Jürgen Warmbold aus Weyhe verfasst Kriminalroman „Dumpfe Angst“

Blutige Melancholie

Jürgen Warmbold im Syker Wald „Friedeholz“: Hier spielt auch ein Teil seines Buches. - Foto: Grulke

Weyhe - Von Robin Grulke. „Sein Blick fällt auf ihr Foto, das auf seinem Nachtschrank steht. Mit ihren rötlichblonden Haaren, die ihr bis auf die Schultern fallen, ihrem schlanken Gesicht, den rechts und links der Nase sitzenden Sommersprossen und ihren leicht geschwungenen Lippen sieht sie Anna zum Verwechseln ähnlich. Aber Anna ist eine andere Geschichte. Eine Träne löst sich aus seinem Augenwinkel. Rasch drückt er sie weg.“

In seinem vierten Kriminalroman versetzt Jürgen Warmbold aus Weyhe seine Leser in die schwermütige Gefühlswelt des Künstlers Jannik Weynberg. Seit dem Verschwinden seiner Lebensgefährtin Anna vor drei Jahren geistert sie in Weynbergs Tagträumen umher, lässt ihn nicht los. Die Affäre mit Sarah – eine Frau, die Anna in vielen Punkten ähnlich ist – wird schnell zum Druckmittel des undurchschaubaren Polizeikommissars Michael Albrecht, der Weynbergs Dienste in eigener Sache ausnutzt.

Warmbold, seinerseits freiberuflicher Fachjournalist im Bereich Technik, versetzt sein Publikum in eine Atmosphäre, die man sonst nicht von ihm kennt: Melancholie spielt in „Dumpfe Angst“ eine tragende Rolle. „Sie gibt dem Ganzen Tiefe“, erklärt der 67-Jährige. Er schafft es, die Stimmung Szene für Szene unaufdringlich zu betonen, sodass der Leser langsam in seinen Bann verfällt.

Dabei spielt der Detailreichtum seiner Charaktere eine entscheidende Rolle. Man müsse die Figuren als richtige Menschen vor sich sehen können. „Wo sind sie aufgewachsen? Was motiviert sie? Warum fällen sie bestimmte Entscheidungen?“ Diese und viele weitere Fragen stellt sich Warmbold, wenn er eine Person „entwirft“. So gibt es kein perfektes Individuum ohne Ecken und Kanten, seine Absichten sind schwer durchschaubar – aber begründet.

Weynberg lässt sich von Albrecht zwingen, dessen ebenfalls vermisste Frau zu suchen. Wieso überlässt der Polizeikommissar den Fall nicht seinen Kollegen? Die zunächst unlogisch erscheinende Handlung des Kriminalromans „Dumpfe Angst“ tut sich im Laufe der Geschichte als zutiefst abgründig und als äußerst perfide auf.

Beim Schreiben lässt sich der gebürtige Braunschweiger Warmbold von allem Erdenklichen inspirieren. Egal ob im Zug auf dem Weg zu Terminen, beim Nordic Walking im Syker Friedeholz oder wenn er nachts nicht schlafen kann – Ideen werden notiert und festgehalten. So sammelte Warmbold seit 2008 fortlaufend neue Ideen und Ansätze, um das dann begonnene Literaturprojekt „Dumpfe Angst“ zu vollenden. Der Weyher nutzt außerdem eigene Erfahrungen und Kenntnisse, um die Figuren in ihrer Umgebung authentisch wirken zu lassen. So spielt die Geschichte zum größten Teil im Raum Bremen, wo er sich bestens auskennt.

Auch in anderen Bereichen der Kunst ist Warmbold aktiv. Das Coverbild seines Buches, eine Radierung, hat er selbst gestaltet. Diese künstlerische Tätigkeit teilt er mit dem Protagonisten Jannik Weynberg – genau wie seine Initialen.

Warmbold findet auch Gefallen an den Werken anderer Schriftsteller. Er nennt die mittlerweile verstorbenen Henning Mankell und Patricia Highsmith als zwei von ihm präferierte Autoren, auch die New-York-Trilogie von Paul Auster hat einen festen Platz in seinem Bücherregal.

Wer nach alledem Lust bekommen hat, einmal selbst ein Buch zu schreiben, dem sei Warmbolds Geschichte ans Herz gelegt: Er begann zu schreiben, um seiner Fantasie freien Lauf zu lassen: „Das ist etwas, bei dem mir niemand reinredet.“

Informationen zum Buch

Der Kriminalroman „Dumpfe Angst“ von Jürgen Warmbold ist im Mai dieses Jahres erschienen. Das 180-seitige Buch ist ebenso wie seine anderen Werke im Online-Shop Amazon erhältlich.

www.amazon.de

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