Bovenschulte im Dialog mit Kirchweyhern

Bürger kritisieren die Verdichtung

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Bürgermeister Andreas Bovenschulte steht im KGS-Forum den Fragen der Besucher Rede und Antwort.

Kirchweyhe - Von Rainer Jysch. „Zuhören, zusammenführen und gestalten“ lautet der Leitspruch von Weyhes Bürgermeister Andreas Bovenschulte bei der öffentlichen Einladung zu insgesamt neun Bürgergesprächen in allen Ortsteilen der Gemeinde. Termine von April bis Oktober hat er dafür angesetzt.

Nach dem ersten Treffen im Ortsteil Lahausen ging am Donnerstagabend im Forum der KGS Kirchweyhe der zweite Teil der Gesprächsreihe über die Bühne. „Mein Ziel ist, etwas aus den Ortsteilen mitzukriegen und zu lernen, was die Menschen bewegt und wo vor Ort der Schuh drückt“, erklärte Bovenschulte am Rande der Veranstaltung.

Das Interesse war groß: Rund 80 Bürger hatten ihm schriftlich Wünsche vorgetragen. Etwa ebenso viele Besucher zählte auch die Veranstaltung im KGS-Forum, bei der die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith als Moderatorin fungierte.

Aus den schriftlichen Bürgerfragen zitierte Bovenschulte die Schwerpunkte, wobei er bemerkte, dass über 90 Prozent der Absender ihren Ortsteil Kirchweyhe als „liebens- und lebenswert“ zu schätzen wissen. Der „tolle Marktplatz“, die „guten Einkaufsmöglichkeiten“, die Kultur-, Sport-, sozialen und medizinischen Angebote in erreichbarer Nähe waren dafür als Gründe genannt worden. Allerdings sehen einige die im Ort noch vorhandene Ruhe gefährdet durch die zunehmende Bebauung mit sogenannten Stadtvillen. „Mit weitem Abstand ist die verdichtete Bebauung in Kirchweyhe die Hauptsorge der Absender“, sagte Bovenschulte. Dies klang ebenfalls in den mündlich vorgetragenen Themen an. „Das ist eine große Herausforderung für die Verwaltung“, so deren Chef.

Der zunehmende Verkehr, insbesondere durch die häufigen Lkw-Anlieferungen bei den zentral gelegenen Supermärkten, seien Kritikpunkte von genervten Bürgern. Dazu gehöre auch nächtlicher Lärm durch zu hohe Geschwindigkeiten von Autos und Motorrädern. Weitere Problemstellungen ergaben sich aus zu knappen Parkmöglichkeiten sowie dem schlechten Zustand bestimmter Straßen und Gehwege. „Überall da, wo die Sicherheit gefährdet ist, schreiten wir ein“, sagte Bovenschulte. Dem seien Grenzen durch reduziertes Personal und mangels erforderlicher Finanzmittel gesetzt.

In den zahlreichen Wortmeldungen ging es weiter um Hundekot, zu wenige Müllbehälter, mangelnde Oberflächenentwässerung und dem Wunsch nach zusätzlichen Zebrastreifen zur sicheren Querung stark frequentierter Straßen. Auch Fragen zur Unterbringung von Asylsuchenden, deren Zahl steigen wird, bewegte die Bürger.

Am Ende gab es zu sehr vielen Fragestellungen Klärungen oder erklärende Antworten. Die restlichen Themen wolle man als Hausaufgabe mit in die Verwaltung nehmen, um zu prüfen, was sich realisieren lasse, so Pundsack-Bleith. „Es hat sich gelohnt, dass ich heute Abend hier gewesen bin“, zog Bovenschulte für sich ein Fazit.

Das nächste Bürgergespräch beginnt am 21. Mai um 18 Uhr auf der schwimmenden Gaststätte „Smokey Island“ am Dreyer Wieltsee.

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