Big Daddy Wilson singt im Shakespeare’s mit Soul in der Stimme / Leise Stücke und Songs mit viel Tempo

Lieder über Liebe, Heimat und das Unterwegssein

Roberto Morbioli (l.) und Paolo Legramandi (r.) unterstützen Big Daddy Wilson.
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Roberto Morbioli (l.) und Paolo Legramandi (r.) unterstützen Big Daddy Wilson.

Von Tobias Kortas. WEYHE

„Beim Blues geht es um das Leben. Das ist nicht immer traurig, sondern kann sehr lustig sein“, erzählte Big Daddy Wilson vor seinem Song „Show Dog“ auf Englisch. Der handelt von einer witzigen Anekdote über seinen Hund „Jackie“. Doch waren es vor allem die tiefgängigen und melancholischen Stücke, mit denen Big Daddy Wilson am Freitagabend im Theater-Pub Shakespeare's eine anregende Blues-Atmosphäre schuf.

Seinen hochklassigen, gefühlvollen und ruhigen Gesang paarte der Songwriter aus North Carolina (USA) mit einem lässigen Auftritt samt Hut und Sonnenbrille sowie einem charismatischen Lächeln, das etwas an Louis Armstrong erinnerte.

Gitarrist Roberto Morbioli und Bassist Paolo Legramandi harmonierten mit ihren eindringlichen Riffs und langen Soli hervorragend mit dem Protagonisten.

Die Klasse des Trios veranlasste das Publikum im Shakespeare's immer wieder, ausgiebig zu applaudieren. Ohnehin drängten sich die Leute geradezu in den Pub, was für eine breite Fangemeinde und einen guten Ruf Wilsons spricht.

„Ich bin mit dem Blues geboren worden. Er ist mein Zuhause“, berichtete der in Bremen lebende Musiker dem Publikum. Seine tiefe Verbundenheit mit diesem Genre dokumentierte der Liedermacher mit seinem berührenden Gesang. In „I Wanna Be Your Man“ vertonte der Sänger die Sehnsucht nach der großen Liebe. Spannende Akkorde von Morbioli und Legramandi begleiteten Wilson bei diesem typischen Bluessong.

Der emotionale Höhepunkt kam mit „Anna Mae“. Im Stile eines Country-Sängers würdigte Wilson ruhig und langsam seine Ehefrau. Zum andächtigen Ende hin verfiel der Vollblutmusiker mit „I need you so much“ fast in ein Flüstern.

Neben der Liebe beschäftigt sich Wilson in seiner Musik mit den Themen Reisen und Heimatgefühle. Im Stück „Stranger“ etwa beschreibt der ausdrucksstarke Sänger, wie er die Entfremdung von seiner Heimat wahrnimmt: „Ich bin sehr viel unterwegs, deswegen kam es dazu, dass ich mich wie ein Fremder in meiner Stadt gefühlt habe.“

Mit „Backpacking“ und Unterwegssein hat auch der Song „Texas Boogie“ etwas zu tun. Auf einer Tournee war Wilson von einer korpulenten Frau, die „die ganze Tanzfläche“ einnahm, derartig begeistert gewesen, dass er einen groovigen Song darüber schrieb.

Freude an der Musik, eine abgeklärte Herangehensweise sowie ein einnehmender, sympathischer Ausdruck: Dies alles kombinierte Wilson in Weyhe mit Soul in der Stimme.

Eine besondere Note setzten alle Musiker, indem sie an einzelnen Stellen so leise und gefühlvoll spielten, dass die Gäste keine Gespräche mehr führten und aufmerksam zuhörten. Neben leisen Tönen agierte das Trio mit viel Tempo sowie prallen Klängen von Bass und Gitarre. Was Morbioli und Legramandi ablieferten, erinnerte vor allem in den Soli an stilvollem Rock ’n’ Roll.

Mit Lauten wie „Boomboomboom“ untermauerte Wilson seine Blues-Leidenschaft und riss seine Zuhörer mit seiner Begeisterung mit. Keine Frage: Der Auftritt der drei Musiker gefiel dem Publikum.

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