Bei der 61. Börse des Clubs der Vogelfreunde Hachetal waren sogar Waldvögel im Angebot

Treffpunkt für Züchter aus ganz Norddeutschland

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Hans Rohlfs aus Bramstedt (Bassum) mit seinen Pfirsichköpfchen.

Lahausen - Auch bei der 61. Vogelbörse, die der Club der Vogelfreunde Hachetal am Sonntag in der Lahauser Schützenhalle veranstaltet hat, waren die Parkplätze wieder knapp. Vogelfreunde aus dem gesamten norddeutschen Raum präsentierten hier Kanarienvögel, Wellensittiche, Großsittiche, Exoten und sogar einige Waldvögel, die allerdings nur an Züchter abgegeben wurden, die über eine offizielle Haltegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde verfügen. Zu ihnen zählte Holger Schloms, der aus Wilhelmshaven angereist war, um bei Jörg Decker aus Köln einen Stieglitz abzuholen. Beide Züchter hatten den Kauf bereits im Internet abgeschlossen und sich verständigt, die Übergabe in Lahausen vorzunehmen. Damit sparten sie sich ein lange Reise, zumal Decker ohnehin zu den ganz treuen Beschickern der Lahauser Vogelbörsen gehört.

Peter und Petra Anders aus Bremen-Nord hatten neben roten Farbkanarien auch einen gelbgesicht-hellflügeligen Wellensittich gekauft. Sie benötigten für ihre Zucht frisches Blut und zeigten sich gespannt, wie der gelbgesichtige-hellflügelige Wellensittich seine Farben vererbt. Während das Züchterpaar auf Fahti al Bastani wartete, erfuhr man nach wenigen Minuten die wichtigsten Grundlagen der Mendelschen Erbgesetze. Fahti al Bastani ist ein Flüchtling aus Syrien, der in der Nachbarschaft wohnt und sich für die Ziervogelzucht des Paares interessiert. Obgleich es große sprachliche Probleme gebe, könnten sie sich mit ihm wunderbar über die Vogelzucht verständigen und hatten ihm angeboten, ihn mit zur Börse nach Lahausen zu nehmen.

Die Preise seien günstig, sagten die Käufer. Die Anbieter dagegen waren nicht so zufrieden. „Die stöhnen immer“, behauptete ein junger Mann, der sich mit drei neuen Vögeln auf den Heimweg begab. Werner Menzel aus Wagenfeld bestätigte ihn, obgleich er selbst Anbieter ist. Er hatte schon mehr als die Hälfte seiner Japanischen Mövchen verkauft und ein bisschen Zeit, um von diesen Vögel zu erzählen, die sogar im Winter nach draußen flattern. Unter Züchtern werden sie auch als Ammenvögel bezeichnet, weil man ihnen fremde Eier unterschieben kann, die sie ausbrüten und anschließend auch die Jungvögel großziehen.

Hans Rohlfs aus Bramstedt hatte dagegen Probleme, seine hübschen Pfirsichköpfchen zu verkaufen. Es gebe zwar genügend Züchter dieser Art, aber Pfirsichköpfchen können sehr alt werden. „Daher ist der Bedarf nicht so groß“, erklärte er. Hans Grabau aus Scharmbeckstotel hatte mit seinen Sperlingspapageien ähnliche Probleme. Er führte das darauf zurück, dass die Anzahl der Züchter immer geringer werde. Er war nicht nur zum Verkaufen nach Lahausen gekommen. Er hatte bei einem anderen Züchter bereits ein Paar Diamanttäubchen für seine Zucht erworben.

Der ehemalige Vereinsvorsitzende Arnold Butt, der zusammen mit Harald Walz den erkrankten Vorsitzenden Michael Wessels vertrat, zeigte sich zufrieden mit dem Besuch. Der Verein hatte die Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde gut sichtbar ausgehängt und auch eine Umsetzbox eingerichtet, in der die Vögel von einem Käfig in den anderen gebracht werden, ohne dass sie entschlüpfen konnten.

„Einige meinen immer, dass ihnen das nicht passiert“, meinte schmunzelnd Alexander Haak aus Cloppenburg, als ein gelber Ziegensittich durch die Schützenhalle flatterte. „Irgendwann geht dem das Flugbenzin aus“, meinte ein anderer Züchter gelassen. Es dauerte tatsächlich nicht lange, bis der Vogel mit einem großen Kescher eingefangen war.

bt

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