Engpass droht

DRK-Ortsverein Kirchweyhe appelliert: Bitte Blut spenden

Ingrid Söfty, DRK-Vorsitzende Kirchweye, und DRK-Beisitzer Werner Wittrock.
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Bitten und Appelle: Ingrid Söfty, DRK-Vorsitzende Kirchweye, und DRK-Beisitzer Werner Wittrock.

Die Blutkonserven werden knapp. Viele Spender sind zur Zeit im Urlaub und zusätzlich binden die Aufräumarbeiten nach der Flutkatastrophe viele ehren- und hauptamtliche Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Somit entfallen viele Blutabnahmen aus den normalerweise spendenstarken Gebieten.

Kirchweyhe – Blut ist dicker als Wasser – und es kann Leben retten. „Die Menschen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten brauchen jetzt unsere Solidarität“, so Ingrid Söfty, Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Ortsverein Kirchweyhe. Sie appelliert an die Spendenbereitschaft in der Gemeinde. Wichtig werden die Blutkonserven bei Unfällen, Operationen und bei Krebsmedikation. In den Sommermonaten schwinden die Reserven in ganz Deutschland.

Erschwerend kommt hinzu, dass nach der Flutlage in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vor zwei Monaten rund 2 500 ehren- und hauptamtliche Helfer des DRK bei der Krisenbewältigung im Einsatz sind. Dadurch fehlen die Kräfte bei anderen Aufgaben wie der Abnahme von Blutspenden in der Region. Normalerweise, so erzählt es Söfty, sei die dortige Bevölkerung für eine beachtliche Anzahl an Blutspenden im Bundesgebiet verantwortlich. Ebenso sei jedoch ein Großteil der Infrastruktur im Katastrophengebiet beschädigt. Daher falle eine beachtliche Anzahl an Blutspenden momentan aus, sagt Söfty. „Die ganze Organisation der Blutspenden ist in den Flutgebieten eingebrochen“, fasst Werner Wittrock die Lage zusammen. Er ist Beisitzer im DRK-Ortsverein.

Nun sei die Zeit, Solidarität zu beweisen. Söfty appelliert an alle gesunden Menschen, die Blut spenden können, jenes zu tun. „Wir hoffen, dass ganz, ganz viele Spender am Freitag kommen.“ Die Blutkonserven würden dringend benötigt. Der DRK-Ortsverein arbeitet für die Blutspenden mit der Gemeinde Weyhe zusammen. Diese stellt die Sporthalle der KGS, um einen großen und sicheren Raum für alle Beteiligten zu bieten. „Die Zusammenarbeit klappt hervorragend“, freut sich Söfty. Außerdem seien die Spender „sehr diszipliniert“. Sorgen bereite Söfty hingegen, dass die Zahl der ehrenamtlichen Unterstützer abnehme. „Früher hatten wir rund 40 Personen in einem Pool, aus denen wir dann die Leute angefragt haben“, so Söfty. Altersbedingt gebe es während der Coronalage Ausfälle.

Die ganze Organisation der Blutspenden ist in den Flutgebieten eingebrochen.

Werner Wittrock, DRK-Ortsverband Kirchweyhe

Die Zeiten hätten sich auch geändert, sagt Wittrock. Die Leute spendeten früher regelmäßiger Blut. Zwar kämen heute viele junge und auch Erstspender zu den Terminen, konstatiert Söfty, aber die kämen oft nicht mehr so häufig wie die Leute früher. Die ältere Generation hingegen galt als verlässliche Größe beim Blutspenden.

Bis wann darf ein Mensch überhaupt Blut spenden? „Da gibt es grundsätzlich keine Regelung“, so Söfty. Die Person müsse sich fit genug fühlen und ein Arzt müsse der Spende vor Ort nach einem Gespräch stets zustimmen. In der Regel liege die Altersgrenze grob bei 70 bis 75 Jahren.

Bei Migranten ist die Situation etwas komplizierter. Sie dürfen auch Blut spenden, müssen aber die Fragebögen zur Eingangsuntersuchung selbstständig ausfüllen können. Die Zettel gibt es nur auf Deutsch. Hintergrund sei der Datenschutz sowie die Absicherung, dass der Spendenwillige die Gesundheitsfragen wirklich versteht.

Blutkonserven

Die wichtigsten Blutmerkmale sind laut DRK die Blutgruppe und der Rhesusfaktor. Bei Bluttransfusionen muss die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut passen. Als Blutgruppe bezeichnet man die Einteilung aufgrund verschiedener Merkmale. Beim Kontakt mit fremdem Blut bildet das eigene Immunsystem Antikörper und es kommt zu Verklumpungen. Bluttransfusionen waren daher vor der Entdeckung der Blutgruppen durch den Österreicher Karl Landsteiner im Jahr 1901 nur zufällig erfolgreich und endeten oft tödlich.

Die Blutkonserven können derweil bei minus 30 Grad rund zwei Jahre gelagert werden – was praktisch nicht vorkomme. Nach der lokalen Blutspende durch das DRK in der Gemeinde Weyhe, transportieren die Teams die begehrte Biomasse nach Springe. „Der Kühlwagen kommt am Abend und die Fahrer bringen die Vorratscontainer dann ins Zentrallager. Da werden sie dann dorthin verteilt, wo sie gerade gebraucht werden“, berichtet Wittrock. In Springe unterhält der DRK-Blutspendedienst für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen ein nationales Lager- und Verteilzentrum für Blutkonserven.

Wer sollte kein Blut spenden? Das seien zunächst einmal Kranke und alle, die sich schlecht fühlen, zählt Söfty auf. Auch Personen, die kürzlich im Ausland aus einem Hochrisiko-Gebiet eingereist seien, sollten nicht zu einer Blutspende gehen, bittet Söfty. Gleiches gelte für Reisende aus Seuchen- und Malaria-Gebieten. Wer eine Impfung erhalten habe, dürfe bereits 24 Stunden danach zu einer Blutspende antreten.

Blutspende am Freitag

Die nächste Blutspende in Kirchweye ist am Freitag, 27. August, von 15 bis 20 Uhr in der Sporthalle der KGS Kirchweyhe. Nach der Spende erhält jeder Spender ein gepacktes Lunchpaket.

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