Bürgergespräch in Melchiorshausen

Schnelles Netz statt schnellem Verkehr

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Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Dialog mit den Melchiorshauser Bürgern.

Weyhe - Von Uwe Goldschmidt. Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat sich am Donnerstagabend beim sechsten Bürgergespräch den Fragen, Wünschen und der Kritik von 150 Bürgern gestellt. Diesmal drehten sich die Themen um den Ortsteil Melchiorshausen – die Gaststätte Waldkater war restlos gefüllt.

Schon im Vorfeld des Treffens hatte der Verwaltungschef Schwerpunkte ermittelt und im Verlauf des Abends thematisiert. Eingangs kritisierten die Bürger den kränkelnden Ausbau des schnellen Internets. Die Installation liege in der Verantwortung der privaten Anbieter, die Gemeinde könne hier nur unterstützend tätig sein, entgegnete der Verwaltungschef.

Auf großes Interesse und Kritik stieß das Thema Verkehr mit den Aspekten Lärm, Raserei und Parken entlang der Bundesstraße 6 und an den anliegenden Straßen. „Drei Möglichkeiten gibt es, der Raserei zu begegnen“, führte Bovenschulte aus, „an die Vernunft appellieren, wer nicht hören will, muss fühlen und mit den Verkehrsteilnehmern sprechen“. Die Verwaltung setze dank der Anschaffung eines dritten mobilen Blitzgerätes für den Nordkreis auf Sanktionen. Vielfach wurde der Verwaltungschef mit der Frage nach Sicherheit, gerade für Kinder, im Straßenverkehr und Lärmschutz konfrontiert. Christina Tietz fand große Unterstützung für ihren Einwurf, dass zwar Schilder zum Schutz wandernder Kröten aufgestellt würden, aber die Kinder auf dem Weg zur Schule oder in die Kindergärten gänzlich ohne nahe Überquerungshilfen den Gefahren des Verkehrs ausgesetzt seien. Eine leichte, schnelle Lösung für dieses Problem habe er nicht, so Bovenschulte, aber laut Bericht der Unfallkommission gebe es auf dem Streckenabschnitt keine Häufung von Unfällen.

Wie in fast allen vorherigen Bürgergesprächen ärgerten sich auch die Melchiorshauser über den Zustand ihrer Straßen. Dort befänden sich tiefe Löcher, Regenwasser staue sich, und immer wieder komme es zu starker Staubentwicklung.

Ausgiebig erklärte Bovenschulte die Maßnahmen, die durch den Bauhof ergriffen würden, und dass die Gemeinde jährlich zwei Straßen auf Grundlage des Ausbauprogramms saniere. Weitere Aktionen seien nur mittels finanzieller Bürgerbeteiligung möglich und damit sehr schwer umsetzbar.

Nächster Themenschwerpunkt war die Bauplanung. Gefordert wurde die Möglichkeit der Lückenbebauung auf dem eigenen Grundstück, zum Beispiel für die eigenen Kinder. Dazu erläuterte der Rathauschef die Aufteilung der Kompetenzen zwischen Landkreis und Gemeinde und verwies auf die schwierige rechtliche Lage. Er selber wünsche sich, dass Melchiorshausen sich seine gewachsene Struktur erhalte.

Gerade als die Diskussion etwas ins Stocken geriet, wurde diese wieder belebt, als Claus Lange die Frage nach der Ansiedlung der Leester Firma GS Agri in Melchiorshausen stellte. Viele der Anwesenden fürchteten weitere Beeinträchtigungen und Wertverluste ihrer Immobilien, ähnlich wie nach der Ansiedlung des Wertstoffhofs an der Margarete-Steiff-Straße. Dazu verwies Bovenschulte auf das nötige Planverfahren in solch einem Fall und die Möglichkeiten der Information und Einflussnahme durch die Anwohner.

Nach über zwei Stunden konstruktiver und kritischer Diskussion bedankte sich der Bürgermeister bei den Melchiorshausern und versprach, mit ihnen im Gespräch zu bleiben.

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