1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Weyhe

Damit Bäume nicht zur Gefahr werden

Erstellt:

Von: Rainer Jysch

Kommentare

Am Bahndamm/Ecke Hahnenfelder Weg erhalten Baumkronen einen Form- und Pflegeschnitt.
Am Bahndamm/Ecke Hahnenfelder Weg erhalten Baumkronen einen Form- und Pflegeschnitt. © Rainer Jysch

Im Rahmen einer Kontrolle durch Michael Röhrs, der im Weyher Rathaus für die rund 16 000 gemeindeeigenen Bäume im öffentlichen Raum zuständig ist, war aufgefallen, dass das Astwerk von zwei Platanen an der Kreuzung Am Bahndamm / Hahnenfelder Weg einen Beschnitt erfordert. Es geht letztlich um die Verkehrssicherungspflicht, die die Gemeinde gewährleisten muss.

Weyhe - Am Sonnabendvormittag rückten Mitarbeiter der Firma MR-Umweltservice GmbH im Auftrag der Gemeinde an, um den erforderlichen Form- und Pflegeschnitt vorzunehmen.

Das Unternehmen aus Weyhe kümmert sich seit mehr als 20 Jahren um Garten- und Landschaftspflege. „Wir haben den Sonnabend für diese Arbeiten gewählt, weil an diesem Tag ein geringerer Verkehr auf den angrenzenden Straßen zu erwarten ist“, erklärt Sebastian Kelm, Pressesprecher der Gemeinde Weyhe. „Durch die nahegelegenen Grundschule und die Kita wäre an normalen Werktagen hier mit einer erheblichen Störung der Verkehrslage zu rechnen gewesen.“

Teleskop-Arbeitsbühne ist bis zu 27 Meter hoch

Mit Hilfe eines Hubwagens und einer bis zu 27 Meter hohen Teleskop-Arbeitsbühne gingen Florian Ficht und Hannes Büssow zusammen mit einer Kollegin ans Werk. „Wenn wir schon mal hier sind, haben wir uns gleich um die nebenstehenden Bäume gekümmert und einige Äste im Rahmen der Kronenpflege herausgeschnitten“, sagt Ficht und zeigt auf die benachbarten Linden.

„Bäume zu pflegen und sie durch einen Schnitt zukunftsfähig zu erhalten, ist wesentlich angenehmer als das Fällen eines Baumes“, sagt der Experte und meint damit vor allem die ortsbildprägenden Bäume. „Beim Schnitt achten wir nicht darauf, ob der Baum jetzt ‚schön’ aussieht, sondern wir versuchen, die nächsten zehn, 20 oder 30 Jahre vorauszuplanen“, ergänzt er. „Ein vernünftiger Schnitt kann in den folgenden Jahrzehnten durchaus Geld einsparen.“

Während Florian Ficht Zweige absägt, sorgt sich Hannes Büssow mit einer Kollegin darum, das Holz zu häckseln.
Während Florian Ficht Zweige absägt, sorgt sich Hannes Büssow mit einer Kollegin darum, das Holz zu häckseln. © jysch

An der Krone einer Platane haben die Experten eine Kronensicherung eingebaut. Dazu wurden nach dem Beschnitt bestimmte Äste im Wipfel mit sogenannten Hohltauen verspannt. Eine gewisse Dehnungsmöglichkeit des Materials erlaubt es dem Baum, sich dennoch im Wind zu bewegen. „Man kann in der nächsten Jahren dann beobachten, wie sich die Krone verhält“, erklärt Ficht zu dieser Maßnahme.

„Hier an der Straße sind wir im sicherheitsrelevanten Bereich, da müssen wir notfalls jederzeit eingreifen können. Ein fachgerechter Form- und Pflegeschnitt sei unter Beachtung des Naturschutzgesetzes stets möglich. Wir schneiden dann das Lichtraumprofil frei, damit sich große Lastwagen und Busse nicht in herabhängenden Ästen und Zweigen verfangen.“

Abgesägte Äste wurden durch das Baumpflegeteam gleich vor Ort mit einem mobilen Häcksler geschreddert und abgefahren.

Auch interessant

Kommentare