestfelde werde Inklusion gelebt: Im oberen Bereich des Wohnkomplexes gibt es acht Eigentumswohnungen, die auf dem freien Markt vermietet worden seien, ergänzt Oliver Brinkhus, Sprecher der Diakonie. Es leben unter einem Dach gewissermaßen auch mehrere Generationen zusammen.

Wer kann sich einen Platz im ambulanten Wohnen leisten? „Jeder kann sich das leisten“, versichert Afra Künzel, stellvertretende Geschäftsführerin. Es gibt verschiedene finanzielle Hilfen. Die Diakonie berate die Interessenten.

Die Diakonie suche nicht nur neue Bewohner, sondern auch neue Fachkräfte sowie Barrierehelfer. „Wer als Elektriker oder Gärtner gearbeitet hat, kann seinen Beruf mit in die Arbeit einbringen“, so Kerstin Scheffler.

Von Sigi Schritt

Bereits angelegt: ein Gemüsebeet.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Fahrerinnen leicht verletzt

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Fahrerinnen leicht verletzt

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Fahrerinnen leicht verletzt
Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren
Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln
Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Kommentare