Bürgermeisterwahl am 10. November

Wahl-Diskussion in Weyhe: Bewerber stellen sich den Bürgern vor

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Moderator Hans Willms (v.l.) mit Frank Seidel, Annika Bruck, Torsten Kobelt und Dietrich Struthoff.

Weyhe wählt am Sonntag, 10. November, einen neuen Bürgermeister. Um die Nachfolge von Andreas Bovenschulte, der mittlerweile in Bremen Regierungschef ist, bewerben sich: Frank Seidel (50, SPD) aus Kirchweyhe, Annika Bruck (43, Grüne) aus Leeste, Torsten Kobelt (54, Die Partei) aus Ahausen sowie Dietrich Struthoff (64) aus Leeste als Einzelbewerber.

Kirchweyhe – Nein, nein, eine neue Weyher Diskothek wie das legendäre Maddox, Village oder Toulouse wird es so schnell nicht geben – weder die Bürgermeisterkandidaten Frank Seidel (SPD), Torsten Kobelt (Die Partei) und Dietrich Struthoff noch die Bürgermeisterkandidatin Annika Bruck (Grüne) sprachen sich dafür aus, dass die Gemeinde eine Diskothek baut.

Die Kandidaten haben Mittwochabend bei der Podiumsdiskussion der Kreiszeitung in der Tanzschule Reiners allerdings alternative Treffpunkte für Jugendliche genannt. Schüler verbringen zum Beispiel viel Zeit in Vereinen und machen Sport – deshalb sollten die Vereine weiterhin gestärkt werden.

Dieser Aspekt war nur einer von ganz vielen zu ganz unterschiedlichen Themen, die Moderator Hans Willms, Chefredakteur dieser Zeitung, ansprach. Er hatte ein dickes Interview-Paket geschnürt, in dem es um Themen wie „Leben und Wohnen“, „Wirtschaft und Verkehr“, „Umwelt“ sowie „Rathaus & Verwaltung“ ging – und hatte für jeden Kandidaten eine passende Frage ausgesucht. Den Verlauf des Abends können Internet-Nutzer im Ticker der Kreiszeitung nachlesen.

Mehr als 400 Gäste bei Bürgermeister-Diskussion

Mehr als 400 Zuschauer interessieren sich für Lokalpolitik und insbesondere dafür, wer in Weyhe Nachfolger von Andreas Bovenschulte wird. Der Saal, in dem Hans Willms den Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn fühlte, war proppevoll. „Das ist der Wahnsinn“, kommentierte der Moderator. Alle 280 Sitzplätze waren lange vor dem Veranstaltungebeginn belegt. Aber auch wer pünktlich kam und trotzdem stehen musste – diese Gruppe zählte mehr als 150 Zuschauer – fand einen Platz – entweder am Ende des Saals, im Flur oder im Catering-Bereich. Die zweistündige Veranstaltung verfolgte sogar ein Zuschauer von draußen durch eine der vielen auf Kipp stehenden Terrassentüren.

Die Kandidaten nutzten die Gelegenheit, Werbung in eigener Sache zu machen.

Torsten Kobelt (Die Partei)

Torsten Kobelt (54), gelernter Tischler und Schuhmacher, will sein Wahlkampfbudget von 200 Euro möglichst nicht überschreiten, sagte er. Er wäre ein etwas anderer Bürgermeister, der eine Portion Gelassenheit und Bodenständigkeit mitbringen würde. Er sieht sich selbst als Außenseiter und hat vor, Weyhe zu „entschleunigen“. Die begonnenen Großprojekte würde er abarbeiten. Die Bahnhofstraße als Einbahnstraße lehne er ab, aber beim Thema Verkehr würde er gerne alle Straßen – bis auf die Hauptverbindungsstrecken – zu Tempo-30-Zonen machen. Er gehört zwar zur Satire-Partei, aber er würde als Bürgermeister ernsthafte Politik betreiben. Das habe er auch schon im Rat so gehandhabt.

Annika Bruck (Die Grünen)

Annika Brucks Vision für Weyhe? Die Grüne möchte schützenswerte Flächen benennen, die auch tatsächlich geschützt werden müssten. Die Areale müssten vernünftige Abstände drumherum bekommen. Eine Erweiterung des Industriegebiets Dreye-West III lehnt sie weiterhin strickt ab, betonte sie, zumal eine Ausgleichsfläche betroffen ist. Bruck sprach sich für gute Schulen und Kindertagesstätten aus.

Frank Seidel (SPD)

Beim Thema Dreye-West III, in den vergangenen Tagen hitzig diskutiert, sei das letzte Wort noch längst nicht gesprochen, machte Frank Seidel deutlich. Der Sozialdemokrat verwies auf die Beratungen im zuständigen Ausschuss – das Ergebnis sei noch offen. Für die Verkehrsprobleme in der Bahnhofstraße gebe es keine Patentlösung, sagte Seidel. Seidels wichtigste Eigenschaft fasste er so zusammen: „Sagen was man tut, und tun, was man sagt.“ Er möchte das Bürgermeisteramt mit Herzblut gestalten.

Dietrich Struthoff (Einzelbewerber)

Beim Thema Dreye-West III sieht Struthoff wenig Chancen, um eine Erweiterung des Gewerbegebiets herumzukommen. Es gebe in Weyhe zu wenig weitere Gewerbeflächen, begründet er. Und die Einnahmen brauche die Gemeinde, um die vielen Projekte abarbeiten zu können. Struthoff möchte den Lärm reduzieren. Er fahre jährlich etwa 3000 Kilometer mit dem Rad – und er habe festgestellt, dass es an vielen Wegen, etwa an der Leester Straße, viel zu laut sei.

Der Live-Ticker zur Diskussionsrunde zum Nachlesen:

21.12 Uhr - Hans Willms bedankt sich zum Abschluss bei dem aufmerksamen Publikum. Viele Themen seien nicht mehr angesprochen wurden, obwohl er sie in Form einiger Fragen vorbereitet hatte. „Vielleicht haben Sie die Kandidaten ein wenig besser kennengelernt und wissen nun ein wenig besser, wen Sie wählen sollen.“

21.09 Uhr - Frank Seidel wünscht sich eine weiterhin tolerante und offene Gemeinde, eine mit guter Kinderbetreuung und eine, die fit gemacht wird für die Zukunft. Eine Gemeinde, in der er als Bürgermeister nicht als Alleinherrscher agiert, sondern mit allen Parteien und Bürgern gemeinsam.

21.07 Uhr - Dietrich Strutthoff ist es wichtig, dass alle Bürger von der Politik profitieren, in den Ortsteilen und in jedem Alter. Er möchte - als passionierter Fahrradfahrer - Autos ein Stück weit aus der Gemeinde verbannen.

21.05 Uhr - Annika Brucks Vision für Weyhe ist es, die schützenswerten Ecken in Weyhe abzustecken und tatsächlich zu schützen. Nur weil es möglich ist, muss man nicht jedes Projekt auch umsetzen. Die Grünen-Politikerin wirbt zudem für eine autofreiere Gemeinde - und nimmt dabei auch die Eltern in die Pflicht, die ihren Nachwuchs mit dem Auto zur Schule fahren.  

21.03 Uhr - Torsten Kobelt bringt nach eigener Einschätzung jede Menge Lebenserfahrung, Bodenständigkeit und Gelassenheit mit, sollte er Bürgermeister werden. Was ihm noch fehle, will er lernen. „Ich will alle ein wenig entschleunigen und nach Abschluss der Großprojekte wieder mehr kleinere Dinge anzugehen.“ Ziel sei ein vernünftiges Konzept, das auch den Umweltschutz miteinbezieht.

21 Uhr - Jeder Kandidat hat nun noch drei Minuten Zeit, ein Schlusswort zu liefern. Wer noch Fragen hat, habe die Gelegenheit sich per Mail an die Kandidaten zu wenden, sagt Moderator Hans Willms.

20.58 Uhr - Die Erweiterung vom Gewerbegebiet Dreye-West III werde nicht im Geheimen diskutiert oder beschlossen, erklärt Frank Seidel. Alle Eckdaten werden nun erhoben und beraten, das sei auch für die Arbeit in seiner SPD-Fraktion unerlässlich - und geht allen Entscheidungen voraus.

20.54 Uhr - Gibt es künftig mehr Windkraftanlagen in Weyhe geben? Nicht so bald, antwortet Annika Bruck. Es gibt die Kenntnis, wo Potenzial bestehe, allein die Genehmigungen würden sich aber über Jahre hinziehen.

20.51 Uhr - Noch einmal geht es um die Bahnhofstraße und darüber hinaus auch um die Situation für Fahrradfahrer in der Gemeinde allgemein. Annika Bruck kann sich deshalb sehr gut Tempo 20 auf dem Weg zum Bahnhof vorstellen. Allen Bewerbern ist gemein, dass sie sich um die Sorgen der Radler bemühen möchten.

20.45 Uhr - Nun gibt es Fragen aus dem Publikum. Mit dem Mikrofon ist Hans Willms auf der Jagd nach Input aus den Reihen der Zuschauer.

20.41 Uhr- „Weyhe ist nicht Berlin“, antwortet Frank Seidel auf die Frage, ob man ihm als Bürgermeister vertrauen könnte. Der Bürgermeister müsse die Probleme der Menschen ernst nehmen und auch vor Ort Präsenz zeigen. Seidel möchte aktiv gegen eine mögliche Politikverdrossenheit einwirken, die Vielzahl an Besuchern an der Podiumsdiskussion mache ihm aber Mut, dass Weyhe da sehr gut eingestellt ist.

Für Dietrich Struthoff gibt es so etwas wie eine Entscheidungsfindung im Hinterzimmer auf kommunal Ebene nicht. Vielmehr lädt er alle Bürger im Namen aller Ratsfraktionen ein, sich einmal in den öffentlichen Ausschüssen dazuzusetzen und an der Meinungsbildung teilzuhaben. „Das ist nicht immer spektakulär, sondern auch mal Aktenfresserei.“

20.36 Uhr - Dietrich Struthoff tritt als Bürgermeister an, um nach eigener Aussage als qualifizierter Verwaltungsfachmann das Rathaus zu führen. Annika Bruck sieht ihre fehlende Erfahrung bei der Verwaltungsarbeit im Rathaus dagegen nicht als Problem. Das ganze Team arbeite dort zusammen und was ihr noch fehle, das komme im Laufe der Jahre dazu. „Da kann man sich auf alle Mitarbeiter und allen voran auf die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith verlassen.“

20.30 Uhr - Die Erweiterung des Gewerbegebiets Dreye-West III geht Annika Bruck gegen den Strich. Als Grüne befürwortet sie das Projekt nicht. Es gibt nicht einmal ein Naturschutzgebiet und nur vier Landschaftsschutzgebiete in Weyhe. Das gefällt der 43-Jährigen gar nicht.

Weyhe kann sich keinen Stillstand leisten, merkt Dietrich Struthoff an und nennt neben der guten Versorgung mit Kitas auch die Schaffung von Arbeitsplätzen. „Die Gemeinde ist jung und braucht das Geld“, betont er. Es wird 2020 finanzielle Engpässe geben, beschlossene Projekte müssen daher umgesetzt werden. Ein Baustopp im Gewerbe sei keine Option. „Nur so halten wir die Gemeinde auf dem Niveau auf dem sie nun steht, doch das muss umweltverträglich sein.“

20.23 Uhr - Die Bahnhofstraße als Einbahnstraße? Nein, das kann sich Torsten Kobelt erst einmal nicht vorstellen, Ziel muss es immer sein, nicht zur zum Bahnhof hin, sondern auch von diesem weg zu kommen. Ausgangspunkt der Frage war es, wie die Strecken um den Marktplatz sicherer gemacht werden könnten. Eine konkrete Lösung kann allerdings keiner der Bewerber auf die Schnelle aus dem Ärmel schütteln.

20.17 Uhr - Frank Seidel steht klar hinter dem Bürgerbus und will die Ehrenamtlichen auch als Bürgermeister stark unterstützen. Diese Angebot habe einen hohen Stellenwert, sagt der SPD-Politiker.

Annika Bruck will die Straßenbahn sogar bis nach Kirchweyhe und letztlich auch nach Sudweyhe verlängern. „Das ist die Querverbindung, die uns fehlt“, sagt die Grünen-Politikerin. Kommen solle die Strecke bis nach Leeste sofort, wenn alle Klagen gewonnen seien, betont Dietrich Struthoff. „Da würden uns andere Gemeinden beneiden. Das hebt auch den Wert der Grundstücke,“ sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende, der als Einzelbewerber, aber mit Unterstützung seiner Partei bei der Wahl antritt.

Für eine Anbindung der Straßenbahn bis nach Sudweyhe spricht sich auch Torsten Kobelt aus. Als Bürger Ahausens könne er nicht ohne Auto, würde das Angebot in Sudweyhe aber sehr gerne nutzen.

20.10 Uhr - Dietrich Struthoff wirbt für die verlängerte Straßenbahnlinie vom Roland-Center in Bremen-Huchting nach Leeste. „Wenn wir die Baustelle an der Neuenlander Straße bekommen, werden wir alle glücklich sein, dass wir eine solche Bahn haben.“

Tempo 30 auf sehr vielen Straßen in Weyhe hat Torsten Kobelt vorgeschlagen und steht zu dieser Aussage. „Das freut die Anwohner und dämmt den Lärm ein“, sagt er und wirbt auch für mehr Kreisel in der Gemeinde.

20.08 Uhr - In Sachen Verkehr wirbt Annika Bruck für Pedelecs - sie selbst fahre täglich viele Kilometer mit ihrem E-Bike zur Arbeit. Jeder solle sich hinterfragen, ob es auf kurze Distanz immer das Auto sein muss, sagt sie und erhält dafür deutliche Zustimmung aus dem Publikum.

20.04 Uhr - Dietrich Struthoff merkt an, dass Jugendliche in Weyhe oftmals gezwungen sein, „rumzuhängen“ - vor allem, wenn die Eltern Vollzeit arbeiten würden. Kontra bekommt er dafür von Annika Bruck und Frank Seidel. Den jungen Leuten dies zu unterstellen, könne sie als Mutter von drei Kindern im Jugendalter so nicht stehen lassen, sagte Bruck.

19.57 Uhr - Dietrich Struthoff sieht ein Problem in der Mobilität, die vor allem für ältere Bürger wichtig ist. Beim Bürgerbus gibt es ihm zufolge noch Ausbaupotenzial. „Wenn man über 70 kommt, wird das in manchen Ortsteilen zum größten Problem.“ Aber: „Alles kann die Gemeinde nicht leisten, da muss sich jeder auch selbst ein Stück weit organisieren.“

Annika Bruck blickt auf die Angebote für die Jugend. Die beiden Jugendhäuser sind für sie ein positives Beispiel, die Vereine machen zudem ganz viel Jugendarbeit. „Da sind wir alle engagiert - auch die Gemeinde durch ihre finanzielle Unterstützung.“

Wenn er wählen müsste, würde Torsten Kobelt nicht nur ein Kino, sondern auch ein Hallenbad bauen. Damit kontert er eine nicht ganz sauber gestellte Frage von Hans Willms. Der Moderator hatte betont, Geld spiele bei der Entscheidung keine Rolle. Klar, dass dann unter der Regie von Kobelt beides kommen würde.

19.51 Uhr - „Wir wollen als Gemeinde zusammenstehen und uns nicht auseinanderdividieren“, sagt Dietrich Struthoff und erhält dafür Applaus. Auch Annika Bruck ist es wichtig, dass sich niemand abgehängt fühlt. Das nehme sie aber auch bei anderen nicht wahr. Frank Seidel wirft einen Blick auf Dreye und Sudweyhe. „Dass da Einkaufsmöglichkeiten und ein Geldautomat fehlt, finde ich nicht gut.“

Torsten Kobelt sieht ein enormes Freizeitangebot in Weyhe - auch wenn er kein Fan von den ganz großen Events. „Das ist ein ausreichendes Angebot, was wir hier haben.“

19.45 Uhr - Wird Leeste mit dem Henry-Wetjen-Platz eine Konkurrenz für Kirchweyhe? „Nein“, sagt Frank Seidel. Er sieht in dem Areal einen lebendigen Platz, bei dem das Stadtmarketing und die dortige Werbegemeinschaft in der Pflicht sind, ebenso wie es am Marktplatz in Kirchweyhe der Fall ist. Dann können dann beide Plätze vom jeweils anderen profitieren.

19.42 Uhr - Zehn bis 15 Einheiten im sozialen Wohnungsbau pro Jahr zu schaffen, das sei realistisch, als Nachbargemeinde Bremens muss man das ganz klar sagen, betont Dietrich Struthoff. 

Um das Ortsbild Weyhes zu erhalten, müssen erhaltenswerte Gebäude identifiziert werden, sagt Annika Bruck, da müsse man dann als Gemeinde ran, um diese prägende Objekte zu bewahren,

19.37 Uhr - Der erste wichtige Themenkomplex ist die Wohnsituation in der Gemeinde. Dietrich Struthoff sieht eine Mischung als verschiedenen Bauformen als Mittel zum Ziel für attraktiven Wohnraum. Frank Seidel weißt darauf hin, dass die Gemeinde es im Rahmen des Baurechts in gute Bahnen geleitet hat, dass sie einen höchstmöglichen Einfluss darauf hat, was wo gebaut wird. „Das war früher mal anders, da sind wir aber nun auf einem guten Weg.“

19.30 Uhr - Nun geht es in eine flotte Fragerunde. Annika Bruck findet, die Leester Marsch als schönsten Ort, um sich in Weyhe aufzuhalten. Torsten Kobelt wird gefragt, welcher Ort wiederum der hässlichste ist und erinnert sich an den Marktplatz - allerdings in der Zeit, als er diesen zum ersten Mal erblickt hat. Heute sei das anders, so Kobelt. „Damals war da alle leer, das hat sich geändert.“

19.28 Uhr - Dietrich Struthoff schließt die Runde recht souverän ab, so weiß er zum Beispiel, dass Angelse, Hörden und Hagen nahezu aus dem alltäglichen Sprachgebrauch der Weyher verschwunden sind.

19.25 Uhr - Torsten Kobelt startet nicht ganz so souverän in die Fragerunde. „Das habe ich schon ein wenig befürchtet, dass ich da nicht so gut aussehe“, gesteht er am Ende ein. Frank Seidel wiederum schrammt bei drei Fragen nur knapp an der richtigen Antwort vorbei, weiß aber nach kurzem Nachdenken genau, dass der Marktplatz im Jahr 1997 eröffnet wurde. 

19.20 Uhr - Mit einem kleinen, lockeren Quiz über die Gemeinde Weyhe setzt Hans Willms die Diskussionsrunde fort. Annika Bruck beginnt und kann aus dem Stand alle Ortsteile der Gemeinde aufzählen. Auch die folgenden Fragen meistert die Grünen-Politikerin nahezu ohne Probleme.

19.18 Uhr - Der 50-jährige SPD-Politiker Frank Seidel ist Weyher durch und durch - seit 2011 ist er ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Weyhe. „Ich arbeite noch nicht im Rathaus, aber das soll sich nun hoffentlich bald ändern.“

19.15 Uhr - Dietrich Struthoff (Einzelbewerber) ist gebürtiger Weyher und seit nunmehr 26 Jahren Teil des Gemeinderats. Zeitweise war er als Landwirt im Familienbetrieb tätig, als Einzelbewerber will er für alle Bürger da sein, denn: „Das Rathaus gehört keiner Partei“.

19.11 Uhr - Annika Bruck (Die Grünen) lebt seit 14 Jahren in Leeste, seit 2011 sitzt sie für ihre Partei im Gemeinderat, seit 2016 als Fraktionsvorsitzende. „Mein Herzensthema ist die Bildung - als Mutter von vier Kindern.“

19.07 Uhr - Die vier Kandidaten stellen sich vor. Den Auftakt macht Torsten Kobelt (Die Partei). „Politikverdrossenheit sieht anders aus“, sagt der Mann, der seit einigen Jahren in Ahausen lebt, mit Blick auf die vollen Ränge. Im Gemeinderat sitzt der Politiker nunmehr seit drei Jahren.

19.00 Uhr - Hans Willms, Chefredakteur der Mediengruppe Kreiszeitung, eröffnet die Diskussionsrunde vor einem komplett gefüllten Saal. „Es ist großartig, so viele Weyher hier zu sehen, die sich dafür interessieren, wer künftig in der Gemeinde Bürgermeister oder Bürgermeisterin sein wird“, sagt er zur Begrüßung.

18.52 Uhr - Rund 26.000 Bürger Weyhes sind am 10. November aufgerufen, einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin zu wählen. Im Vorfeld der Wahl zeigten sich die potenziellen Wähler bei einer Straßenumfrage uneins, wer das Rennen machen wird. Fast alle gehen aber von einer Stichwahl aus, die am 24. November stattfinden würde.

18.48 Uhr - Alle Stühle sind jetzt besetzt, ein wenig Platz ist aber noch für alle, die mit Stehplätzen zufrieden sind. Auch die vier Kandidaten für das Amt des Verwaltungschefs sind nun eingetroffen.

18.30 Uhr - Schon weit vor dem offiziellen Einlass sind zahlreiche Plätze in der Tanzschule Reiners belegt gewesen. Insgesamt stehen aktuell im Saal 280 Sitze zur Verfügung. Das könnte heute bei der Podiumsdiskussion zur Weyher Bürgermeisterwahl richtig voll werden.

Original-Artikel vom 22. Oktober 2019:

  • Bürgermeister-Wahl in Weyhe am 10. November
  • Vier Kandidaten aus dem Rat treten an
  • Nachfolger von Andreas Bovenschulte gesucht
  • Podiumsdiskussion mit Live-Ticker am Mittwoch, 23. Oktober

Weyhe - In Weyhe wird gewählt und die Bürger sind aufgerufen, sich für einen der vier Bewerbern für das Amt des Bürgermeisters zu entscheiden: Im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Mediengruppe Kreiszeitung in der Dance & Event Tanzschule Reiners (Im Bruch) stellen sich die Kandidaten den Fragen von Moderator Hans Willms, Chefredakteur der Mediengruppe Kreiszeitung. In diesem Artikel begleiten wir die Veranstaltung in Form eines Live-Tickers ab 18.30 Uhr.

Willms hat ein dickes Interview-Paket geschnürt, in dem es um Themen wie „Leben und Wohnen“, „Wirtschaft & Verkehr“, „Umwelt“ sowie „Rathaus & Verwaltung“ geht. Anschließend haben die Bürger die Chance, den Bewerbern Fragen zu stellen.

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Annika Bruck (Grüne) ist im Rennen um den Chefposten der Weyher Verwaltung (mehr als 600 Beamte und Angestellte) nicht nur die Jüngste, sondern auch die einzige Frau. Sie hatte bereits im Frühjahr ihren Hut in den Ring geworfen, als andere lieber noch zögerten.

Der Älteste der Runde ist Dietrich Struthoff. Er kandidiert als Einzelbewerber, weil er findet, dass „das Rathaus keiner Partei gehören sollte“. Er ergänzt: „Der Bürgermeister muss Bürgermeister für alle sein, unabhängig von der politischen Couleur.“

Im kleinsten Weyher Ortsteil Ahausen wohnt Torsten Kobelt (Die Partei). „’N beten Grütz ünner de Mütz is veel Nütz. Aver ‘n grot Hart ünner de West dat is best“, lautet sein Motto, das er auf Platt äußert. Kobelt will für Weyhe „weniger Großprojekte“.

Aus Kirchweyhe kommt Frank Seidel. Er möchte, dass es in Weyhe „lebenswert bleibt“ und will „eine Vielzahl von Maßnahmen“ weiterentwickeln. Der SPD-Politiker nennt Beispiele wie die Ortskernsanierung Leeste, Umgestaltung des Henry-Wetjen-Platzes, Rückholung der Netze in die kommunale Hand, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und die Umstellung der Straßenbeleuchtung – alles Dinge, die „ich maßgeblich mitgestaltet oder beantragt habe“.

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