Weyher Theater verbreitet Optimismus und plant für Sommer Open-Air-Veranstaltungen

„Der Staat hat uns nicht im Stich gelassen“

Schaut sich die Kulissen zu einer neuen Produktion an: Intendant Kay Kruppa.
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Schaut sich die Kulissen zu einer neuen Produktion an: Intendant Kay Kruppa.

Weyhe – Die Führung des Weyher Theaters verbreitet Optimismus. „Wir werden die Krise überstehen“, ist sich der Intendant Kay Kruppa sicher. Vor einigen Monaten äußerte sich Kruppa eher skeptisch. Aber es hat sich zwischenzeitlich eine Menge getan: Nun organisiert die Führungsriege um Intendant Kay Kruppa, Dramaturg Frank Pinkus und Geschäftsführer Heinz-Hermann Kuhlmann die nächste Spielsaison mit zwölf neuen Stücken.

Darunter können sich die Weyher auf ein Open-Air-Theater auf dem Weyher Marktplatz freuen. Außerdem bereitet sich das Trio auf die Eröffnung des neuen Komödienhauses in Bremen vor.

Was ist in den zurückliegenden Monaten bloß geschehen, dass die damalige Skepsis in Optimismus umgewandelt worden ist? Vor Monaten hatte die Politik Privattheater-Unternehmen laut Kruppa nicht auf ihrem Radarschirm. Es habe aber rechtzeitig ein Umdenken gegeben: „Die Politik hat mittlerweile die Erkenntnis, dass die Kultur gefördert werden müsse. Wir sind dankbar für die Unterstützung. Der Staat hat uns nicht im Stich gelassen. Die Überbrückungshilfen sind zäh gekommen, aber sie sind gekommen.“ Das November-Geld sei vor wenigen Tagen überwiesen worden, sagt Heinz-Hermann Kuhlmann. Die Regierung müsste eigentlich keine Finanzhilfen geben, aber in der Krise würde sie den Wirtschaftszweig sonst vor die Wand fahren.

Ein weiterer Grund sei, dass die Banken treu an der Seite des Theaters stehen, sagt Kuhlmann. „Wir haben bewiesen, dass unser Geschäftsmodell funktioniert. Wir haben fast nie Kontokorrentkredite in Anspruch genommen.“ In den Jahren vor der Corona-Krise habe das Weyher Theater Sicherheiten geschaffen und ein solides Fundament errichtet. „Keine Bank zieht etwas so lange durch, wenn sie keine Zukunftsperspektiven hat.“

Frank Pinkus spricht zudem von einem „dankbaren Publikum“, das das Weyher Theater unterstützt. So würden Theaterfreunde für ausgefallene Veranstaltungen eben nicht wie anderswo Geld zurückfordern, sondern das Publikum akzeptiere in mehr als 90 Prozent aller Fälle Gutscheine. Mehr noch: Fans spenden, was das Zeug hält.

Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die Seele bei manchen Akteuren leide. Nicht spielen zu dürfen komme einem Berufsverbot gleich, so Kuhlmann. Finanzielle Sorgen würden durch Kurzarbeit abgefedert.

Das Führungstrio glaubt, dass das Theater sich nach der Krise neu erfindet. Deshalb geben die Macher hinter den Kulissen ordentlich Gas. „Nach der Erlaubnis, wieder spielen zu dürfen, benötigen wir nur zwei bis drei Wochen, um eine Produktion auf die Beine zu stellen“, sagt Kruppa. Alles sei für einen Start vorbereitet.

Außerdem habe die Gemeinde eine Genehmigung für ein Sommer-Open-Air-Theater erteilt. Im gesamten Juli will das Ensemble auf dem Marktplatz die musikalische Komödie „Sonne, Sand und Sylt“, präsentiert mit einer Live-Band, aufführen.

Extra dafür habe Kuhlmann eine Tribüne bestellt, die mehr als 1000 Sitzplätze bietet. Davor würden vier Reihen ebenerdig aufgestellt werden.

Nach den jetzigen Pandemiebedingungen würde das Theater immerhin noch 600 Besucher begrüßen können. „Wir haben uns zuverlässige Schnelltests besorgt. Die Schauspieler würden getestet“, so Kuhlmann.

In Bremen liegen die Vorbereitungen für die Eröffnung des neuen Hauses im Zeitplan, so Pinkus. Die Baustelle entwickle sich im neuen Tabakquartier in rasendem Tempo, so Kruppa. „Wir gehen davon aus, dass wir die neue Spielstätte vertragsgemäß Ende Juni übernehmen.“ Der Spielplan sei fertig. „Wir haben elf neue Schauspieler engagiert“, so Kruppa.

Zur aktuellen Diskussion, nur geimpfte Gäste zu einer Veranstaltung zuzulassen, merkt Intendant Kruppa an, dass das Weyher Theater solche Überlegungen nicht hegt. Nur wenn dieses Vorgehen von der Landesregierung verlangt werde, würde das Theater dies umsetzen.

Von Sigi Schritt

Erläutern die finanzielle Situation: Geschäftsführer Heinz-Hermann Kuhlmann, Dramaturg Frank Pinkus und Kay Kruppa.

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