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Virtueller Marktplatz für die Ukraine-Hilfe

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Von: Sigi Schritt

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Informationen in zwei Sprachen: Hartwig Wortmann (l.) aus Leeste und Bernhard Dziomba aus Dreye stellen ihre Internetseite im Rathaus Weyhe vor.
Informationen in zwei Sprachen: Hartwig Wortmann (l.) aus Leeste und Bernhard Dziomba aus Dreye stellen ihre Internetseite im Rathaus Weyhe vor. © Sigi Schritt

Zivilgesellschaftliches Engagement bündeln – das ist das Ziel, das der Leester Hartwig Wortmann und Bernhard Dzioma aus Dreye mit einer neuen Ukraine-Internet-Seite verfolgen. Die beiden Weyher haben diese Seite am Donnerstag im Rathaus vorgestellt.

Weyhe – Hilfsangebote im Internet gibt es viele – zum Beispiel auf Facebook. Doch nicht alle, die die Hilfe und Unterstützung für die Menschen aus der Ukraine anbieten möchten, sind bei Facebook registriert. Bei einer internen Informationsveranstaltung im Rathaus sei daher die Idee zu einer privaten Internetseite aufgekommen, über die sich Freiwillige, aber auch neu ankommende Ukrainer vernetzen können. Jetzt ist die Seite freigeschaltet.

288 Ukrainerinnen und Ukrainer sind derzeit in Weyhe, und sie bekommen jetzt im Netz einen Überblick über Angebote vor Ort in Weyhe.

Rund 60 Stunden Arbeit hat allein Hartwig Wortmann aus Leeste in die neue Ukraine-Internetseite gesteckt, die er privat betreibt. Der 67-jährige IT-Spezialist kümmert sich ebenfalls um die Seite des sogenannten Allerweltcafés (Lahausen) und hat die Internetseite der Leester Kirchengemeinde mitgestaltet.

Das Besondere an dieser neuen Internetseite: Sie ist nicht wie viele auf Deutsch, sondern auch auf Ukrainisch. Die Übersetzung der Menü-Punkte hat Bernhard Dziomba organisiert. Was die neue Internetseite alles anbietet? Zunächst einen Überblick über Anlaufstellen für Ukrainer sowie eine Übersicht über bestehende Treffpunkte. Dazu zählen das Allerweltscafé in Leeste, aber auch das Kirchencafé der katholischen Kirche in Kirchweyhe.

Auf den Seiten seien zahlreiche nützliche Links zu finden, mit denen sich die Menschen schnell orientieren können.

Unter anderem hat Hartwig Wortmann einen Marktplatzbereich programmiert. Wer zum Beispiel etwas verschenken möchte oder etwas sucht, kann dort seinen Wunsch schnell mitteilen. Wenn jemand Wohnungseinrichtungsgegenstände abzugeben hat, könnte er dies in der Marktplatz-Rubrik mitteilen. Es sei aber ebenso möglich, ein paar Leute zum Grillen einzuladen. Es sei möglich, eine Begrenzung zu nennen. Motto: Die ersten fünf oder zehn, die sich melden, können teilnehmen. Dann könnte man diese Mitteilung wieder löschen. Es sei ebenfalls denkbar, ein Stück eines größeren Gartens als kleine Ackerfläche zur Verfügung zu stellen oder einfach Interessierten zu erlauben, Obstbäume zu ernten, die die Eigentümer selbst nicht mehr ernten können oder wollen. Die Möglichkeiten, die die Seite biete, seien vielfältig, so Wortmann.

Die Gemeinde freue sich sehr über dieses private Engagement, sagt der Sprecher Sebastian Kelm: „Die Spendenbereitschaft übersteigt unsere Möglichkeiten, etwas abzuholen“, so Kelm.

Weshalb trägt die Seite das Logo der Gemeinde Weyhe? „Es ist eine private Initiative, die von uns unterstützt wird“, so Kelm. Deshalb könne sie gerne das Logo verwenden. „Dieser Aspekt zeigt, dass es sich um ein seriöses Angebot handelt.“

Anfragen und Wünsche oder Angebot, die nicht in den Marktplatz passen, könnten auch an eine digitale Pinnwand geheftet werden, erläutert Hartwig Wortmann. Es gibt zudem noch einen internen, durch ein Passwort geschützten Bereich auf der Homepage: Er vernetzt die rund 60 Helfer, die sich mit der Gemeinde vernetzt haben. Dort seien unter anderem persönliche Daten zu finden, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Die neue Seite sei auch nachhaltig: Sollte sie von den Weyhern angenommen werden, würde sie ein weiteres Instrument sein, um Ehrenarbeit zu unterstützen, sind sich die Macher sicher.

Weitere Infos:

www.ukraine-hilfe-weyhe.de

Von Sigi Schritt

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