Bürgermeister wirbt für Europa

Siebtklässler aus Warschau begründen Austausch mit der KGS 

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Bürgermeister Andreas Bovenschulte empfängt die polnischen Schüler und ihre Gastgeber samt Lehrern.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Ihre Schule in Warschau trägt den großen Namen eines ehemaligen SPD-Kanzlers, der im Dezember 1970 in ihrer Stadt für seinen Kniefall als Geste mit der Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs berühmt geworden ist. Jetzt besuchen erstmals 16 polnische Siebtklässler dieser Willy-Brandt-Schule die Gemeinde Weyhe.

Den Kontakt zur KGS Kirchweyhe und zu den Siebt- und Achtklässlern hat die deutsche Lehrerin Andrea Bagdasarian hergestellt, die in Bremen studiert hatte. „Aus dieser Zeit kenne ich noch Margot Ciesla, die in Weyhe unterrichtet.“ Noch bis Freitag befindet sich die polnische Gruppe in Deutschland.

Im Rahmen ihres zehntägigen Programms empfing sie gestern Nachmittag Bürgermeister Andreas Bovenschulte. Die jungen Gäste berichteten, dass sie seit der ersten Klasse Deutsch lernen und keine Mühe hätten, seinen Ausführungen zu folgen.

Bovenschulte warb dafür, dass die Schüler von heute sich gesellschaftlich für ein starkes und offenes Europa einsetzen und stieß auf breite Zustimmung. „Vor Jahren hat man gedacht, alles sei mit Europa in Butter. Es gab nur eine Richtung – dass Menschen näher zueinander kommen“, so Bovenschulte. Doch dieser Prozess sei ins Stocken geraten. Die Staaten rückten nicht automatisch näher zusammen. 

400 und 500 Flüchtlinge dezentral untergebracht

Der promovierte Jurist spielte auf die Verstimmungen zwischen Polen und Deutschland an. Die deutsche Regierung kritisiere die umstrittene Justizreform, Polens Führung möchte Reparationszahlungen. Ein harter verbaler Kurs führe aber nicht dazu, dass sich die Bürger der Länder zueinander fänden.

Die Zwölfjährigen wie Igor und Nikolaj hörten nicht nur aufmerksam zu, sie erwiesen sich als diskussionsfreudig. Sie stimmten Bovenschulte zu. Die polnischen Schüler lobten nicht nur die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie erkundigten sich auch, wie Weyhe damit umgeht. „Wir haben zwischen 400 und 500 Flüchtlinge dezentral untergebracht. Das klappt gut. Es sind mehr bei uns als in ganz Polen“, so Bovenschulte.

Die KGS-Schüler fragten ebenfalls nach und zeigten fundierte Kenntnisse. Die Themen: Schulbusbeförderderung, Schlaglöcher in Straßen und fehlende Sackgassenschilder.

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