Am 10. November 

Bürgermeisterwahl in Weyhe: Das wollen die Kandidaten erreichen

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Was wollen die Kandidaten erreichen?

Weyhe - Rund 26. 000 Bürger haben am Sonntag die Möglichkeit, und zuvor schon per Briefwahl, die Weyher Verwaltungsspitze zu wählen. Die Kandidaten der Parteien, Annika Bruck (Grüne), Torsten Kobelt (Die Partei), Frank Seidel (SPD), und Dietrich Struthoff als Einzelbewerber schildern ihre Vorstellungen für die erste Zeit im Rathaus. Sie nennen gegenüber dieser Zeitung aber auch ihre wichtigsten langfristigen Ziele.

Wie könnte das Programm für die ersten 100 Tage als neuer Bürgermeister/Bürgermeisterin aussehen? Soll an den Rathaus-Strukturen festgehalten werden?

Annika Bruck

In den ersten 100 Tagen werde ich meine neuen Kolleginnen und Kollegen mit ihren Aufgaben kennen lernen und die Abläufe im Weyher Rathaus studieren. Ich möchte Bürgergespräche abhalten, Vereine und Verbände in Weyhe besuchen und Antrittsbesuche bei dem Landrat und den Bürgermeistern der Nachbarkommunen machen. Außerdem möchte ich alle gemeideeigenen Liegenschaften bereisen. Große Umstrukturierungen im Rathaus werde ich sicher nicht vornehmen. Inhaltlich möchte ich mich besonders bei den verschiedenen Baumaßnahmen beziehungsweise Bauleitplänen einbringen und beginnen, den Verkehrsentwicklungsplan umzusetzen.

Annika Bruck

Dietrich Struthoff

Als neuer Bürgermeister möchte ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, des Bauhofes, der Sozialstation, der Kindergärten und Schulen näher kennenlernen. Dabei möchte ich ihnen erst einmal zuhören, um mir ein umfassendes Bild von ihnen und ihrer Arbeitssituation zu machen. Die Veränderung von Strukturen hat keine Priorität. Als neuer Bürgermeister muss ich erst einmal mit den vorhandenen Strukturen arbeiten. Priorität hat der Haushalt 2020, der im Dezember vom Rat beschlossen werden soll. Er ist die Basis aller weiteren Entscheidungen.

Torsten Kobelt

Gesamtstrategien für Weyhe entwickeln. Die einzelnen Fachbereiche in dieser Hinsicht aufeinander abstimmen. Rathaus-Strukturen mit Augenmaß hinterfragen und bei Bedarf optimieren.

Frank Seidel

In den ersten 100 Tagen würde ich mich einerseits anfangs einarbeiten und so viele Informationen wie möglich „aufsaugen“ und andererseits an die Tagesarbeit machen. Sprich an den Haushalt und die Umsetzung des Haushaltes, der gerade am Anfang steht und die ersten Anregungen aus der Bevölkerung angehen. Ich habe aus Hausbesuchen, Veranstaltungen und ganz vielen Rückmeldungen aus der weyheverliebt-Karte mit „meine Idee für Weyhe“, die ich neben den Punkten aus dem Wahlprogramm unverzüglich angehen werde.

Frank Seidel 

Was sind die zwei wichtigsten Dinge, die in der Amtszeit umgesetzt werden sollten? Und wie sollen die anderen Fraktionen davon überzeugt werden?

Annika Bruck

Ich möchte, dass der neue Landschaftsplan in Weyhe bei jedem Bauvorhaben berücksichtigt wird und ein Naturschutzgebiet in Weyhe umgesetzt wird. Für das Naturschutzgesetz gibt es eine Mehrheit und einen Beschluss, mit dem Klimanotstand eigentlich auch für die Berücksichtigung des Landschaftsplans. Außerdem möchte ich einen Sanierungsfahrplan der gemeindlichen Liegenschaften wie Feuerwehren, Sportstätten und Kindertagesstätten erstellen, und notwendige Neubauten dort integrieren. So können über eine detaillierte Sanierungsstrategie langfristig klimaneutrale Gebäude entstehen, außerdem bekommen wir eine sehr klare Vorstellung der notwendigen Mittel und können verlässlich mit den Vereinen und Nutzern eine Zeitschiene aufbauen. Gerade in Anbetracht von begrenztem Personal und Mitteln, wenn wir nicht großzügig Flächen für Gewerbegebiete versiegeln wollen, erscheint mir das Erarbeiten eines Zeitplans hier durchaus mehrheitsfähig.

Dietrich Struthoff

Ich möchte die Fehlentwicklungen, die durch die rasante Bebauung der vergangenen Jahre entstanden sind, korrigieren. Wir müssen die Parkraumsituation in vielen Straßen überprüfen. Autos haben als Dauerparker auf öffentlichen Straßen nichts verloren. Hier muss die Straßenverkehrsordnung angewendet werden. Die Fraktionen werden bei diesem Prozess eingebunden.

Dietrich Struthoff

Torsten Kobelt

Verkehrsberuhigung- und strukturierung. Kreisel. Entschleunigung. Lösungen für den wachsenden Durchgangsverkehr entwickeln. Zukunftsfähige Alternativen erarbeiten. Ausbau des Fahrradverkehrs, der Bahn und des ÖPNV. Ortsbilder erhalten, gemeinsame Wohnungsbaustrategien entwickeln. Überzeugung der Fraktionen durch Handwerk statt Mundwerk.

Torsten Kobelt

Frank Seidel

Die wichtigsten Dinge sind tatsächlich mehr als zwei. Aber gerade die Herausforderungen zu Bildung, Umwelt, Verkehr, Bauen sind sehr wichtig für mich. Hinzu kommen die Feuerwehrgerätehäuser, die nach Leeste auch bei den anderen Feuerwehrstandorten fit für die Zukunft aufgestellt werden müssen. Das gilt auch für weitere Gebäude und Liegenschaften der Gemeinde. „Andere“ Fraktionen möchte ich nicht davon überzeugen. Als Bürgermeister gehöre ich keiner Fraktion an und möchte natürlich alle Mitglieder des Rates überzeugen. Gerne als konstruktiver Brückenbauer mit guten Argumenten.

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