Brauchtumspflege in Stuhr und Weyhe

Cocktails und friedliche Besucher bei Osterfeuern

Der Osterräderlauf ist der Höhepunkt auf dem Mühlenkampgelände. - Fotos: Husmann

Weyhe / Stuhr - Zahlreiche Osterfeuer in beiden Gemeinden haben sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag viele kleine und große Besucher angelockt. In Stuhr waren die Feuer auf Gut Varrel sowie am Brinkumer Brunnenweg die größten, in Weyhe zog es die Menschen vor allem zum Mühlenkampgelände, wo am Sonntag die Osterräder rollten.

Zwei Böller verkündeten den zahlreichen Besuchern auf dem Mühlenkampgelände, dass der Höhepunkt des Abends gekommen war: Der Osterräderlauf. Es war inzwischen dunkel geworden, das große Osterfeuer war bereits ziemlich heruntergebrannt.

Jetzt richteten sich die Blicke auf den Hügel, wo die mit Stroh gestopften Osterräder vor Regen geschützt lagerten. Um ein großes Areal herum hatten Feuerwehrleute rund 70 Fackeln in die Erde gesteckt und angezündet.

Rot-weißes Flatterband und ein dicker Spanndraht verhinderten, dass dieser Bereich am Fuße des Hügels betreten wurde. Andererseits schützte diese Abgrenzung die Besucher vor Feuerrädern, wenn diese möglicherweise von der Rollbahn abkommen sollten.

Aber die Vorsichtsmaßnahmen erwiesen sich als überflüssig: Die Besucher verhielten sich sehr diszipliniert, und die Osterräder rollten schnurstracks den Abhang hinunter und brannten auf der Wiese aus. Lediglich das letzte Rad war vom Kurs abgekommen. Es rollte auf die Besucher zu, aber die Feuerwehrleuten fingen es mit ihren Eingreifhaken wieder ein und stießen es dann um.

Funken sprühend den Abhang hinab

Oben auf dem Hügel schoben Detlef Laue und Ewald Tabken ein mannshohes Rad nach dem anderen auf den Schlitten. Immer wenn „Heizer“ Ewald Tabken in einem Rad das Stroh entzündet hatte, löste Detlef Laue die Bremse und das Rad setzte sich schwankend in Bewegung. Aber es kippte nicht um, es rollte Funken sprühend den Abhang hinab. Glühende Strohreste markierten seine Bahn, und wenn es zum Stillstand kam, belohnte Beifall die geglückte Aktion.

Nachdem alle sieben Räder unten angekommen waren und ausbrannten, wurde ein Leuchtband mit der Botschaft „Frohe Ostern – Freiwillige Feuerwehr Leeste“ angezündet, und plötzlich lösten die brennenden Fackeln ihre strenge Formation auf, denn die Kinder durften sie aus der Erde ziehen und damit über den Festplatz laufen. Aber nicht lange, denn mit lauten Krachern kündigte sich das versprochene Brillantfeuerwerk an. Über dem „Gipfel“ des Mühlenkampberges zischten Raketen in den Nachthimmel, lösten sich krachend, jaulend und zischend auf und sprühten Lichterformationen, Sterne und grelle Blitze in den Nachthimmel. Mit vielen „Aaahs“ und „Ooohs“ wurden diese Erscheinungen von den Besuchern bewundert, und auch diese Aktion endete mit großem Beifall für die Organisatoren.

Die Besucher wandten sich wieder dem kleinen Budendorf zu, wo es Speisen und Getränke gab, andere machten sich auf den Heimweg.

Für die Mitglieder der Feuerwehr war das Fest allerdings noch längst nicht beendet. Sie mussten ihre Geräte wieder einpacken und „das Gröbste“ schon mal einsammeln, und am Ostermontag wurde bei einem gemeinsamen Arbeitsdienst das gesamte Mühlenkampgelände aufgeräumt. „Dann dürfen wir hier nächstes Jahr auch wieder mit unseren Feuerrädern rauf“, vermutete ein Helfer.

Die Feuerwehr Kirchweyhe schenkt erstmals Cocktails aus. Pressesprecherin Danica Kosch (r.) und die Gäste sind begeistert von der fruchtigen Erfrischung.

Die Feuerwehr Kirchweyhe hatte bei ihrem Osterfeuer am Sonnabend erstmals Cocktails im Angebot. Das Getränk bestehend aus Prosecco, Wodka, Maracujasaft und Erdbeeren firmierte unter der Bezeichnung „Osterfeuer-Cocktail“ und kam gut an.

Auf Gut Varrel genossen die Besucher am Sonntagabend ebenfalls das wärmende Feuer. „Es war sehr ruhig, die Security hatte nichts zu tun“, sagt Frank Schröder, Vorsitzender des ausrichtenden Fördervereins. Auch das Wetter spielte mit, es habe nur „ein paar Tropfen“ gegeben. Dennoch waren laut Schröder nicht so viele Gäste zum Gut gekommen, wie in den vergangenen Jahren. „Es war sehr aufgelockert.“ Woran das lag, könne er und sein Team nur vermuten. „Wir denken, dass die Wettervorhersagen die Leute vielleicht ein bisschen abgeschreckt haben. Außerdem hat Werder gespielt, vielleicht sind dort auch einige versackt.“

Osterräderlauf in Leeste

Die Feuerwehr Brinkum hat indes laut Pressesprecher Matthias Thom viele Besucher gezählt. Erstmals brannte das Feuer auf der Fläche neben dem Gerätehaus. „Es war alles friedlich und hat gut geklappt“, berichtet Thom. 

 bt/sb

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