Bas Böttcher steht im Leester Kulturforum auf der Bühne und gibt einen Workshop mit KGS-Schülern

Slam-Poet sucht Nachwuchswortakrobaten

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Die Workshop-Teilnehmer hören die Geschichte von der „Traumstadt“.

Leeste - Von Sigi Schritt. Dass Lyrik und Dichtung alles andere als einschläfernd, sondern sogar spannend sein können, das hat der Wortakrobat Bas Böttcher Schülern der KGS Leeste bei einem Workshop vermittelt. Er animierte gestern eine Achtklässlerin sowie Schüler des zehnten und elften Jahrgangs selbst Texte zu schreiben und sie auch vorzustellen.

Bas Böttcher gibt zahlreiche Tipps, wie Schüler – das Bild zeigt Chiara (l.) und Lisa – selbst zu Slam-Poeten werden.

„Es war eine sehr inspirierende Arbeit mit euch“, ruft der 40-Jährige den Schülern zu. Der Mediendesigner gilt als Deutschlands bekanntester Slam-Poet, der seine Texte als rhythmischen Sprechgesang performt. Der Bremer, Abi 1994, hatte 1997 die erste Deutsche Meisterschaft zu diesem Thema gewonnen. Er ist mittlerweile weltweit unterwegs, lebt von seiner Wortakrobatik und ist auf vielen Bühnen zuhause, berichtet er. Der Künstler spart nicht mit Lob. So viele facettenreichte Texte habe er bei einem Workshop noch nie gehört. Die Schüler thematisierten Liebe, Sehnsüchte, aber auch Facebook-Freundschaften, Ballerspiele und Spielkonsolen.

Der Wortkünstler Bas Böttcher gab bereits am Dienstag im Leester Kulturforum mehrere Vorstellungen.

Judith Hüneken und Sinah Ehlert aus der G 10a lassen ihre Gedanken zur Stadt freien Lauf. Bas Böttcher lobt Zeilen und trägt die Worte der Leesterinnen leise interpretierend vor. Anschließend gibt er Tipps, damit sie den Text schleifen. Er schlägt ein schnelles Ende der Mini-Geschichte vor, die zum Schluss jedoch eine völlig neue Wendung bekommt. Dem Publikum gefällt es. Die Gymnasiasten starten weitere Reim-Orgien mit teilweise wilden Storys. „Ich freue mich, dass die Schüler nicht alles bierernst nehmen und Texte ausprobieren“, so Böttcher. Er hofft, dass die Schüler gedanklich beweglich bleiben und dass jeder für sich eine eigene Perspektive findet.

Dass Lyrik im Alltag präsent ist, merken viele Menschen nicht, doch singen sie Radiosongs etwa im Auto mit. „Im Englischen heißen die Texte Lyrics.“ Und das Pendant der Metrik bei den Gedichten sei nichts anderes als der Beat. Interessant werden Texte seiner Ansicht aber nur, wenn man sie in der Gemeinschaft teilen kann.

Das Gedicht mit dem Titel „Traumstadt“ von Judith Hüneken und Sinah Ehlert, beide G 10a:

„Die Entstehung einer Stadt, fängt an auf einem Blatt,

ganz platt.

Statt Watt,

entsteht hier nun eine Stadt.

Die Stadt schafft es jeden Tag aufs Titelblatt,

durch Rabatt in der Holzwerkstatt.

Aber das Holz wurde faul, denn die Raupe Nimmersatt schnappt zu mit ihrem Maul.

Die Ameisenstadt hatte die Raupe nun satt, und verbannte sie glatt.

Kracks!

Traum geplatzt!“

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