Leerstandskataster eingeführt

Dennis Sander ist seit einem Jahr Weyher Wirtschaftsförderer

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Dennis Sander fungiert als Ansprechpartner aller Unternehmen für das Weyher Rathaus.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Dennis Sander ist seit einem Jahr Wirtschaftsförderer der Gemeinde Weyhe. Er zieht ein positives erstes Fazit.

„Ich bin angenehm überrascht, wie offen ich hier aufgenommen worden bin“, blickt der 28-Jährige zurück. „Auch von den Alteingesessenen“, ergänzt er. Zwar habe mit der Pensionierung seines Vorgängers Dieter Helms eine für die Wirtschaft wichtige Person das Rathaus verlassen, aber das Aufgabengebiet ist geblieben und wird weiterentwickelt, kündigt Sander an.

In den zurückliegenden zwölf Monaten habe Sander bereits mit den Repräsentanten von 120 Unternehmen „qualifizierte“ Gespräche geführt, die inhalts- oder anlassbezogen waren. Er möchte wissen, was sich Unternehmen von der Gemeinde wünschen, damit sie sich „wohlfühlen“. So begleitete er die Umsiedlung des LED-Vertriebs Rolux Leuchten vom Flughafen nach Weyhe und hilft derzeit mit, dass die Tanzschule Nadine Reiners sich im Weyher Bruch ansiedelt und nicht die Wesergemeinde verlässt.

Sanders Haltung: Firmen sollen sich auf ihr Tagesgeschäft konzentrieren. „Da liegen ihre Kompetenzen.“ Er verstehe sich als Dienstleister und als erster Ansprechpartner für alle Betriebe, damit sie im Rathaus lange Laufwege vermeiden. Dort spreche er sich mit Vertretern anderer Fachbereiche ab, um die bestmögliche Lösung für ein Problem zu finden.“

3200 Unternehmen in Weyhe gemeldet

In der Wesergemeinde sind 3200 Unternehmen gemeldet, die 6500 Arbeitsplätze bieten. „Wobei damit auch Selbstständige gemeint sind, die bei E-Bay regelmäßig und gewerblich als Verkäufer auftreten.“

Dennis Sander sei der Region verbunden. Er könne nicht in Stuttgart oder in Berlin arbeiten, sagt der 28-Jährige, der aus der Region stammt. 1989, im Jahr des Mauerfalls geboren, wuchs er in der nahen Hansestadt auf, legte dort sein Abitur ab und studierte Volkswirtschaftslehre an der Uni Bremen. 

Für ein Semester ging er nach Bangkok und arbeitete in einem anderen Semester bei der Handelskammer in Riga. „Dort hatte ich meine erste Berührung mit bilateraler Wirtschaftsförderung.“ Diese Tätigkeit gefiel ihm, sodass er im Jahr 2014 mit dem Bachelor-Abschluss in der Tasche eine Stelle in Delmenhorst bei der Wirtschaftsförderung angenommen hatte. Als Glücksfall bezeichnete er die gründliche Einarbeitung durch seinen Vorgänger. „Er hat pro Tag drei bis fünf Termine ausgemacht. Ich habe sehr viele Leute kennengelernt.“ Darum gehe es auch: Menschen mit unterschiedlichen Interessenlagen zusammenzubringen.

Die vormalige Stabsstelle ist seit zehn Monaten in den Fachbereich Zentrale Dienste integriert. Dessen Leiter, Matthias Lindhorst, erklärt den Hintergrund. „Ich habe für die Wirtschaftsförderung als Jurist die größeren Projekte begleitet. Deshalb gibt es eine Verbindung und einen engen Austausch.“ Nach außen trete Sander zu 95 Prozent alleine auf. Er kümmere sich in großartiger Weise um die Unternehmen, lobt Lindhorst die Arbeitsweise. Herausragend sei die Erstellung eines Leerstandkatasters. 

„Wir treten nicht öffentlich auf“

„Wenn jemand eine Halle vermieten möchte, kann er sich bei uns melden. Hier rufen Interessenten und Vermarkter an“, gibt Sander ein Beispiel. Im Unterschied zu Maklern fertige die Gemeinde weder Exposés noch Verträge an. „Wir treten nicht öffentlich auf“, betont Lindhorst. „Wir sehen uns eher als Kontakthersteller.“ Im aktuellen Bestand sind 45 Objekte, die eine Größe von 7,5 Hektar aufweisen. Etwa zwei Drittel sind frei, so Sander.

Ein weiteres Feld, das zur Wirtschaftsförderung gehört, soll ebenfalls wachsen: Es geht um Stadtmarketing und Tourismus. Dienten die vergangenen Jahre dazu, alles mit den Gästeführern und der Mittelweser-Touristik zum Laufen zu bringen, geht es jetzt laut Lindhorst darum, die Außendarstellung zu verbessern. „Das funktioniert nur mit entsprechendem Personal.“ Er sei froh, dass das Rathaus dafür Ines Mannott hatte gewinnen können, die mit Veranstaltungen wie Summer in the City erfolgreich Impulse setzen konnte.

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