Corona: Testzentrum in Weyhe

Erst Stäbchen in die Nase, dann zum Shopping

Überreicht Friedrich Ramacher das Ergebnis des Schnelltests: Johnny Bastiampillai.
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Überreicht Friedrich Ramacher das Ergebnis des Schnelltests: Johnny Bastiampillai.

Ein neunköpfiges Team hat seine Arbeit im neuen Testzentrum Weyhe aufgenommen. Bis auf Weiteres hat jeder die Möglichkeit, für einen Schnelltest die ZSA-Halle neben dem Rathaus aufzusuchen. Das Testzentrum sei bis auf wenige Ausnahmen an allen Tagen in der Woche geöffnet, so der Leiter. 

Weyhe – Weyhe hat seit Dienstag in der Halle auf dem Areal der Mehrzweckhalle ein Testzentrum. Es ist bis auf Weiteres an jedem Tag in der Woche geöffnet. Das sagt Johnny Bastiampillai, medizinischer Direktor der Einrichtung. Der 39-Jährige habe nicht damit gerechnet, dass das neue Angebot so gut ankommt. Noch vor der Öffnung hätten einige Interessenten für den Covid-19-Antigen-Schnelltest in einer Schlange gestanden.

Bis um 12 Uhr habe sein Team sogar 109 Menschen gezählt, sagt der Arzt.

Er und sein Team nutzen die kleine Zeltstadt, die die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Kreis und dem DRK für das Impfen der über 80-Jährigen aufgebaut hat. Nur an den Tagen, in dem das DRK die Halle für weitere Impfungen oder ebenfalls für Tests benötigt, falle dieser Gratis-Service aus. Werktäglich bietet der Arzt von Montag bis Freitag von 9 bis 12 sowie von 15 bis 18 Uhr Antigen-Schnelltests an. Am Samstag und am Sonntag gibt es veränderte Betriebszeiten. Dann öffnet das Testzentrum von 10 bis 14 Uhr. Gleiche Uhrzeiten gelten für Feiertage, also auch für den bevorstehenden Himmelfahrtstag.

Zusammen mit dem Leiter der Einrichtung, der als Facharzt für Allgemeinmedizin in Sudweyhe eine Praxis betreibt, haben sich insgesamt neun Mitarbeiter um die Abläufe gekümmert. Die Interessenten hatten die Wahl: Sie konnten sich auf der Internetseite einen Termin reservieren und dort ihre Daten eingeben oder mit der Gesundheits--Karte am Eingang der Halle einchecken.

„Wir greifen nur die Namen ab, mehr nicht“, versichert Bastiampillai. Er habe ein Team von Rettungssanitätern, Feuerwehrleuten, Krankenschwestern und auch ehemalige Pflegekräfte für den Dienst im Weyher Testzentrum verpflichten können. Eine davon ist Marisa Brinkmann aus Weyhe. Ihr Dienst bei der Bundeswehr ist vorläufig beendet. Die Sanitätssoldatin will weitermachen und sich bei der Marine verpflichten. Bis zum Dienstantritt habe sie aber noch Zeit, ihrer Heimatgemeinde zu helfen. Ihre Motivation, in einem Zelt Bürgern das Stäbchen in den Rachen und in die Nase zu führen? „Man ist für die Menschen da, um das Virus in den Griff zu bekommen. Gemeinsam schafft man das doch.“ Dass sie wieder im Team arbeiten könne, motiviere sie.

Wer auf dem Stuhl von Marisa Brinkmann oder ihren Kollegen saß, wird anschließend in den Wartebereich gebeten. Dort sitzt jetzt Friedrich Ramacher aus Melchiorshausen: Der 76-Jährige lobt die schnelle Abwicklung. Weshalb er den Test benötigt? Er will sich eine neue Jeans-Hose bei von Hollen in Sudweyhe kaufen, sagt er. „Ich benötige einen Test, wenn ich ins Geschäft will. Andernfalls würde ich fünf Hosen nach Hause mitbekommen, müsste mir eine aussuchen und die anderen wieder zurückbringen.“

Auch die 31-jährige Gabriele Gerwens aus Kirchweyhe habe nur Positives zu berichten. „Die Organisation war super. Das Team ist freundlich. Es ging sehr schnell.“ Die Kirchweyherin interessiert sich für ein Job-Fahrrad. „Ich will einkaufen gehen, und dafür benötige ich einen Test.“

Ihr Verlobter Marco Henke (21) aus Kirchweyhe begleitet sie. Er findet den Service in der ZSA-Halle klasse. Das hätte man viel früher machen können, findet er. Wenn negativ-getestete und geimpfte Personen die gleichen Rechte bekommen, um zum Beispiel während der Pandemie einkaufen zu dürfen, so habe er mit so einer Regelung kein Problem.

Weil sie eine Shopping-Tour in Syke machen wollen, wollen sich Alfred Schubert (71) und seine Ehefrau Margit (72) aus Sudweyhe vorbereiten. Ihr Plan: Mit dem negativen Befund des Tests erst einen Friseur-Besuch erledigen, dann zu Optiker und Schuhhaus. „Wir sind Berliner und wegen unserer Tochter in die Nähe von Syke gezogen“, sagt der 71-Jährige. Um die Zeit während des Wartens auf das Ergebnis zu verkürzen, zückt er die Tageszeitung.

Wer sich mit der Gesundheitskarte anmeldet, bekommt den Befund sofort mit. Wer sich online registriert, der erhält das Ergebnis an die hinterlegte E-Mail-Adresse. Fällt ein Test positiv aus, werde laut Bastiampillai ein sogenannter PCR-Test nachgeschoben. Der wird in einem Labor ausgewertet.

Weitere Infos

www.testzentrum-weyhe.de

Von Sigi Schritt

Im Team des Testzentrums Weyhe: Marisa Brinkmann.
Vertreibt sich die Wartezeit mit der Lektüre der Kreiszeitung: Alfred Schubert.
Will ein Job-Fahrrad kaufen: Gabriele Gerwens.

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