Für „radikalen Mist“ nicht zu haben

Torsten Kobelt von der „PARTEI“ will Weyher Bürgermeister werden

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Torsten Kobelt lehnt sich aus dem Fenster: Er will Bürgermeister werden.

Wer auf der Homepage der Gemeinde Weyhe Informationen über den Ratsherrn Torsten Kobelt einholen will, muss länger suchen. Unter dem Stichwort „Parteien und Fraktionen“ findet man den Namen jedenfalls nicht.

Weyhe - Nur wer das Wort „Rat“ entdeckt und dies anklickt, findet die Namen aller Weyher Kommunalpolitiker und somit auch Kobelt. Wenn sein Plan aufgeht, wird der Name Torsten Kobelt auf der Homepage sicherlich prominenter zu sehen sein: Der 54-Jährige kandidiert für das Amt des Bürgermeisters.

Ist Kobelt ein Spaßkandidat, weil er der „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ angehört? Nein, sagt er und grinst. Politik dürfe Spaß machen, denn es gehe darum, handfeste Lösungen für Probleme der Bürger zu entwickeln, sagt er. Lustige Ideen schwirren ihm zwar im Kopf, aber er sei fest entschlossen, die Nachfolge von Andreas Bovenschulte anzutreten. „Es ist eine ernsthafte Kandidatur.“ Die Unterlagen dafür seien bereits im Rathaus abgegeben.

Torsten Kobelt hat sich in Weyhe „verliebt“

Parteienklüngel seien seine Sache nicht, betont Kobelt. Den mitunter rauen Umgangston einiger Ratsmitglieder findet er nicht gut. Kobelt habe manchmal den Eindruck, dass nicht immer um gute Ergebnisse gerungen wird. In einigen Diskussionen zähle nicht das beste Argument, sondern ob es die „richtige Partei“ äußere oder eben nicht.

Im Allgemeinen fühle er sich im Rat sehr wohl, obgleich er nur ein Grundmandat bekleide, erklärt der gelernte Tischler. Es hatte ihn überrascht, dass er 2016 mit mehr als 1 000 Stimmen in den Rat gewählt wurde – als Neubürger. Der Vater von fünf Kindern hatte gerade ein Haus in Ahausen gekauft. Für den ehemaligen Bremer war es ein Traum, nach Weyhe zu ziehen. Er hatte viele Spaziergänge in der Region unternommen und sich in Weyhe „verliebt“.

Am Anfang der Ratsperiode habe er versucht, alle Themen zu erschließen. Längst hat er seine Strategie gewechselt: „Ich konzentriere mich darauf, eine Meinung zu haben, und ich schaue mir nur die Sachen an, die mich interessieren.“ Das seien unter anderem Themen des Bauausschusses, aber auch die Kultur in Weyhe sei für ihn sehr interessant.

„Er will das Beste aus den Menschen herauskitzeln“

Was wäre von ihm als Chef der Verwaltung mit mehr als 620 Beamten und Angestellten zu erwarten? Das Rad wolle er sicher nicht neu erfinden, antwortet er. Kobelt möchte, dass die vielen Projekte, die in der Bovenschulte-Ära in Weyhe angestoßen worden sind, sauber abgearbeitet werden, bevor weitere Großprojekte aus dem Boden gestampft werden. „Die Verwaltung ist gut aufgestellt, um dieses Ziel anzupeilen. Die Mitarbeiter machen einen guten Job.“ Sein Führungsstil wäre kollegial, sagt der 54-Jährige. „Er ist nicht nur kollegial, sondern fair und umgänglich, nie nachtragend und kommt nicht auf schlechte Ideen“, ergänzt seine Partnerin Sarah Ellen Herfort, mit der Kobelt in Ahausen lebt. Kobelt habe auch keine Scheu, auf Leute zuzugehen. „Er will das Beste aus den Menschen herauskitzeln“, so Herfort.

Tief in seinem Herzen sei er „Demokrat“, sagt er. Für „radikalen Mist“ sei er nicht zu haben. Dass er nicht wie die drei anderen bekannten Bewerber um den Chefposten auf weitere Ratsmitglieder setzen kann, sehe er nicht als Nachteil an. Im Gegenteil, es sei „eine Chance“, sagt der Optimist. Es müsse für jedes Thema um die Mehrheit gerungen werden, das könne schwierig sein, aber es sei machbar. Würde der Humor in so mache Sitzung einziehen, würden sich die Zuschauerbänke öfter füllen, glaubt er.

Kein Freund von Großveranstaltungen

Kobelt will besonders junge Menschen für die Politik begeistern. Er finde es gut, dass diese Generation so für Klimafragen eintritt, sagt er. Er möchte die Bevölkerung sensibilisieren, gut erhaltene Sachen, die noch einen Gebrauchswert haben, nicht in den Sperrmüll zu werfen. Straßenflohmärkte in einem Quartier kann er sich gut vorstellen. „Ich bin kein Freund von Großveranstaltungen, ich mag kleinere Feste“, sagt er. Dass die Gemeinde Bauland an- und verkauft, habe in ihm Bauchgrummeln ausgelöst. Es müsse sichergestellt sein, dass Gemeinden keine Spekulanten werden. Er kann sich vorstellen, die Kirchen motivieren, Land für zum Beispiel für Tiny-Häuser zur Verfügung zu stellen.

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