Bankenstraße in Kirchweyhe verliert weiteres Kreditinstitut: 4 700 Kunden betroffen

Gewissheit: Commerzbank Weyhe schließt

Die Commerzbank dünnt ihr Filialnetz aus. Der Standort in Kirchweyhe gehört dazu. Im Herbst soll die Außenstelle an der Bahnhofstraße geräumt werden. Archiv
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Die Commerzbank dünnt ihr Filialnetz aus. Der Standort in Kirchweyhe gehört dazu. Im Herbst soll die Außenstelle an der Bahnhofstraße geräumt werden. Archiv

Weyhe – Bleibt die Commerzbank Weyhe bestehen oder fällt sie dem Filial-Kahlschlag, den der Bankenkonzern derzeit ansetzt, zum Opfer? Eine Antwort auf mehrfache Nachfrage dieser Zeitung anlässlich des Bilanzpressegesprächs vor einigen Wochen, ist die Commerzbank schuldig geblieben. Nun überbrachte Dagmar Baier, Pressesprecherin Region Nord aus Hamburg, auf erneute Anfrage die bittere Nachricht: Die Commerzbank-Filiale in Weyhe gehört zu den 340 Filialen in Deutschland, die geschlossen werden.

Damit verliert die Kirchweyher Bankenstraße – gemeint ist die Bahnhofstraße – die nächste Außenstelle eines Kreditinstituts. Ein Postbank-Center und eine Oldenburgische Landesbank sind längst Geschichte. Somit bleiben an der Bahnhofstraße nur noch die Kirchweyher Filiale der Kreissparkasse und der Volksbank übrig.

Der Abbau der Commerzbank-Standorte soll in allen Bundesländern laut Dagmar Baier bis zum kommenden Jahr über die Bühne gelaufen sein. Ab Oktober soll das Netz der Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Frankfurt am Main definitiv schrumpfen.

Wann genau der Weyher Standort dicht gemacht wird, könne die Pressesprecherin noch nicht sagen. Fest stehe aber, dass es noch in diesem Jahr passieren werde. Wegen der Pandemie sei die Filiale an der Bahnhofstraße ohnehin schon für den Publikumsverkehr nicht mehr geöffnet gewesen, erklärte sie. Von der Schließung sind 4 700 Kunden betroffen, erklärt sie auf Nachfrage.

Nach Kahlschlag: 450 Standorte bleiben erhalten

Gründe, eine Filiale aufzugeben, gebe es viele, unter anderem gehe es um die Nutzung eines Standorts und um wirtschaftliche Aspekte. Außerdem sei die Weyher Schließung Teil der Gremienverhandlungen der örtlichen Betriebsräte gewesen. Der Standort in Achim, der mit Weyhe über die Bundeswasserstraße Weser hinweg einen eigenen Marktbereich bildet, bleibe aber bestehen, betont Baier. Insgesamt würden deutschlandweit noch 450 Standorte bleiben.

„Persönliches Gespräch nach wie vor wichtig“

Die Bank werde an den verbleibenden Standorten weiter ihre Kompetenzen bündeln und die Digitalisierung des Bankgeschäfts vorantreiben. Die Coronakrise habe gezeigt, dass Menschen unterschiedlichen Alters es schätzten, eine Beratung via Computer oder Smartphone zu vereinbaren. „Wir haben während der Pandemie festgestellt, dass Beratung ohne Filiale gut funktioniert und schnell, einfach und bequem ist. Unsere Strategie bleibt digital und persönlich, denn das persönliche Gespräch ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Kundenbetreuung“, so die Pressesprecherin. Eine Beratung soll rund um die Uhr und auch am Wochenende möglich sein.

Stellenabbau bei der Commerzbank: 9000 Mitarbeiter sollen gehen

Das vom Konzern verkündete Stellenabbauprogramm trifft laut Dagmar Baier 9 000 von insgesamt 40 000 Vollzeitkräften. Davon seien 3 500 Mitarbeiter im Vertrieb angestellt, so Baier. Die Mitarbeiter aus Weyhe würden ohnehin seit Jahren in Achim mitarbeiten. Sie seien weiter unter den bekannten Telefonnummern erreichbar.

Das müssen Kunden wissen: Die IBAN- und Kontonummern ändern sich nicht

Was kommt auf die Kunden zu? Sie bekommen einen Brief, in dem die neue Situation erläutert wird. Sie müssten sich aber keine Sorgen machen, dass sich zum Beispiel die Kontonummern oder die IBAN ändern. „Die bleiben bestehen.“

Von Sigi Schritt

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