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Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn: Matthias Zimmermann folgt auf Andreas Bobka

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Von: Sigi Schritt

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Eine Lok der DB Cargo rangiert im Bahnhof Leeste. Sie bringt Tankwaggons nach Dibbersen. Foto: Sigi Schritt
Eine Lok der DB Cargo rangiert im Bahnhof Leeste. Sie bringt Tankwaggons nach Dibbersen. © Sigi Schritt

Weyhe/Stuhr - Die Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE) hat einen neuen Geschäftsführer. An der Spitze des Unternehmens steht nicht mehr Andreas Bobka, Kämmerer der Gemeinde Stuhr und Mitglied der SPD-Fraktion des Weyher Rates, sondern Matthias Zimmermann, Betriebsleiter der Bremer Straßenbahn (BSAG).

Monika Kannowski kritisiert den Wechsel. Die Vorsitzende des Vereins Aktiv moniert, dass die Personalie bislang nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt worden ist. Von dem Wechsel habe sie nur durch einen Blick ins Online-Handelsregister erfahren: Die Änderung sei zum 14. August vermerkt.

Kannowski will zwischen der Niederlegung der Geschäftsführertätigkeit und der Vakanz in den Rathäusern in Stuhr und Weyhe einen Zusammenhang erkannt haben. Die Vorsitzende vermutet, dass Bobka nach der Abwahl von Bürgermeister Andreas Bovenschulte und wegen des erkrankten Bürgermeisters Niels Thomsen die Verantwortung nicht mehr habe alleine tragen wollen.

Für eine Stellungnahme war Andreas Bobka weder in Weyhe noch im Stuhrer Rathaus erreichbar. Er befinde sich in einem längeren Urlaub, war aus der Stuhrer Verwaltung zu hören.

Die Spekulationen des Vereins Aktiv weist Matthias Zimmermann entschieden zurück. Bobka habe den Job 2015 angetreten und kürzlich aus „persönlichen Gründen“ die Geschäftsführung niedergelegt. „Wir waren alle überrascht“, sagte der BSAG-Betriebsleiter. So eine Gesellschaft brauche einen Chef, die Suche sei „in der Regel nicht so einfach“, sagt Zimmermann. Denn dieser müsse in der Lage sein, ein Eisenbahnverkehrsunternehmen zu führen, Erfahrung mitbringen und die Themen Organisation und das Kaufmännische beherrschen.

So habe die BTE Matthias Zimmermann als Eisenbahnbetriebsleiter gefragt, ob er als Interims-Geschäftsführer zur Verfügung stünde. Er sagte zu. „Ich bin auf der Suche nach einem Nachfolger, aber die Geschäfte müssen weiterlaufen.“ Es wurde deshalb nicht groß verkündet, weil es sich nur um eine Übergangslösung handle. Zimmermann sehe seinen Geschäftsführerjob als Nebentätigkeit seiner eigentlichen Arbeit an. „Es ist klar, dass das eine oder andere auf der Strecke bleibt.“

Dabei gebe es bei der BTE manche Herausforderungen zu bewältigen. So ist die Strecke ab dem Leester Busplatz immer noch in Richtung Huchting gesperrt (wir berichteten). Das soll sich in Kürze ändern. Zimmermann glaubt, dass Nachbesserungsarbeiten auf Stuhrer Gebiet zügig abgeschlossen würden, damit Frachtzüge wieder ins Gewerbegebiet Stuhrbaum rollen können. Derzeit fahren nur Güterzüge der Deutschen Bahn Cargo über den freien Streckenteil nach Dibbersen zum Gasunternehmen Schröder – jeweils dienstags und freitags. In Leeste und Thedinghausen würde die Lok dann umgespannt.

Eigentlich sollte die gesperrte Strecke Leeste-Stuhrbaum längst freigegeben sein. Zimmermann glaube aber, dass dies im kommenden Herbst passieren kann, also noch einige Wochen ins Land gehen.

Ein Umstand erschwere es, auch die Strecke Stuhrbaum nach Huchting zu ertüchtigen, obwohl dort kürzlich auch Hand angelegt worden ist. Da der Markt wie leer gefegt sei, sei es schwierig, Gleisbau-Unternehmen zu beauftragen. Der Museums-Zug Pingelheini könne bis Sommer 2020 wieder Huchting ansteuern, zeigt sich Zimmermann optimistisch.

Und auch in Sachen Planfeststellungsverfahren zur Linie 8 hofft der Interims-Geschäftsführer auf eine positive Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Die Richter hätten entschieden, dass das Oberlandesgericht Celle falsch lag, eine Revision nicht zuzulassen. Mit einem dort gefällten Urteil seien die Erweiterungspläne, die Straßenbahn bis nach Weyhe fahren zu lassen, nämlich gestoppt worden.

Zimmermann hofft, dass der Gerichtshof des Bundes in Leipzig selbst eine weitere Entscheidung trifft und nicht die Sache zurück nach Celle verweist. Erst wenn juristische Klarheit herrscht, könne über andere Themen und Investitionen gesprochen werden, etwa, ob am Mühlenkamp-Park in Leeste eine weitere Haltestelle entstehen oder ob eine Bürgerbahn eine innerörtliche Verbindung durch die Kommunen schaffen könnte. Diese Punkte seien nicht vom Tisch nur, weil die Diskussion nicht weitergeht, so Zimmermann.

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