Integration am Esstisch

Fastenbrechen: Das Büfett öffnet erst um 21.53 Uhr

+
Die stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Söfty unterhält sich beim Fastenbrechen mit Abdelazim Adam. Der 28-Jährige stammt aus dem Sudan.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Weyher Integrationsbeauftragte Astrid Friedmann hat Wochenende im Weyher Rathaus zum Fastenbrechen mehr als 150 Menschen aus mehreren Nationen begrüßt. Sie stammen beispielsweise aus dem Sudan, aus dem Irak sowie aus Afghanistan und aus Syrien. Sie sind Flüchtlinge oder leben schon länger in der Wesergemeinde.

Die Muslime trafen dabei auf Christen und Menschen ohne Glauben. Unter die Gäste mischten sich am Freitagabend auch Kommunalpolitiker wie Elmar Könemund (Grüne), Frank Seidel und Sonja Eden (beide SPD) sowie Ingrid Söfty (CDU) und suchten das Gespräch.

Einlass in den Ratssaal war kurz vor 21 Uhr. Bis zur Eröffnung des Büfetts um 21.53 Uhr, das ein Catering-Unternehmen im kleinen Sitzungssaal aufgebaut hatte, mussten sich die Gäste noch gedulden. Beim Fastenbrechen gilt es, den Sonnenuntergang abzuwarten, klärte der deutschsprachige Imam Abdulrahman Emin auf. Außerdem verkürzten die Wartezeit Ansprachen von Isa Ciftci, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates der Wesergemeinde, und der stellvertretenden Bürgermeisterin Ingrid Söfty.

Die zahlreichen rustikalen Sitzgarnituren aus Holz, die sonst eher in Schützenfest-Zelten zu finden sind, waren gefüllt. Ein Helferteam hatte die Tische liebevoll mit Decken und Blumenschmuck verziert. Auch Integrationslotsen nahmen Platz.

Die Geste, das Rathaus für das Fastenbrechen erneut zu öffnen und das Trauzimmer als Gebetsraum zur Verfügung zu stellen, lobten die Gäste.

Die öffentliche Veranstaltung zum Fastenbrechen hat auch Familien ins Rathaus gelockt.

Die Binsenweisheit, dass man beim Essen leicht ins Gespräch kommt, hat sich wieder einmal gezeigt. So unterhielt sich Ingrid Söfty mit einem jungen Mann aus dem Sudan, der zwar erst seit dem Herbst vergangenen Jahres in Deutschland lebt, dafür aber schon sehr gut Deutsch spricht. „Ich habe Kurse belegt“, berichtete Abdelazim Adam. Doch am meisten profitiere er von den Dialogen und Erklärungen im Fernsehen und im Radio. „Der Deutschlandfunk gefällt mir sehr gut“, sagte er.

Der 28-Jährige hofft, in Weyhe oder zumindest in der Region einen Job als Buchhalter zu bekommen. Denn diese Tätigkeit hatte er in seinem Heimatland ausgeübt. Adam lebt nun in einer Wohngemeinschaft mit acht Personen in Kirchweyhe. „Ich habe nur nette Leute getroffen“, sagte er. Er sieht seine Situation realistisch: Er müsse die Sprache nicht nur sprechen, sondern auch schreiben können, um überhaupt an Chancen zu glauben.

Gegen Mitternacht bauten einige männliche Gäste mit einem Arbeitseifer die Tische und Bänke ab und griffen beherzt zu Staubsaugern, um auch die letzten Krümel zu entfernen.

Mehr zum Thema:

IAA 2017: Darauf dürfen sich Auto-Fans freuen

IAA 2017: Darauf dürfen sich Auto-Fans freuen

Top 10: Die zehn verrücktesten Hotel-Geschichten

Top 10: Die zehn verrücktesten Hotel-Geschichten

90. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Heesen

90. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Heesen

Kulturfest des Waldorfkindergartens Scheeßel

Kulturfest des Waldorfkindergartens Scheeßel

Meistgelesene Artikel

Siebte Auflage der Piazzetta in Bassum bei bestem Wetter

Siebte Auflage der Piazzetta in Bassum bei bestem Wetter

Arnold Fischer ist neuer Schützenkönig in Aschen

Arnold Fischer ist neuer Schützenkönig in Aschen

Motorradfahrer erliegt schweren Verletzungen nach Auffahrunfall

Motorradfahrer erliegt schweren Verletzungen nach Auffahrunfall

„Piazzetta wird immer mehr Bassum“

„Piazzetta wird immer mehr Bassum“

Kommentare