Gemeinde will Spaziergänger, Radfahrer und Hundehalter von Trampelpfaden in Ufernähe fernhalten

„Böttchers Moor benötigt dringend Ruhe“

Anwohner Erich Röpke schaut sich die neuen Hinweisschilder an, die die Gemeinde aufgestellt hat. Foto: Schritt

Leeste - Von Sigi Schritt. Ulf Panten, Umweltbeauftragter der Gemeinde, schlägt Alarm: Am Böttchers Moor in Leeste fehlen nach seiner Einschätzung „Gänse, Enten und Kormorane.“ Die habe es dort mal gegeben, sagt der Rathausmitarbeiter. „Heute kann man von Glück reden, wenn dort Graureiher auf Nahrungssuche mal einen Zwischenstopp einlegen“. Als Ursache sieht Panten die Menschen, die auf den Spaziergängen in genau die Bereiche vordringen, die „der heimischen Tierwelt als Lebensraum dienen sollen“.

In Zusammenhang mit der Rücknahme von Weidengebüschen, die in die Wasserfläche hineinragten, und den niedrigen Wasserständen (wir berichteten) sind dort sehr breite Uferbereiche entstanden. Auf denen haben sich Trampelpfade gebildet, die sich – das belegt eine Stippvisite – deutlich abzeichnen. „Diese Pfade sind aber keine offiziellen Wege für Spaziergänger, Jogger und Radler“, stellt Ulf Panten klar. Die ständige Unruhe am Wasser werde außerdem durch Hundehalter verursacht, die ihre Vierbeiner dort baden lassen. Dieser Umstand führe zu „massiven Störungen der Tierwelt“.

Um darauf hinzuweisen, hat die Gemeinde Zaunelemente aufgestellt und diese mit Hinweisschildern versehen. Allerdings ist es möglich, drum herum zu gehen. Es gehe nicht um eine Umzäunung, sondern laut Panten darum, ein Zeichen zu setzen.

Ein uneinsichtiger Spaziergänger zerstörte laut Panten bereits eine Hinweistafel. Selbst wenn keine Schilder im Uferbereich angebracht wären, gelten die Besuche der ungebetenen Gäste im Uferbereich wegen der massiven Beeinträchtigung der wild lebenden Tiere als Ordnungswidrigkeit. „Ähnlich verhält es sich auch mit einem Verstoß gegen die Hundeleinenpflicht in der Brut- und Setzzeit“, so Panten. Denn diese Pflicht gilt nach der Landschaftsschutzgebietsverordnung überall in der freien Landschaft, ob dort Schilder stehen oder nicht.

Ganz auf den Spaziergang am Böttchers Moor muss niemand verzichten, so Panten. Erholungssuchende sollten Verständnis für die Tierwelt zeigen und sich nur auf den ausgewiesenen Fuß- und Ratwegen aufhalten.

Das Böttchers Moor gehört in Weyhe zu den ältesten Landschaftsschutzgebieten. Es wurde laut Panten 1938 ausgewiesen und diente bis Mitte der 1970er-Jahre als Badesee. Nach der Einstellung des Badebetriebs hat sich das Gewässer mit seinen großzügigen Uferrändern zu einem Biotop entwickelt. Seit seiner Sanierung in den Jahren 2012 bis 2014 hatten sich „die floristische Artenvielfalt und die Insektenfauna positiv entwickelt“.

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