Dennis Kipker ist IT-Sicherheitsexperte

Uni Bremen ehrt Weyher Juristen

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Der Weyher Dennis-Kenji Kipker präsentiert seine prämierte Promotionsschrift.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Uni Bremen verleiht heute Abend den diesjährigen Preis für hervorragende Lehre im Masterstudium für die Vorlesung „IT-Sicherheitsrecht“ an den Juristen Dennis-Kenji Kipker. Der Leester ist in Weyhe CDU-Ratsmitglied.

Mit dem seit 1992 verliehenen Berninghausen-Preis ist auch eine Geldprämie in Höhe von 2 000 Euro verbunden. Es ist nicht Kipkers erste Auszeichnung: 2015 hatte er eine vom Senator für Justiz und Verfassung für seine Promotion bekommen. Die behandelt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. In diesem Zusammenhang macht der Christdemokrat mit deutsch-japanischen Wurzeln deutlich, dass das Leben in einer offenen Gesellschaft nicht durch einen unversöhnlichen Konflikt zwischen Freiheit und Sicherheit geprägt sein dürfe. Er plädiert für einen verfassungskonformen Ausgleich.

Dass es ihn nach dem Abi an der KGS Leeste (Jahrgang 2006, Gesamtnote: 1,0) an die Uni Bremen gezogen hatte, lag an Professor Benedikt Buchner, der den Schwerpunkt Datenschutzrecht angeboten hatte. „Das gab es nirgendwo sonst in Deutschland.“ Noch bevor Kipker 2011 das rechtswissenschaftliche Studium mit dem Ersten Staatsexamen und mit dem akademischen Grad „Diplom-Jurist“ abschloss, hatte er sich als studentischer Mitarbeiter bereits in Sachen Computer und Recht eingearbeitet und das Fundament für seine Forschungen gebaut.

Buch zum Cybersecurity-Recht

Der 30-Jährige blickt zurück: Zwar gab es in Deutschland 1977 bereits das erste Bundesdatenschutzgesetz, doch das war laut Kipker „ein zartes Pflänzchen“. Mit dem Urteil zur Volkszählung in den 1980er-Jahren fing dieses Recht an, Fahrt aufzunehmen. In diesem Jahrzehnt hatte die höchstrichterliche Rechtssprechung aus den ersten beiden Artikeln des Grundgesetzes ein neues Grundrecht geschaffen, eben das auf informationelle Selbstbestimmung.

Mittlerweile forscht der Leester auf dem Gebiet der IT-Sicherheit. Kipker, Lehrbeauftragter an den Hochschulen in Bremen, Bremerhaven sowie in Stuttgart und im nächsten Jahr auch Riga, hat sich mit diesem Thema in Deutschland einen Namen gemacht. „Ich gebe zusammen mit dem Beck-Verlag und anderen Autoren das erste Buch zum Cybersecurity- Recht heraus. Gestern hatten wir Autorenkonferenz in Frankfurt. Es soll im nächsten Jahr zu kaufen sein“, so Kipker.

Digitale Kommunikation

Seine Tätigkeitsschwerpunkte und weiteren Veröffentlichungen behandeln das Datenschutz- und IT-Sicherheitsrecht, Cybersecurity, Cyber Law, Haftungsrecht, Nachrichtendienst- und Polizeirecht sowie Medizininformationsrecht. Der Rechtswissenschaftler ist außerdem Mitglied in einigen Organisationen und Verbänden.

IT-Sicherheit richtet sich stets nach dem Stand der Technik. Sie kann laut Kipker nicht durch den Gesetzgeber definiert werden, sondern durch eine Normung. Das geschieht auf dem Gebiet der Elektrotechnik durch den Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE). Dort arbeitet der 30-Jährige als Projektmanager und kümmert sich um sogenannte sichere digitale Identitäten. „Es geht um die digitale Kommunikation von Behörden“, erklärt er. Kipker nennt das Stichwort E-Government und sagt, dass es bei der Kommunikation von Maschinen wichtig sei, dass die Daten „vom richtigen Computer“ entsandt werden.

Für das Bremer Institut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR) fungiert er außerdem als wissenschaftlicher Geschäftsführer und wirbt Forschungsgelder ein. Eine dreijährige Projektphase kostet immerhin 1,5 Millionen Euro. Mitarbeiter kosten ebenso Geld wie Konferenzen, Sachmittel und Ausbildungslehrgänge. So müssten viele Mitarbeiter von Unternehmen weiterqualifiziert werden, die sich plötzlich um IT-Sicherheit kümmern müssen.

Weyher Rat im Berliner Ministerium gefragt

Der Weyher ist auch als Experte in Berlin gefragt: „Anfang Dezember habe ich eine Anhörung im Bundeswirtschaftsministerium, weil ich ein neues chinesisches Gesetz kommentiert habe.“

Wie er erklärt, hätten die Chinesen ein Cyber Law herausgebracht. Das verpflichtet laut Kipker deutsche Unternehmen, für sicherheitsrelevante Produkte den Quellcode von Software den chinesischen Behörden offenzulegen. Mehr noch: Laut Kipker könnten chinesische Unternehmen zur Analyse der Daten herangezogen werden.

Im Ministerium will er für eine Abwägung plädieren. „Entweder deutsche Unternehmen exportieren bestimmte Waren nicht mehr nach China oder die Politik bringt ein ähnliches Gesetz heraus.“

Zum geistigen Ausgleich betätigt er sich politisch im Gemeinderat in Weyhe. Er ist Vorsitzender des Ausschusses für Sport und Kultur. Auf die Frage, welchen Tipp er für Bundeskanzlerin Merkel hätte, antwortet der Jurist mit dem Vorschlag der Minderheitsregierung. So werde jede Entscheidung von Fall zu Fall getroffen – die Kontrolle sei also größer denn je.

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