19 angehende Physiotherapeuten

Berufsschule: Debüt mit einer Klasse

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Georg Hövemann, örtlicher Bezirksleiter der Ludwig-Fresenius- Schulen, begrüßte die neuen Schüler und Gäste im Obergeschoss des Rudolf-Virchow-Hauses. 

LEESTE - Von Sigi Schritt. Das Gesundheitswesen in der Region bekommt Verstärkung: Die Ludwig-Fresenius- Schulen mit Sitz in Köln haben seit gestern in Weyhe einen neuen Standort. Zahlreiche Gäste, darunter Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Vertreter des Rats, folgten der Einladung zur Einweihung der Physiotherapieschule. Sie ist eine von insgesamt 25 in Deutschland und soll im nächsten Jahr den Standort Delmenhorst ersetzen – nämlich dann, wenn Investor Peter Flügge auf dem Medicum-Areal das neue Schulgebäude errichtet hat. Es hat Platz für weitere Fachrichtungen (wir berichteten).

Doch zunächst beginnen 19 Schüler in den frisch renovierten Räumen des Rudolf-Virchow-Hauses in Leeste ihre dreijährige Ausbildung. Es gibt derzeit noch sechs freie Plätze.

Eine der angehenden Physiotherapeutinnen: Liska Leoni aus Neubruchhausen. Die 19-Jährige hatte schon vor Jahren vor, eine Ausbildung zu beginnen, hatte aber nicht das nötige Geld für die private Berufsschule. Nach ihrem erweiterten Sekundarabschluss I an der Prinzhöfteschule und einer Finanzspritze ihrer Großmutter, bewarb sie sich und wurde angenommen. Erst vor wenigen Tagen sei sie mit einer Freundin nach Dreye gezogen, berichtet sie. Zum Besuch der Schule in Leeste, muss sie lediglich mit der Bahn eine Station innerhalb der Wesergemeinde fahren und einen kurzen Spaziergang absolvieren.

Eine von 19 Schülerinnen: Liska Leoni aus Neubruchhausen.

Schulleiter Patrick Jeske begrüßte die Neu-Weyherin ebenso persönlich wie jeden anderen Schüler und überreichte jedem nach aufbrandendem Applaus als Willkommenspakete einen Ordner mit Ausbildungsplänen, Kinesiotape und Thera-Übungsband. „Diese Dinge, spätere berufliche Arbeitsmittel, hätte ich mir fast gekauft“, sagt Liska Leonie erfreut.

Für die 19-Jährige geht ein Traum in Erfüllung. Sie wollte schon immer mit Menschen zu tun haben und möchte nach der Ausbildung in einer kleineren Praxis oder in einem Fitnessstudio arbeiten, bevor sie eine eigene Praxis eröffnet.

Im nächsten Jahr werden die derzeitigen Schulungsräume möglicherweise zum Verwaltungstrakt umfunktioniert, kündigte Georg Hövemann, örtlicher Bezirksleiter der Ludwig-Fresenius-Schulen, an. Er ist sich sicher, dass sich spontan noch weitere Schüler melden werden. Der erste Schritt am neuen Standort sei, mit dem Unterricht zu beginnen. Im nächsten Jahr wird auf dem Parkplatz ein weiteres Gebäude stehen, das nur für die Berufsschule vorgesehen ist.

„Wir werden aus Delmenhorst sowohl die Fachbereiche Ergotherapie als auch die Altenpflege herüberholen“, kündigte er an. Dann entsteht ein Campus für 200 Schüler in zwei Gebäuden.

Praxis von Uta und Jens Uhlhorn wird Ausbildungsstätte

Außerdem wird die Praxis von Uta und Jens Uhlhorn eine Ausbildungsstätte. Das Duo hatte auf der Suche nach Nachwuchskräften erfolgreich den Kontakt der Ludwig-Fresenius-Schulen zum Investor und zur Gemeinde hergestellt, berichtete der Bezirksleiter.

Außerdem will die Berufsschule expandieren. Hövemann hat mit dem Bürgermeister schon weitere Projekte besprochen. Der Standort Weyhe sei ideal, um Sozialassistenten und Erzieher auszubilden, skizzierte Prokuristin Gabriele Stahlberg Möglichkeiten.

„Der Beruf, den Sie lernen, ist ein Mangelberuf“, rief Bürgermeister Andreas Bovenschulte zu den Schülern. Der Bedarf an Fachkräften sei allein in der Wesergemeinde immens. Es sei ein positives Signal, dass die Berufsschule erweitert wird. Er hofft, dass die Schüler ihren Lebensmittelpunkt über die Ausbildung hinaus in Weyhe finden.

www.ludwig-fresenius.de

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