Treffen am Samstagnachmittag

Bürger helfen mit, klare Leitlinie für Ortskern zu finden

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Das ehemalige Gasthaus von Ottokar Amelung war früher Treffpunkt für Jung und Alt. Es traten dort angesagte Bands auf, und Vereine tagten im großen Saal.

Leeste - Von Sigi Schritt. „Der Termin am Sonnabendnachmittag ist nicht mit dem Deutschen Fußballbund abgestimmt“, witzelt Christian Silberhorn. Der Stadtplaner der Gemeinde glaubt aber, dass trotz der fast zeitgleichen Begegnung Werder Bremen gegen TSG Hoffenheim mehr als 150 Interessierte das von 14 bis 18 Uhr geöffnete Städtebau-Café im ehemaligen Saal der Gaststätte von Ottokar Amelung (Leester Straße neben der Sparkasse) aufsuchen werden. Die Gemeinde bewirtet ihre Gäste mit Kaffee, Kuchen und Eis und will dabei über die Baukultur sprechen.

Der Titel der mit dieser Veranstaltung beginnenden Reihe „Hallo Leeste – wir müssen reden“ erinnert daran, wie Paare oftmals Trennungsgespräche einleiten, doch weit gefehlt. Es geht am Tag der Städtebauförderung darum, die Bevölkerung in die Planungen der Neugestaltung des Ortskerns einzubinden. Silberhorn fordert die Bürger auf, in den folgenden Monaten und Jahren „eine zukunftsgerichtete Debatte“ zu führen. Zwar hätten Bürger nicht die letzte politische Entscheidungsmacht, aber sie hätten die Möglichkeit, sich intensiv an der Gestaltung und Planung zu beteiligen. „Ein guter Vorschlag wird nie in der Verwaltung und in der Politik kaputtgemacht“, so Silberhorn. Der Fachmann sagt, dass Verwaltung und Politik Bauqualität nicht ausschließlich über Bebauungspläne regeln könne. Es gehe auch um das Verständnis der Bürger und Investoren.

Bevor das Improvisationstheater Bremen die Frage aufwirft, wie Leeste im Jahr 2025 aussehen könnte, will Bürgermeister Andreas Bovenschulte die Gäste begrüßen und in die Thematik einführen. Die Schauspieler werden sich rund eine halbe Stunde lang dem Thema auf eine künstlerische Art und Weise nähern. Die Zuschauer haben die Möglichkeit, durch Zuruf eines Stichworts die Handlung des Stücks zu beeinflussen.

Impulsreferat von Steffen Nadrowski

Es folgt ein Impulsreferat von Steffen Nadrowski. Der Leiter des zuständigen Fachbereichs will seinen Zuhörern einen Überblick über bisherige Planungen für den Ortskern geben und Möglichkeiten skizzieren. Ab 15 Uhr stehen Verwaltungsmitarbeiter an Infotischen bereit, um Fragen zu beantworten. Sie nehmen aber auch Anregungen auf.

Gleichzeitig wollen die Rathausmitarbeiter erfahren, ob es Bürger gibt, die Lust haben, langfristig in einem noch zu bildenden Sanierungsbeirat mitzuarbeiten. Dem Verwaltungschef reicht es nicht, Politik, Fachleute aus dem Rathaus und Interessenvertreter einzubinden. Um eine möglichst breite Sicht zu bekommen, sollen sich interessierte Bürger beteiligen. „Es wäre vorteilhaft, wenn sie aus Leeste kommen“, so Bovenschulte.

Der weitere Fahrplan sieht vor, im September der Frage nachzugehen, was Baukultur in Leeste bedeutet. Dazu plant die Gemeinde einen Rundgang mit Städtebauern und Architekten und begutachtet den Ortsteil unter fachlichen Gesichtspunkten. Eine Diskussion darüber soll folgen.

Blick über die Gemeindegrenze hinaus

Im November will die Gemeinde über ihre Grenzen hinweg schauen. „Wie machen es andere“, lautet die Leitfrage, die ein Experte im Rahmen einer Diskussion beantworten soll. Erst im März des kommenden Jahres will die Verwaltung im Rahmen eines sogenannten Werkstattverfahrens konkrete baukulturelle Anforderungen für den Ortskern stellen.

Eine Zwischenbilanz gibt es im Mai 2018. Dann öffnet das Städebau-Café zum zweiten Mal. Im Fokus stehen die vorläufigen Diskussionsergebnisse. Die Planer möchten wissen, welche Auswirkungen dies auf das Baugeschehen in Leeste hat.

„Wir ziehen ein dickes Schiff durch den Kanal“, kommentiert der Bürgermeister das Mammutprojekt. „Es ist ein wichtiges Zukunftsthema, bei dem es gelte, eine klare Leitlinie zu finden, so Bovenschulte.

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