Bürger fürchten Wespennester

Wespen bleiben nur bis zum Herbst

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Wespen flößen den Bürgern Angst ein. Doch eigentlich fürchten die Insekten eher den Menschen, sagt Ulf Panten.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Ihr Nest ist derzeit so groß wie ein Tennisball – doch das ist nur eine momentane Zwischengröße. In der unmittelbaren Nähe der Tür eines Geräteschuppens in Leeste hat sich eine Wespenkönigin einen Platz gesucht, um ihr Volk um sich zu scharen. Das Nest wird immer üppiger. Die kleinen Tiere suchen Holzreste, vermengen sie mit ihrem Speichel und erweitern ihren Bau mit Zellulose.

Die Insekten flößen Angst ein. Deshalb erkundigen sich derzeit Bürger unter anderem bei der Gemeinde, ob das Nest entfernt werden kann.

„Die Tiere sind geschützt“, sagt der Umweltbeauftragte Ulf Panten. Er rät, die Wespen grundsätzlich dort zu belassen, wo sie sind. „Sie haben Angst vor den Menschen und greifen normalerweise nicht an.“

„Nicht die Gemeinde, sondern der Landkreis als untere Naturschutzbehörde ist für den Artenschutz zuständig“, so Panten. Dennoch habe er ein Interesse, dass die Bürger wissen, was sie machen können. Sollte die Not sehr groß sein, sollten die Betroffenen Kontakt mit einem Wespenbeauftragten nehmen. Die Telefonnummern gebe er oder zuständige Landkreismitarbeiter heraus. Einer Vernichtung sei eine Umsiedlung vorzuziehen, lautet sein Rat.

Allerdings bittet Panten die Betroffenen, intensiv zu prüfen, ob die Insekten nicht doch bleiben könnten. Die Wespen verweilen nicht Jahre, sondern maximal bis zum Herbst. Es sei möglich, mit den geschützten Tieren zu leben, sagt er.

Wenn die Insekten beispielsweise einer chemischen Keule ausgesetzt sind, werden seiner Erfahrung nach nicht alle Tiere erfasst. „Meist sterben nur 30 Prozent ab. Der deutlich höhere Anteil des Volks bleibt außen vor.“ Die Folge: Der Rest der Tiere ist nicht begeistert. „Die Insekten sind dann garstig. Die Gefahr, gestochen zu werden, ist größer, als wenn man sie dort belässt.“

Im Eingangsbereich einer Schule, eines Kindergartens, des Freibads oder eines Geschäfts sei das etwas anderes.

Im Fall des Geräteschuppens kann Panten schnell aufklären. Dort gehe es um die traubenbauende Sächsische Wespe. Sie ist nur auf Eiweiß aus und ein nützlicher Schädlingsvertilger. „Diese Tiere sitzen auch nicht auf dem Kuchenteller.“

Die Wespen, die auf Süßes fixiert sind, leben in Erdlöchern. „Das ist ebenfalls eine geschützte Art“, sagt der Umweltbeauftragte.

Ulf Panten ermuntert die Bürger, die Furcht vor einer weiteren Art zu verlieren: Der Gemeindemitarbeiter macht sich für Hornissen stark: „Sie sind nicht reizbarer als Honigbienen.“

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