Neu im Weyher Theater

Beziehungs-Wirrwarr mit „Ab heute bin ich Jungfrau“

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Wilde Turteleien spielen sich auf der Bühne ab.

Weyhe - Sie beweisen immer wieder ein großartiges Händchen für Komödien, die ganz genau den Amüsement-Nerv des Publikums treffen – und schrieben sich diesmal die beiden Hauptrollen förmlich auf den Leib: Aus der Feder von Frank Pinkus und Kay Kruppa stammt das neue Stück „Ab heute bin ich Jungfrau“, das jetzt – von Pinkus inszeniert – im Weyher Theater Premiere feierte.

Dass die Spielstätte damit einen Erfolgskracher im Programm hat, steht wohl schon jetzt außer Frage. Perfekt besetzt bietet die Komödie mit witzigen Dialogen, einigen schlüpfrigen Auftritten und einem bunten Beziehungs-Wirrwarr zwei Stunden beste Unterhaltung.

Darum geht’s: Markus (Kay Kruppa) hat gleich drei Freundinnen: Immer montags und donnerstags trifft er sich mit Steuerfachanwältin Senta (Isabell Christin Behrendt), dienstags und freitags ist Physiotherapeutin Luisa (Sarah Kluge) dran, und mittwochs und samstags landet er mit Hautärztin Julia (Josefine Heidt) im Bett. Letztere findet mitunter klare Worte: „Deine Rettungsringe sind unübersehbar geworden, der Lack ist ab“, sagt sie zu Markus. „Als Frau in meinem Alter muss man nehmen, was man kriegt.“ Sonntags gönnt Markus sich eine Pause von den Frauen, um sich angeblich um seine Mutter zu kümmern, die in Wirklichkeit aber bereits verstorben ist.

Die Männer in dem Stück haben so ihre Probleme mit der Frauenwelt.

Sein Lebensmodell gerät ins Wanken, als sein Freund Tom (Frank Pinkus) bei ihm einzieht. Nach fast 40 Ehejahren hat seine Frau sich von ihm getrennt. Tom verließ sein Zuhause – und die Paartherapeutin zog mit seiner Frau zusammen. Frustriert schwört Tom der Frauenwelt ab und beschließt: „Ab heute bin ich Jungfrau.“ Da wittert Harro, Markus‘ homosexueller Nachbar, seine Chance. „Da bietet es sich ja geradezu an, dass du mit dem Harro durchbrennst“, säuselt er. Joachim Börker mimt den Harro grandios.

Wenig später erscheint auch Michael, der Sohn von Tom, auf der Bildfläche. Ebenfalls verlassen von seiner Frau. „Was bist du für ein Schnuckelchen?“, nähert sich Harro auch Michael. Der wird überzeugend von Marco Linke gespielt. Und macht eine bemerkenswerte Wandlung durch: Steht er erst noch im Pullunder auf der Bühne, lässt er schon bald die Hüllen fallen. Während Markus sich ziert, sich für seine Freundin Luisa in Lack und Leder zu werfen, probiert Michael es aus. „Man kann ja wenigstens mal reinschlüpfen“, sagt er vorsichtig und stöckelt schließlich als Frank N. Furter aus der „Rocky Horror Picture Show“ in Strapsen und hohen Schuhen über die Bühne, die selbst mancher Frau die Schweißperlen auf die Stirn treiben würden.

Das Publikum ist restlos begeistert – und auch Luisa geht es nicht anders. Als sie, wie die beiden anderen Freundinnen von Markus, eines Sonntags bei ihm vorbeischaut, ist das Chaos komplett. Nach Kräften müht sich der dreifache Liebhaber, dass die Frauen einander nicht begegnen. Ein schier unmögliches Unterfangen. Sein Kumpel Tom hilft ihm, lässt sogar die verstorbene Mutter wieder auferstehen.

Doch es hilft alles nichts: Es kommt schließlich zum großen Showdown. Der Weg dahin ist gepflastert mit Situationskomik und einer überragenden schauspielerischen Leistung der Akteure, die allesamt in ihren Rollen glänzen: Frank Pinkus und Kay Kruppa genauso wie ihre drei Kolleginnen Isabell Christin Behrendt, Sarah Kluge und Josefine Heidt und auch Joachim Börker und Marco Linke. Das Bühnenbild tut sein Übriges zum Gelingen der Komödie: Denn Hermes Schmid und Lisa Kück haben es geschafft, auf zwei Ebenen drei Schlaf- und ein Wohnzimmer unterzubringen, in denen sich mitunter gleichzeitig Ereignisse abspielen: harte Massagen, wilde Turtelei oder gemeinsame Lesestunden.

Unterhaltung pur – das bietet „Ab heute bin ich Jungfrau“. Dass das Publikum dafür stehende Ovationen spendierte und mit guter Laune den Heimweg antrat, überraschte daher nicht.

Weitere Aufführungen

Der Spielplan des Theaters ist online zu finden: www.weyhertheater.de

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