Commerzbank-Filiale in Kirchweyhe Geschichte

Nicht mal mehr ein Automaten-Standort

Die Commerzbank hat ihre Filiale in Kirchweyhe geräumt.
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Die Commerzbank hat ihre Filiale in Kirchweyhe geräumt.

Weyhe – Weyher Commerzbank-Kunden müssen umdenken: Wer Bargeld benötigt, muss seit einigen Tagen andere Wege gehen.

Der Betrieb der Commerzbank-Filiale in Kirchweyhe ist seit einigen Monaten Geschichte (wir berichteten). Der Standort an der Bahnhofstraße ist dem Kahlschlag der 1870 in Hamburg gegründeten Aktiengesellschaft zum Opfer gefallen. Jetzt ist auch der Vorraum mit der Geldautomaten-Zone nicht mehr erreichbar. „Am 29. Oktober haben wir die Filiale in Weyhe endgültig geschlossen“, so Dagmar Baier, Commerzbank-Pressesprecherin der Region Nord. Was das bedeutet, können Passanten sehen: Die Schilder und Aufkleber über dem Eingangsportal, an einer Stele und an den Fenstern sind entfernt. Nur ein Zettel auf einer Scheibe der ehemaligen Filial-Eingangstür erinnert an die einstigen Mieter in diesem Wohn- und Mehrfamilienhaus: „Die Filiale ist geschlossen. Ihre Bank bleibt.“

Was hinter der Schließung steckt? „Die Commerzbank will die digitale Beratungsbank für Deutschland werden. Dazu gehören ein bequemes, sicheres und schnelles Digitalangebot ebenso wie das persönliche Gespräch, welches nach wie vor die Grundlage der Kundenbetreuung ist“, so der zuständige Marktbereichsleiter Jan Neumann. Eine Filiale sei dabei nicht mehr die einzige Möglichkeit, so Neumann weiter.

Eine Passantin, die an der ehemaligen Filiale vorbeikommt, sieht das anders. Sie bedauert die Schließung der Automatenzone. „Ich hatte nie ein Konto bei der Commerzbank, sondern nur bei der Postbank“, sagt die Rentnerin. Sie habe an dieser Stelle der Bahnhofstraße ihr Geld abgeholt, seit die Postbank das ehemalige Post-Gebäude (heute: „Das Wey“) ein paar Hundert Meter weiter verlassen hat.

Weshalb die Bargeld-Automaten nicht in dem Vorraum bleiben durften? Der Mietvertrag ist ausgelaufen, sagt Baier.

Wo gibt es in der Region Bargeld, ohne Extra-Gebühren zahlen zu müssen? „Unsere Kunden können kostenfrei die Automaten der Cash Group nutzen“, sagt die Pressesprecherin. Dazu gehören neben der bereits erwähnten Postbank die Deutsche Bank, Hypovereinsbank sowie die Tochterunternehmen. Diese Cash Group listet allerdings noch fälschlicherweise die ehemalige Commerzbank-Filiale als Versorgungsstation für Bargeld auf.

„Kostenlose Barauszahlungen gibt es in vielen Supermärkten und Einzelhändlern: Ab einem Einkaufswert zwischen fünf und 20 Euro je nach Anbieter können Kunden bis zu 200 Euro Bargeld mitnehmen.“ Das ist laut Baier beim Drogeriemarkt DM ebenso möglich wie bei den Discountern Netto und Penny sowie den Vollsortimentern Edeka und Rewe. Darüber hinaus bieten viele Shell-Tankstellen ebenfalls einen kostenlosen Bargeldservice an, so Baier weiter. „Wir arbeiten an weiteren Lösungen, um über Kooperationen mit Einzelhändlern die Bargeldversorgung vor Ort sicherzustellen.“

Im neuen Famila-Markt in Leeste einen weiteren Bargeld-Automaten-Standort: Aber nicht die Commerzbank AG, sondern die ING-DiBa AG hat dort einen Bargeld-Automaten aufgestellt. Dieses Kreditinstitut gehört nicht zur Cash-Group. Allerdings gibt es im Leester Warenhaus trotzdem Bargeld ohne Gebühren: Wer dort einkauft, kann an der Kasse bis zu 200 Euro „abheben“.

„Insgesamt wird die Nachfrage nach Bargeld zurückgehen und Mobile Payment an Bedeutung gewinnen. Bereits heute haben wir beim Mobile Payment das breiteste Angebot in Deutschland“, sagt Baier und nennt Stichworte wie „Google Pay“, „Apple Pay“, „Garmin“, „Fitbit- und Swatch-Uhr“.

Von Sigi Schritt

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