Spielsüchtiger prellt naiven Weyher um knapp 90.000 Euro

Das Blaue vom Himmel versprochen

Für den Betrug gab es eine Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Weyhe - Von Dieter Niederheide. Leichtgläubigkeit hat einen jungen Mann aus Weyhe um fast 90.000 Euro Ersparnisse gebracht. Er ging einem spielsüchtigen Betrüger auf den Leim, der ihm versprochen hatte, von ihm geliehenes Geld um ein Vielfaches zu vermehren.

Wegen Betrugs in sieben Fällen wurde der Mann von einer Strafrichterin des Syker Amtsgerichts in zwei Urteilen zur Rechenschaft gezogen. Einmal gab es wegen zweier Fälle unter Einbeziehung eines Urteils vom Amtsgericht Rotenburg ein Jahr und drei Monate, beim anderen Mal ein Jahr Gefängnis unter Einbeziehung von Urteilen der Amtsgerichte Nienburg und Braunschweig. Damit wurde es rechtlich auch möglich, dem Angeklagten eine Bewährungschance zu geben. Da der Verurteilte noch eine weitere Freiheitsstrafe von einem Jahr offen hat, droht im Falle einer erneuten Strafe die Verbüßung von mehreren Jahren Gefängnis. Ein Bewährungshelfer wurde ihm zur Seite gestellt.

Rückblende: Über einen Bekannten kommt das Opfer mit dem Angeklagten in Kontakt. Mit dem Versprechen, das Geld zu vermehren, entlockt der Betrüger zunächst 250 Euro. Unter fadenscheinigen Versprechungen versteht er es, dem Geschädigten mehrfach höhere Beträge abzuluchsen, unter anderem geht es um bis zu 24.000 Euro. Der Angeklagte verspricht, das Geld so anzulegen, dass es verdoppelt oder gar verdreifacht wird.

In einem Fall übergibt das Opfer dem Betrüger eine hohe Geldsumme, weil der ihm vorschwindelt, dass er Schrott ankaufen und gewinnbringend verkaufen will. Und eine Quittung über mehr als 20.000 Euro unterschreibt der Betrüger mit einem falschen Namen.

Erst als der Vater des jungen Mannes bemerkt, dass die Ersparnisse des Sohnes weg sind, fallen die Betrügereien auf. Der Vater schaltet die Polizei ein.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein, die ihm neun Betrugsfälle vorwarf. Zwei wurden eingestellt.

Der Weyher: „Er wollte das Geld gewinnbringend zurückzahlen, ich habe ihm geglaubt.“ Und das über einen längeren Zeitraum. Die Forderungen des Angeklagten seien immer höher geworden.

Vater des Opfers nimmt Entschuldigung nicht an

Der Angeklagte entschuldigte sich im Gerichtssaal bei dem Weyher per Handschlag. Als er sich auch bei dem Vater entschuldigen wollte, lehnte der mit den Worten ab: „Sie haben meinen Sohn um sein Vermögen gebracht, das kann ich nicht annehmen.“

Ein Polizeibeamter, der den Fall bearbeitet hatte, sagte aus, dass der Betrüger kein leichteres Opfer als den Weyher hätte finden können, er sei naiv und ehrlich. Sichergestellt wurden bei dem Angeklagten ein Mercedes, der nur bislang nicht verkauft werden konnte, weil der Angeklagte nicht mehr weiß, wo der Kraftfahrzeugbrief geblieben ist, wie er am zweiten Verhandlungstag an Eidesstatt erklärte. Eine entsprechende Erklärung muss er der Straßenverkehrsbehörde gegenüber abgeben, damit der Wagen verkauft werden kann.

Dieser zweite Verhandlungstag war notwendig geworden wegen der Bildung der Urteile unter Einbeziehung der Verurteilungen anderer Gerichte – ein, wie in der Verhandlung anklang, kompliziertes rechtliches Verfahren.

Das Urteil der Strafrichterin entsprach dem Antrag des Staatsanwaltes. Für die Bewährungschancen hatte sich der Anwalt des Angeklagten stark gemacht. Er wies auf die Kehrtwendung hin, die der erheblich vorbestrafte Mandant nach vielen Straftaten gemacht habe. Ursächlich dafür sei die Geburt seines Kindes. „Mich werden Sie vor einem Gericht nicht wiedersehen, darauf gebe ich mein Wort.“

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