Bootsbesitzer und Tiere schätzen die Natur

Marina-Betreiber: „Der Wieltsee produziert sauberes Wasser“

Der Wieltsee in Sudweyhe: 250 Besitzer haben an den Stegen ihre Boote und Yachten festgemacht.
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Der Wieltsee in Sudweyhe: 250 Besitzer haben an den Stegen ihre Boote und Yachten festgemacht.

Weyhe – Natur-, Umweltschutz und Freizeitaktivitäten schließen sich nicht aus. Das sagen der Hafenmeister Axel Budelmann und Ralf Hartwig, Inhaber des Unternehmens Marina Wieltsee, der Teile des Sees langfristig von der Gemeinde Weyhe gepachtet hat.

Axel Budelmann und Ralf Hartwig haben die Diskussion um die Aufstellung eines Bebauungsplans und eines Flächennutzungsplanes im Rahmen eines Parallelverfahrens (wir berichteten) begrüßt. Diese Bauleitplanung werde nicht nur die Bestandsnutzungen der Vereine sowie der Marina absichern, sondern verbindlich die Schaffung von angemessenen Entwicklungsmöglichkeiten regeln. Am Ende des Verfahrens würden Nutzungskonflikte geregelt sein, glauben Hartwig und Budelmann.

Naturschützer sehen es zum Beispiel kritisch, dass auf der Landzunge Wohnmobile und Wohnwagen stehen. Hartwig führt an, dass diese Menschen für den Wieltsee „sehr wichtig“ seien. „Wir möchten, dass auf der Landzunge Ordnung herrscht. Deshalb haben wir ein paar Leuten die Grünfläche mit der Maßgabe übergeben, darauf aufzupassen.“

Ralf Hartwig, der seit vielen Jahrzehnten ein Freund des Wassersports ist, kenne den Wieltsee und dessen Landzunge noch aus einer Zeit, in der dies ein Gebiet des Technischen Hilfswerks (THW) war, das von Lastwagen angefahren worden war. Dem THW stand vor mehr als 20 Jahren sogar ein eigener Bootsanleger zur Verfügung. In dessen Umgebung gab es keine Vegetation. Diesen ehemalige THW-Anleger habe die Marina nach den Schilderungen Hartwigs im Jahr 2014 instandgesetzt, wieder zugängig gemacht und „mit unseren Bootsanliegern besetzt“.

An der Fäkalienabsauganlage: Marina-Pächter Ralf Hartwig und Hafenmeister Axel Budelmann (r.).

Was passiert, wenn man nicht auf die Landzunge aufpasst, habe man laut Hartwig zwischenzeitlich sehen können: Jugendliche und junge Erwachsene hatten Jahr für Jahr speziell in den Sommermonaten am Ufer der Weser und des Wieltsees ausgelassene Partys gefeiert. Die Folge: Mehrere Stellen waren zugemüllt. Mit den wilden Partys sei Schluss, seit Marina-Bootsanlieger dort ihre Freizeit verbringen. Dieser Umstand würde laut Hartwig und Budelmann wiederum den Tieren zugutekommen. Die Nutzer der Anlegestellen würden ihren Müll ordnungsgemäß entsorgen.

Ralf Hartwig erinnert daran, dass es der damalige Weyher Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) war, der es erkannt hatte, dass „Weyhe ein Dorf am Wasser“ sei. Hartwig findet es bemerkenswert, was die Gemeinde bislang am Wasser gemacht hat. „Ich finde die Spazierwege an der Alten Weser sehr schön“, sagt Hartwig. Das schließe den Weserblick mit ein. Der Weg am Deich habe sich ebenfalls für Radfahrer und Fußgänger zu einem „wunderbaren Erholungsgebiet“ entwickelt.

Hafenmeister Axel Budelmann ergänzt: Die Marina sei ein Schmuckstückchen geworden. Der Wieltsee und die Umgebung seien für die Freizeitnutzung nicht mehr wegzudenken.

Wieltsee leiste für Natur einen wertvollen Beitrag

Der Wieltsee leiste für die Natur einen wertvollen Beitrag. „Der Wieltsee produziert sauberes Wasser“, sagt Ralf Hartwig. Das klare Wasser komme aus der Tiefe. Möglicherweise sei das auch der Grund, weshalb seltene Arten wie der Eisvogel die Marina schätzen und sie während der Betriebszeit anfliegen. In der Marina könne Hartwig während des Jahres Enten, Kormorane und Hunderte von Graugänsen sehen. „Naturschutz und Wassersport an der Marina vertragen sich“, betont Hartwig. Außerdem würden Nutrias ihre Nester mitten in der Marina bauen. Die würden sich von den Bootsbewegungen nicht stören lassen.

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Nicht zuletzt sei der Wieltsee für Bootseigentümer laut Hartwig und Budelmann deshalb so beliebt, weil er mitten in der Natur liege. Derzeit würden 250 Bootsbesitzer an den Stegen ihr Boot festmachen. Außerdem gibt es für Gäste ebenfalls Anlieger. Anders als zum Beispiel mitten in Bremen gebe es in Weyhe keinen Stadtlärm.

Mit einer Besonderheit glänze der Wieltsee: Er besitze als einzige Hafenanlage zwischen Hemelingen und Minden eine Fäkalienabsauganlage. Die könnten alle Bootsbesitzer, die auf der Oberweser unterwegs sind, benutzen. Die Fäkalien würden mit einem Rüssel in einen Tank gesaugt, der sich in einem Steg befindet. Der Inhalt werde in einen anderen Behälter, der sich auf der Hafenanlage befindet, weitergepumpt. Dieser Inhalt werde rechtzeitig abgeholt.

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