Damit es endlich mit einem Ausbildungsvertrag klappt

Bethel feiert den 20. Geburtstag der Jugendwerkstatt in Kirchweyhe

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Tischlermeister Sven Brethorst (links) und Küchenmeister Volker Bassen leiten junge Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren an, damit sie berufliche Perspektiven bekommen. In der Mitte: Projektleiterin Petra Scholten.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Alle Plätze sind belegt: 16 Heranwachsende und junge Erwachsene sind derzeit in der Jugendwerkstatt in Kirchweyhe auf dem besten Weg, Schlüsselkompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Verbindlichkeit zu lernen. Deshalb verbringen sie wöchentlich an fünf Tagen 30 Stunden entweder in der von „Bethel im Norden“ getragenen Holzwerkstatt oder in der Küche samt Hauswirtschaft.

Gemeinsam bereiten sich die Beteiligten auf den anstehenden runden Geburtstag vor. Denn die Einrichtung besteht seit zwei Jahrzehnten. Das Team hat sich verändert, die Aufgabe ist geblieben.

Ziel der Anstrengungen von Tischlermeister Sven Brethorst, Küchenmeister Volker Bassen und der Vertretungskraft Christina Könken, ist es laut Projektleiterin Petra Scholten, die jungen Menschen durch die Anleitung persönlich zu unterstützen und individuell zu fördern. Das Team schaue genau hin, welche Bedürfnisse die Schüler haben und weshalb es bislang weder mit einer Ausbildung noch einem Arbeitsvertrag geklappt hat, ergänzt der Tischlermeister.

Unterschiedliche Problemlagen

Die Probleme der Zielgruppe im Alter zwischen 16 und 27 seien sehr unterschiedlich: Mal kämen Jugendliche zum Kirchweyher Trafo-Gelände, die „lediglich“ massive Probleme haben, morgens aufzustehen. Es habe in den zwei Jahrzehnten auch Teilnehmer gegeben, die aus zerrütteten Elternhäusern stammen, wobei deren Mütter und Väter ihren Nachwuchs aus den unterschiedlichsten Gründen vernachlässigt haben. Psychische Probleme seien ebenfalls nicht selten, so Brethorst. Doch der 41-Jährige aus Siedenburg ist sich sicher, dass die jungen Menschen eine berufliche Perspektive bekommen, wenn er und die weiteren Anleiter den Schulabgängern, die die Einrichtung aufsuchen, viel Geduld entgegenbringen.

„Nicht jeder will Tischler oder Koch oder Hauswirtschafter werden“, sagt die Projektleiterin, doch darum gehe es nicht. Die Jugendwerkstatt soll die Kompetenzen der Programm-Teilnehmer stärken, um auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen. Immerhin: Die Vermittlungsquote liege bei über 50 Prozent.

Filigrane Schnitte mit der Laser-gesteuerten Säge

Die Teilnehmer sind in zwei achtköpfige Gruppen aufgeteilt. So steht der ersten auf 50 Quadratmetern eine kleine, aber laut Brethorst „überschaubare Holzwerkstatt“ zur Verfügung, mit sich einiges anfangen lässt. Damit meint der Meister nicht etwa nur das große Regal, gefüllt mit den Qualitätsschrauben, und die vielen Handwerkzeuge, die an der Wand hängen, sondern auch die vielen Maschinen, die für die Bearbeitung der Werkstoffe notwendig sind. 

Er zeigt auf die Format- und Tischkreissägen, auf den Hobel und auf die Laser-gesteuerte Säge. „Damit können wir filigrane Schnitte machen“, erklärt er und zeigt kleine Kuben mit ausgeschnittenen Weihnachtsmotiven, in die Teelichter gestellt werden. Die Teilnehmer bauen sowohl Dekoratives als auch größere Dinge wie aktuell Schaukelstühle oder Sonnenliegen. Auch Möbel seien ebenso möglich wie ein Unterstand für ein Tier. Auftragsarbeiten gibt es nur – wenn die Anfragen von Schulen, der Kommune oder Vereinen erfolgen.

Gleiches gelte auch für die Essenbestellung bei der Küchengruppe. Bei der jüngsten Wahl der Sportler des Jahres im Weyher Rathaus hat das achtköpfige Team seine Leistungsfähigkeit bewiesen. Aber auch da gilt laut Petra Scholten, dass nur öffentliche Träger wie etwa eine Gemeindeverwaltung die Hilfe der Jugendwerkstatt in Anspruch nehmen können.

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