Weyher „Botschafterin“ taucht ab

Joline Mumme ist schwimmbegeisterte Stipendiatin in den USA

Joline hat mit ihrem Team schon erste Erfolge errungen.

Kirchweyhe / Albion - Von Maren Jensen. Mit einem Köpper springt Joline Mumme ins Becken. Nach ein paar Zügen kommt sie hoch. Wasserstrudel strömen über ihr Gesicht, bevor sie kurz abtaucht, um nach einem kräftigen Stoß wieder nach oben zu gelangen. Ehrgeizig krault sie durch die Bahnen und genießt jeden Zug.

Das Schwimmen ist für die 17-Jährige zu einer Leidenschaft geworden. Stundenlang trainiert sie, um in Bestform für die wöchentlichen Wettkämpfe zu kommen. Das Besondere: Joline Mumme lebt seit drei Monaten in den USA.

Der Bundestag hat die Kirchweyherin für ein Jahr als Stipendiatin nach Albion im Bundesstaat Michigan geschickt. Dort fungiert die Gymnasiastin als „Juniorbotschafterin“ und erlebt den amerikanischen Lebensstil in einer Gastfamilie. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig hatten Mumme ausgewählt.

Langweile ist für Joline in den vergangenen drei Monaten zu einem Fremdwort geworden: „Ich stehe um 4.30 Uhr morgens auf. Dann geht es von 5.30 bis 7 Uhr morgens zum Schwimmtraining“. Direkt im Anschluss sitzt sie Schulunterricht. Konzentriert paukt sich die Jugendliche durch die Fächer Englisch, Psychologie, Mathe, Anatomie, amerikanische Geschichte und Spanisch. 

Zwischendurch gibt es eine 25-minütige Mittagspause. Die Schule endet um 14.30 Uhr. Doch nur eine Viertelstunde bleibt ihr zum Ausruhen. Dann widmet sie sich erneut dem Schwimmtraining. Erschöpft fährt sie eine Stunde später mit dem Bus nach Hause. Dort fällt sie nach dem Abendessen und Hausaufgaben schnell ins Bett.

„Ich habe mindestens zwei Wettkämpfe pro Woche, weshalb meistens auch das Wochenende mit Schwimmen verplant ist“, sagt die Sportlerin. Nur der Sonntag sei ein freier Tag. Auch in Deutschland war die Schülerin in einem Schwimmteam. „Jedoch habe ich dort nicht so intensiv trainiert wie hier.“

Freunde und Familie stehen dem sportlichen Ehrgeiz eher skeptisch gegenüber. „Niemand in Deutschland versteht, warum ich das mache, aber hier lässt man sich einfach von der Teamgemeinschaft mitreißen.“ Mit dem Schwimmen verbinde sie auch ihre bisher schönsten Momente in Amerika. Der Höhepunkt: Ihre Schwimmmannschaft gewann die Meisterschaft. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn sich all die harte Arbeit auszahlt“, sagt sie.

Da die Saison bald endet schaut sich Mumme bereits nach einer neuen Sportart um. „Vielleicht trete ich im Frühling noch dem Track-Team bei, aber erstmal möchte ich es ruhiger angehen lassen. Auch in Deutschland möchte Joline weiter schwimmen. „Ich werde jedoch den Verein wechseln, da ich nun weiß, wie wichtig die Förderung gerade in diesem Sport ist. Bei dem, was ich hier leiste, kann ich es mir nicht vorstellen, unter meinem Leistungsniveau zu trainieren.“

Neben dem Sport ist Mumme auch politisch interessiert. Hautnah erlebte sie in den vergangenen Monaten den US-Wahlkampf. „Es war interessant, wie sehr die Amerikaner die Kandidaten gerade in den Medien schlecht reden. Das wäre in Deutschland doch verboten“, meint sie.

Ursprünglich war die 17-Jährige für den Demokraten Bernie Sanders. Als Trump die Wahl gewann, war es nicht einfach für die Schülerin. „Ich lebe in einer republikanischen Familie und musste deshalb schon einige Diskussionen führen“, sagt sie. Auch in der Schule sei das Klima politisch aufgeheizt. „Entweder sind meine Mitschüler totale Trump-Fans oder sie hassen ihn“, sagt sie. Dennoch findet sie die Zeit sehr spannend.

Aufgrund ihres Stipendiums konnte die 17-Jährige bereits nach Washington D.C. fliegen, um an Politik- und Geschichts-Workshops teilzunehmen, den Kongress besser kennen zu lernen und um mit Politikern ins Gespräch zu kommen.

Die Heimreise tritt Joline Ende Juni an. Danach möchte sie ihr Abitur machen und Psychologie studieren oder in der Krebsforschung arbeiten.

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