Big Daddy Wilson spielt Blues vom Feinsten und trifft im Weyher Theater-Pub auf ein begeistertes Publikum

Magische Stimme als Markenzeichen

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Big Daddy Wilson (Mitte) beim Live-Konzert im Weyher Theater-Pub „Shakespeare's“. Mit dabei: Cesare Nolli (l., Gitarre) und Paolo Legramandi (Bass).

Kirchweyhe - Von Rainer Jysch. Viel voller hätte es nicht sein dürfen. Dicht drängte sich das Publikum am Freitagabend im Weyher Theater-Pub „Shakespeare's“, um das Live-Konzert der Blues-Größe Big Daddy Wilson nicht zu verpassen. Bei lauen Temperaturen tummelten sich selbst vor den weit geöffneten Türen des Lokales viele Gäste. „Mein Name ist Wilson, nennt mich Big Daddy. Ich bin aus North Carolina“, stellte sich der Vollblutmusiker kurz und knapp den zahlreichen Zuhörern vor.

Der Bluesmann, Singer und Songwriter gastierte nach einem Auftritt im Mai vergangenen Jahres bereits zum zweiten Mal auf der kleinen Bühne des Pubs. Seine Fans bekamen jetzt vor allem die Lieder seines erst im April veröffentlichten Albums „Time“ zu hören, das der Künstler momentan bei diversen Festival-Auftritten präsentiert. „Wir haben in einer Konzertlücke diese Vorstellung hier im ,Shakespeare's‘ arrangieren können“, sagte Wilsons Managerin Helga Blount. Seit 31 Jahren sind die beiden verheiratet und leben in Schwanewede bei Bremen.

Vielmehr noch als Hut und Sonnenbrille ist die magische Stimme von Big Daddy Wilson zu seinem Markenzeichen geworden. Seit einem Vierteljahrhundert gilt er als fester Bestandteil der deutschen Bluesszene. 2014 wurde Big Daddy Wilson mit dem „Best Acoustic Artist“ Award von Blues in Germany geehrt.

Sonor und weich erklingen Wilsons Lieder wie „Bullfrog“, „Mississippi John“ und „Dead end road“, um nur einige der zahlreichen Stücke zu nennen. „95 Prozent der Lieder sind Eigenkompositionen,“ sagt Helga Blount.

Big Daddy Wilson sang nicht nur, sondern spielte am Minimal-Schlagzeug mit Snare-Drum und an einer Auswahl von Becken und Perkussion. Die beiden italienischen Begleitinstrumentalisten Cesare Nolli (Gitarre) und Paolo Legramandi (Bass) ergänzen seit einigen Jahren den Blues-sound von Big Daddy Wilson bei seinen Live-Auftritten – auch gesanglich.

„Die Leute, die den Blues lieben, sind nicht viele. Es sind aber loyale Fans, sie unterstützen diese Musik engagiert“, erklärte Big Daddy Wilson kürzlich in einem Interview. Womit er wohl recht hat, nimmt man die Begeisterung der Weyher Konzertbesucher zum Maßstab. Warm und herzlich fiel die Begrüßung des Trios aus, und heftigen Applaus ernteten die Musiker für jedes ihrer Lieder. Mit seinen hervorragenden Gitarren-Soli verdiente sich Cesare Nolli zudem häufig einen Sonderbeifall.

Insgesamt ließ das Zusammenspiel der Trio-Mitglieder aufhorchen: Professionell und versiert lieferte es seinen handgemachten Blues ab und ließ damit die Herzen der Fans höher schlagen. Einzelne hielt es nicht auf dem Stuhl, sie bewegten sich in Bühnennähe im Rhythmus der Musik.

Geboren als Wilson Blount und aufgewachsen in Edenton an der Ostküste der USA war Big Daddy während seiner Zeit bei der US-Armee in einer Militärbasis in Deutschland stationiert. „Ich lernte den Blues in Deutschland kennen, wo ich zum ersten Mal auf ein richtiges Konzert ging,“ sagte Wilson, der über die europäische Bluesszene hinaus inzwischen zu den ganz Großen seines Faches zählt. „Zu Hause in Edenton haben wir Gospel und Country gehört. Vorher wusste ich überhaupt nicht, was Blues ist.“

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