Bürgermeister von Coulaines Gast in Weyhe

Franzose stellt sich gegen Nationalismus

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Der Bürgermeister von Coulaines, Christophe Roullion, will sein Deutsch verbessern.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Einen besonderen Gast hat Bürgermeister Andreas Bovenschulte gestern im Weyher Rathaus begrüßt: Seinen Amtskollegen Christophe Roullion aus der französischen Partnergemeide Coulaines. Er will sein Deutsch verbessern, sagte der Gast, deshalb nimmt er an einem Programm des Goethe-Instituts teil. Außerdem hat er in der Wesergemeinde viele Freunde besucht, denn über die rund 1000-Kilometer-Distanz besteht seit 45 Jahren eine feste Freundschaft zwischen den Bürgern. Er erinnerte auch an die bevorstehenden Besuche der Weyher in Frankreich, die die Partnerschaft gebührend feiern werden.

Er bleibt seiner Mission treu, die er als Vizepräsident der Vereinigung der französischen Bürgermeister mit Zuständigkeitsbereich Europa und Mitglied des Ausschusses der Regionen formuliert hat, nämlich „Europa seinen Bürgern wieder näherzubringen“ und zwar „mit einer intensiveren, besseren Kommunikation auf lokaler Ebene“. Deshalb hat er erneut alle Weyher eingeladen, ihre Partnerkommune zu besuchen. Damit würden sich die Bürger gegen die „gefährlichen Tendenzen“ stemmen, die er im zunehmenden Populismus und Nationalismus ausgemacht haben will. Der Franzose wünscht sich, dass junge Leute, die deutsch-französische Freundschaft wieder für sich entdecken. „Die brauchen wir mehr denn je“, stimmt Bovenschulte zu. „Die Zeiten der ritualisierten Treffen waren mittlerweile vorbei, weil man dachte, dass Europa stabil ist.“ Doch es sei wieder wichtig, dem völkischen Denken entgegenzuwirken. „Das gibt den Partnerschaften eine größere Bedeutung“, so Bovenschulte.

Roullion habe sich in Weyhe zum Thema Flüchtlinge erkundigt. Er findet es großartig, dass Weyhe die Schutzsuchenden dezentral unterbringt. Es sei auch bewundernswert, wie die Bürger und viele Gruppen engagiert daran arbeiten, die Menschen, die Krieg und Leid erlebt haben, in die europäische Gesellschaft einzugliedern. Rouillon, der öffentliches Recht und Politikwissenschaft unter anderem an der Universität Sorbonne in Paris studiert hat, will Weyhe in einem Gremium der Europäischen Union als ein „gutes Beispiel“ vorstellen. Er glaubt, dass Europa stark genug ist, auch eine große Zahl von Flüchtlingen zu integrieren.

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