Cerealien: Landwirte erwarten Missernte

Bestes Grillwetter lässt Getreidekörner vertrocknen

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Dieses Kornfeld liegt in Melchiorshausen. Das Getreide könnte laut den Landwirten Ole Töbelmann und Jörg Wagenfeld generell erheblich größer sein.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Des einen Freud, des anderen Leid: Während Freibad-Besucher und Grillfreunde das sonnige und warme Wetter feiern, ist die Stimmung unter den Landwirten in der Region nicht so gut. Sie klagen über mangelnden Regen und gehen von einer schlechten Getreideernte aus – das ist das Fazit des Leester Ortsvertrauensmanns Jörg Wagenfeld und des neuen Landvolk-Bezirkssprechers Ole Töbelmann.

„Es wird jeden Tag schlimmer. Wenn das so weitergeht, brauchen wir gar nicht mehr zu ernten“, sagt Jörg Wagenfeld. Das Korn leidet unter der tagelangen Trockenheit“, erklärt er. „Die Wintergerste ist bereits stellenweise hell.“ Die ersten Schäden sind sichtbar.

Der Leester Landwirt hat die Wetterprognosen studiert und geht davon aus, dass die Temperaturen in den nächsten Tagen sogar weiter nach oben klettern und es auch wärmer als 30 Grad wird. Ein Abend am See werde dadurch heimeliger, aber die Körner auf den landwirtschaftlichen Flächen „haben keine Chance, sich zu füllen“. Selbst ein Gewitterschauer würde nicht viel bringen – der Ertrag sei schon weg.

Insgesamt seien für diesen Monat nur zwei Liter pro Quadratmeter gemessen worden – das sei jetzt der trockenste Monat seit den Wetteraufzeichnungen, so Wagenfeld. Die Probleme begannen bereits im Herbst bei der Einsaat. Die Böden waren so feucht, dass die Pflanzen nur flache Wurzeln bildeten, weil das Wachstum in die Tiefe nicht angeregt worden war. Nun, mehr als ein halbes Jahr später, kommen die Wurzeln nicht in etwas tiefere, feuchtere Schichten heran. Es ist laut Wagenfeld zwar möglich, Felder zu beregnen – solche Anlagen, die Tag und Nacht laufen, „lohnen sich nur für Kartoffelanbauer“. Eine schlechtere Ernte sei nicht grundsätzlich ein Problem, wenn gleichzeitig die Preise steigen würden. Dies wäre ein Korrektiv. Doch danach sehe es nicht aus, so Wagenfeld. „Wir produzieren zu Weltmarktbedingungen. Entscheidend ist, wie das Wetter in den USA, in Russland und Australien ist, und welche Folgen sich daraus ergeben.

Keine Auswirkung auf den Weltmarkt

„Selbst wenn ganz Norddeutschland vertrocknen würde, würde es den Weltmarktpreis nicht kratzen“, sagt der Kirchweyher Landwirt Ole Töbelmann. Auch er klagt über die Preise, die gegenüber den Vorjahren sinken.

Die Stimmung könnte zwar besser sein, sie sei aber noch nicht völlig am Boden, so Töbelmann. Das liege daran, dass die Landwirte in der Region nicht nur auf eine, sondern auf mehrere Früchte setzen. Außerdem gebe es nicht nur trockene Sandböden, sondern auch Lehmböden wie in der Leester Marsch, die Wasser bedingt speichern.

Außerdem hätten einige Landwirte im vergangenen Herbst die schlimmsten Felder nicht bestellt. Sie haben dadurch Kosten gespart, denn sie hätten diese Äcker im Frühjahr umpflügen müssen.

Wie die Maisernte anläuft und auch ausgeht, sei zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen. Es gibt laut Töbelmann und Wagenfeld viele Stellen, die gut aussehen, und andere, die unter den Erwartungen bleiben.

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