Carsten Platt folgt als Jugendpfleger auf Günter Meyer, der nach 33 Jahren in Pension geht

„Kalt den Rücken runtergelaufen“

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Übergabe bis Ende des Monats: Günter Meyer (l.) hört bald als Jugendpfleger auf. Carsten Platt ersetzt ihn.

Weyhe - Von Philipp Köster. Ende des Jahres geht eine Ära in der Gemeindeverwaltung zu Ende: Jugendpfleger Günter Meyer geht in den Ruhestand (wir berichteten). Für Bürgermeister Andreas Bovenschulte verlässt damit eine „Institution“ das Rathaus. Besonders hebt Bovenschulte die Verzahnung von pädagogischem Knowhow und Verwaltungskenntnissen hervor, die Meyer an den Tag gelegt habe. In die 33,5 Jahre währende Ägide Günter Meyers fallen die Betreuung der Jugendhäuser, die Juleica-Ausbildung und die Streetwatcher-Arbeit.

Die Ressortleiterin Bildung und Freizeit, Astrid Friedmann, sieht in Meyer so etwas wie ein „Gedächtnis“ des Fachbereichs.

Weil der 62-Jährige – bedingt durch Urlaubstage und Überstunden – schon Ende Oktober seinen Schreibtisch räumt, sitzt an diesem bereits jetzt sein Nachfolger Carsten Platt, den er einarbeitet.

Der 39-Jährige war zuvor als Pädagoge im Leester Jugendhaus beschäftigt. Dort soll er auch in Zukunft sein Büro haben. Platt hat sein Anerkennungsjahr beim Werder-Fanprojekt gemacht, das er bis heute stundenweise begleitet. Ende des Jahres ist damit aber Schluss. „Die Auswärtsfahrten nach Freiburg oder Hoffenheim am Wochenende muss ich mir nicht mehr geben.“

Der Bremer hat in seinen achteinhalb Jahren schon einiges erlebt. Nicht nur Schönes. Besonders nahe gingen Platt und Meyer die tragischen Todesfälle im Jahr 2010, als vier Jugendliche, „die zuvor bei uns ein- und ausgegangen sind“ (Platt) bei einem Verkehrsunfall auf der Kleinen Heide verunglückten. Als Sozialarbeiter bekomme man viel mit von den Jugendlichen, erfahre auch viel Schreckliches. „Abends muss man dann das Kopfkino ausschalten.“

Doch gebe es ebenso viele positive Erlebnisse. Wie den Jungen aus dem Kosovo, „mit dem haben wir jeden Tag Hausaufgaben gemacht und ihn in die Realschule gebracht. Wir waren ein Familienersatz für ihn.“ Als der Junge unmittelbar nach der Beerdigung seiner Mutter ins Jugendhaus gekommen sei und zu Platt gesagt habe, ,ich will lieber bei dir sein‘, „da ist es mir kalt den Rücken runtergelaufen“.

Laut Bürgermeister Bovenschulte hat sich Platt eindeutig gegen die Bewerber durchgesetzt. Er habe schon in der Vergangenheit auch gegenüber dem Verwaltungsvorstand mutig und engagiert seine Meinung vertreten und sei geeignet zu leiten und zu strukturieren.

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