Inga Hahslbauer stellt sich als neue Leiterin des Kinder- und Familienservicebüros vor

Der Sprung ins kalte Wasser

Einen „interessanten“ Einstieg erlebte Inga Hahslbauer als neue Leiterin des Kinder- und Familienservicebüros in Weyhe.
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Einen „interessanten“ Einstieg erlebte Inga Hahslbauer als neue Leiterin des Kinder- und Familienservicebüros in Weyhe.

Weyhe – „Notbetreuung, Notbetreuung, Notbetreuung.“ In dieser Aufzählung nennt Inga Hahslbauer ihre Hauptaufgaben, mit denen sie nach einer zweiwöchigen Einarbeitung als neue Teamkoordinatorin des Kinder- und Familienservicebüros tagtäglich zu tun hatte. Mit der Erwartung, sich hauptsächlich um die Kita-Platzvergabe zu kümmern, fing die 29-Jährige am 1. März bei der Gemeinde an zu arbeiten. „Doch nach zwei Wochen kam schon Corona“, erzählt sie rückblickend.

Gebürtig kommt Hahslbauer aus Lahausen. Nach einem dualen Studium für den gehobenen Dienst im Landkreis Osterholz wollte sie aber gern wieder zurück in ihre Heimat. Also bewarb sie sich auf die ausgeschriebene Stelle der Teamkoordinatorin, die zuvor von Katharina Hebecker besetzt war. Verwaltungserfahrungen bringt sie zum einen aus dem dualen Studium, aber auch aus dem nebenberuflich erworbenen Master im Bereich „Kommunales Verwaltungsmanagement“ mit.

Beim Landkreis Osterholz waren Hahslbauers Stationen das Bauordnungsamt, wo sie sich überwiegend mit Genehmigungsverfahren für Windernergie befasste, und die Personalabteilung. Erfahrungen im sozialen Bereich sammelte sie während des Studiums über eine „Fremdausbildung“ im Fachbereich Ordnung und Soziales der Gemeinde Weyhe. Ohnehin hätte sie den eigenen „Anspruch, eine Führungsposition zu übernehmen“. Auch sei sie durch ihre Familie in der Wesergemeinde fest verwurzelt. In ihrer Freizeit trainiere Hahslbauer junge Erwachsene bis 20 Jahren des TSV Weyhe-Lahausen im Geräteturnen.

Mittlerweile habe sich die Lage nach dem Einstieg in die Corona-Krise für die 29-Jährige merklich beruhigt und der Fokus könne vom Thema Notbetreuung auf ihre eigentlichen Aufgaben gesetzt werden: die Kita-Platzvergabe. Außerdem stünden einige organisatorische Dinge beim Neubau der Kita „Südlich Reinsweg“ in Leeste an wie zum Beispiel die Beschaffung des Mobiliars. Weiterentwickeln möchte sie den Waldkindergarten in Jeebel. „Dessen Angebot könnte noch bekannter gemacht werden“, meint sie.

Was auch in Hahslbauers Aufgabenbereich falle, sei die Personalbeschaffung für die Kitas. So leide eben auch die Gemeinde Weyhe unter dem anhaltenden Erzieher-Fachkräftemangel, denn insgesamt gebe es aktuell fünf vakante Stellen in diesem Bereich. Fabian von Weyhe, Leiter des Fachbereichs für Bildung und Freizeit, sagt: „Es gibt noch keine Aussichten“ auf eine zügige Besetzung der Stellen, obwohl es quasi an 365 Tagen im Jahr möglich sei, sich zu bewerben.

„Ich wurde sehr nett hier aufgenommen“, resümiert die Beamtin über ihre ersten Monate bei der Gemeinde Weyhe. Auch wenn es ein eher ungewöhnlicher Start in einen neuen Berufsabschnitt war, versucht sie doch noch etwas Positives aus der Corona-Krise zu ziehen. „Ich hatte direkt den persönlichen Kontakt“, erzählt Hahslbauer über die unzähligen Gespräche mit Erziehungsberechtigten, die auf der Suche nach einer Lösung waren, was die Unterbringung ihrer Kinder betraf. „Das Telefon stand tagelang nicht still“, so die 29-Jährige weiter. Sie hätte in den ersten paar Monaten deutlich mehr Kontakt zu Eltern & Co. gehabt als zu normalen Zeiten.

Bürgermeister Frank Seidel unterstreicht das tatkräftige Arbeiten Hahslbauers zu Anfang der Corona-Zeit. Er berichtet von ratsuchenden Eltern, die ihn mit Nachrichten über soziale Medien wie Instagram „bombardiert“ hätten. „Ich habe die Anfragen einfach weitergeleitet und wusste, dass sie verlässlich beantwortet werden“, so Seidel. Und weiter: „Zuletzt haben wir uns sogar darauf geeinigt, dass wenn Frau Hahslbauer mir gar nicht mehr antwortet, ich weiß, dass das Anliegen erledigt ist.“ Hahslbauer beschreibt ihre erste Zeit zu Anfang der Corona-Krise als „interessant und aufregend“ und freut sich nun auf die neuen Aufgaben.

Von Lisa-marie Rumann

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