13.100 Einzelteile helfen über die Ochtum hinweg

Brücke im Baukastenprinzip entsteht mit THW-Unterstützung

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Weyhe hat ein mehrjähriges Großprojekt: Aus der Luft bekommt man einen Gesamteindruck von den Dimensionen der Baustelle. Am Ende wird alles zurückgebaut.

Dreye - Von Sigi Schritt. Sie ist 48 Meter lang, wiegt 200 Tonnen und besteht insgesamt aus etwa 13.100 Einzelteilen. Die Rede ist von einer sogenannten „Schaper-Krupp-Bundesbahn“-Brücke, auf der ab November in Dreye ICE-Züge, Regionalexpresse, die Nordwestbahn und der Schienengüterverkehr die Ochtum passieren sollen. Das Besondere an diesem Bauwerk: Die Brücke besteht wie ein Lego-System aus kompatiblen Teilen.

Sie werden von 50 Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) der Ortsgruppen Bassum, Sulingen und Syke in den nächsten zwei Wochen zusammengesetzt, die Verstärkung aus anderen Bundesländern bekommen.

Zwischenlösung soll am 1. November aktiviert werden

Mit einem hohen Aufwand erneuert die Deutsche Bahn (DB) seit Dezember vergangenen Jahres die in die Jahre gekommene Stahlbrücke über die an dieser Stelle zehn Meter breite Ochtum und über den etwa fünf Meter mächtigen Uferstreifen. Um diese Brücke unter dem rollenden Rad auszutauschen, müssen die Züge über Monate eine provisorische, zweigleisige Umleitung fahren, die auf den Flächen der Gemeinde und eines privaten Eigentümers entsteht.

THW errichtet Ersatz-Eisenbahnbrücke in Dreye

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Die DB will vom 1. bis 6. November die beiden Hauptgleise Bremen-Osnabrück auf jenen Umfahrungsdamm samt THW-Brücke – eine Zwischenlösung – verschwenken, den die DB zusammen mit weiteren Firmen baut. Dazu hatte die Bahn laut Baustellen-Chef Torsten Rehling unter anderem Spundwände ins Erdreich hineinvibriert, Widerlager errichtet und auch Fernmeldekabel sowie eine Trinkwasserleitung für Dreye und ein anderes Gewässer umgelegt. 

In den nächsten 14 Tagen werden nicht nur THW-Helfer aus ganz Deutschland, sondern auch Trupps der Ortsgruppen Bassum, Syke und Sulingen mithelfen, die Behelfsbrücke zusammenzubauen.

Weil der Untergrund – Wesersande und Auelehm – für das Projekt nicht tragfähig ist, musste der Boden durch Säulen verstärkt werden, bevor die Fundamente gegossen wurden. Das Widerlager samt Kammerwand hat eine Höhe von rund fünf Metern. Auf diese wollen die THW-Helfer die Notfallbrücke des Bundes, die für den zivilen Katastrophenfall in der Nähe von Trier vorgehalten und laut DB selten verwendet wird, im Baukastenprinzip zusammensetzen.

40 Lastwagenzüge für die Einzelteile benötigt

Allein 6500 Schrauben mit der gleichen Anzahl an Muttern müssen die Helfer fest drehen, kündigt der promovierte Naturwissenschaftler Frank Altenbrunn an, Vize-Leiter des Referats Einsatz/Grundsatz in der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.

THW-Helfer errichten Behelfsbrücke über die Ochtum

40 Lastwagenzüge hatten die Einzelteile in die Wesergemeinde gebracht, die das Team aus Ehrenamtlichen in den nächsten Tagen an die richtige Stelle montieren müssen. Um das Bauwerk über das Wasser zu schieben, baut das THW eine Stahlkonstruktion zusammen, die es als Schnabel bezeichnet. Auf einer Rollenbahn wird dieser Schnabel laut Altenbrunn vorgeschoben und die Brückensegmente angehängt. „Wenn die Brücke in ihrer endgültigen Position liegt, wird der Vorbauschnabel demontiert“, so Altenbrunn. Das Bauwerk wird im Anschluss hydraulisch in die Endlager abgelassen und gesichert. Der Zugverkehr soll bis April 2019 über die Behelfsbrücke rollen. In den Folgemonaten beginnt der Rückbau.

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