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Henning Baumann aus Weyhe hat Blutkrebs und sucht einen Stammzellen-Spender

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Von: Gregor Hühne

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Henning Baumann.
Henning Baumann und seine Familie hoffen auf den passenden Spender. © Privat

Die Diagnose kam im Januar. Henning Baumann hat Blutkrebs. Aktuell ist er in einer Berliner Klinik und bekommt eine Chemo-Therapie. Seine Eltern, das DRK und das DKMS suchen nun gemeinsam einen passenden Stammzellen-Spender. Sie starteten den Aufruf: „Henning braucht deine Hilfe!“ und bitten alle, sich in der Spenderdatei des DKMS typisieren zu lassen.

Weyhe – Der 30-jährige Henning Baumann aus Weyhe hat Blutkrebs und braucht dringend eine Stammzellspende, um zu überleben. Dazu benötigt er – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen, der zur Stammzellspende bereit ist.

Seine Familie und Freunde versuchen gemeinsam mit der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) eine Online-Registrierungsaktion, um einen passenden Stammzell-Spender zu finden. Ihr Wunsch ist, dass sich nun viele Menschen bei der DKMS registrieren lassen.

Da die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für Henning Baumann bislang erfolglos war, wendet sich Hennings Familie auch an die Presse. „Henning braucht deine Hilfe!“, heißt die Kampagne, die möglichst viel Aufmerksamkeit generieren soll. Nur wer registriert ist, könne auch als Lebensretter gefunden werden.

Hennings Eltern, Beate und Siegfried Baumann, leben seit fast 29 Jahren in Kirchweyhe. Hier ist ihr Sohn Henning aufgewachsen und verwurzelt, erzählt seine Mutter dieser Zeitung. Im Januar kam die Diagnose ihres Sohns: Blutkrebs. Dann ging alles sehr schnell. Binnen Tagen kam er in eine Spezialklinik nach Berlin, und die Chemo-Therapie begann. Momentan ist er in einer Berliner Klinik.

Mitte Januar zogen auch Hennings Eltern in die Hauptstadt. Sie nahmen sich dort vorübergehend eine Wohnung, um ihrem Sohn nah zu sein. Mutter Beate kocht ab und zu für Henning. „In der Klinik gibt es fünf Gerichte.“ Die kenne ihr Sohn bereits rauf und runter.

Alle haben das gleiche Ziel. Es geht nicht nur um meinen Sohn, auch um andere, die Stammzellen brauchen.

Beate Baumann, Mutter von Henning

Henning selbst sei lebenslustig, voller Tatendrang, treibe Sport und verzichte seit Jahren auf Alkohol, fasst die DKMS zusammen. Er liebe guten Kaffee, Podcasts und ganz heimlich auch Gossip Girl. Gemeinsam mit Freunden gründete er 2018 ein eigenes Start-up in Berlin. Schon seit seiner Kindheit träume er davon, sich selbstständig zu machen und damit einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Ob Backpacking-Abenteuer oder Zehn-Tage-Schweigemeditation – Henning sei unternehmungslustig und habe noch viel vor.

Doch im Januar 2022 steht Hennings Welt plötzlich still. „Mein Bruder kämpft mit beeindruckender Willenskraft gegen den Krebs und blickt positiv in die Zukunft. Aber er kann diesen Kampf nur mithilfe einer passenden Spenderin oder eines passenden Spenders gewinnen“, so Anika, Hennings Schwester. „Henning ist ein totaler Familienmensch. Die Bedürfnisse seiner Mitmenschen sind ihm sehr wichtig. Er ist immer verlässlich und hilfsbereit.“ Aktuell ist er es aber, der Hilfe benötigt.

„Für eine Stammzellen-Spende kommen grundsätzlich die Geschwister in Frage. Bei Hennings Schwester passt jedoch eine Kleinigkeit nicht. Viele Faktoren spielen da eine Rolle“, sagt Mutter Beate Baumann. Hennings Cousins und Cousinen sowie die ganze Familie seien bereits typisiert – ohne Treffer. Beate Baumann bleibt zuversichtlich und freut sich über die große Anteilnahme. „Der Rückfluss ist kolossal!“, berichtet sie. „Alle haben das gleiche Ziel. Es geht nicht nur um meinen Sohn, auch um andere, die Stammzellen brauchen.“ Insbesondere dankt sie Ingrid Söfty.

DRK ruft am 8. April zur Typisierung auf

Das DRK Ortsverein Kirchweyhe plant nämlich so kurzfristig wie möglich am kommenden Blutspendetermin am Freitag, 8. April, zusätzlich eine große Stammzellen-Typisierung für Henning Baumann auf die Beine zu stellen. „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir helfen“, sagt die erste Vorsitzende Ingrid Söfty.

Stattfinden soll das ganze an der KGS Kirchweyhe von 15 bis 20 Uhr. Laut Söfty sind Blutspende-Kapazitäten für 320 Personen vorgesehen. „Möglich, dass es bei einem großen Ansturm zu Wartezeiten kommt“, bittet sie um Nachsicht. Es ist das erste Mal, dass der Ortsverein eine personenbezogene Typisierung organisiert. „Wir hoffen, dass wir diesem jungen Mann irgendwie helfen können“, sagt Ingrid Söfty. Erfahren habe sie von Henning Baumanns Erkrankung von Silvia Wintler, einer Freundin von Hennings Mutter.

Derzeit kommen die meisten Knochenmark-Spender aus Deutschland, berichtet Julia Ducardus vom PR-Team der DKMS. Die internationale gemeinnützige Organisation hat sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben. Sie wurde 1991 in Deutschland gegründet und verfolgt das Ziel, möglichst vielen Menschen durch Stammzell-Transplantation eine zweite Lebenschance zu geben. Seit der Gründung sei es mehr als 95.000-mal gelungen, Leben zu retten – das seien 20 bis 21 Menschen pro Tag, so Julia Ducardus. Aktuell gebe es rund elf Millionen registrierte Spender in den Datenbanken der DKMS.

Von den rund 7.651 Stammzellen-Spenden im vergangenen Jahr seien rund 5.500 Spender aus Deutschland gekommen. „Einer von etwa 100 kommt tatsächlich jemals als Spender in Frage“, so viele Abermillionen Kombinationen gebe es. Laut Julia Ducardus sei es: „Die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen.“ Eine Stammzellen-Typisierung muss im Leben nicht erneuert werden.

Spender werden

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Henning und anderen Blutkrebs-Patienten weltweit helfen. Möglich ist das Registrieren im Internet unter www.dkms.de/henning oder unter www.dkms.de/aktiv-werden/spender-werden. Die Registrierung ist kostenlos.

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