Musik-Event am Dienstag ab 16 uhr

Weyher Marktplatz wird 20: Ein Berg musste weichen

+
Mitten in der Bauphase wurde der Marktplatz vom 19. bis 21. September 1997 eingeweiht. Das Theater und Teile der Marktpassage fehlen noch, während auf dem „roten Platz“ Dirk Busch ein Open-Air-Konzert gab. Das Bild entstand am 20. September. 

Kirchweyhe - Von Wilfried Meyer. Vor 20 Jahren entstand der Marktplatz und hat das Ortsbild in diesem Kirchweyher Teil stark verändert. Schnell ist vergessen, wie es dort früher einmal aussah. Wenn ältere Einwohner über „ihre Berge“, den Post- und Barackenberg, sprechen, reagieren die Jüngeren oder Zugezogenen mit fragenden Blicken.

Dort, wo mittlerweile alle möglichen Veranstaltungen in Zelten oder open air über die Bühne gehen, das Theater unzählige Besucher anzieht, Gäste in Restaurants oder draußen ihr Eis und Getränke genießen, zahlreiche Geschäfte und Supermärkte ihre Waren anbieten – genau dort befand sich der Postberg, umgeben von Ackerland und Weiden.

Es war das Überbleibsel einer 1913 geplanten Brückenrampe, die die Schranke an der Bahnhofstraße umgehen sollte. Ein Jahr danach begannen die Erdarbeiten mit gelbem Heidesand, der aus der Lüneburger Heide stammte und beim Bau der Eisenbahnstrecke Uelzen – Walsrode anfiel. Der „Allgemeine Anzeiger“ vom 8. Februar 1913 schreibt: „Seit einigen Tagen liegt beim Gemeindevorsteher der Plan für den Erweiterungsbau des hiesigen Bahnhofs vor. Die Überfahrt bei Oetjen (heute „Kirchweyher Hof“) wird aufgehoben und statt dessen eine Überführung gebaut. Die Gastwirtschaft wird verschwinden, da die Bahn das Grundstück ankaufen will ...“

Im Oktober 1980 entstand das Luftbild von der Bahnhofstraße und Umgebung. Oben links ist der Postberg, umgeben von Ackerland und Wiesen, gut zu erkennen. Dort ist heute der Marktplatz.

Wir wissen, dass alles anders kam. Der Erste Weltkrieg und die wirtschaftlichen Probleme mit Inflation machten alle Pläne zunichte. Das frühere Gasthaus Oetjen steht immer noch, und die Brückenrampen blieben rund 70 Jahre lang als Torso in der Landschaft liegen.

Für die Kinder entwickelten sich die Sandberge zu ihren Lieblingsspielplätzen. Sie nannten sie „Baracken- und Postberg“. Auf der westlichen Seite wegen der dort stehenden Holzbaracken, die schon im Ersten Weltkrieg für die Versorgung der Soldaten aufgestellt wurden und die man später zu Flüchtlingswohnungen umfunktionierte. Die östliche Rampe erhielt ihren Namen nach der Post an der Bahnhofstraße, weil die geplante Straße genau hier einmünden sollte. Heute unvorstellbar, wenn dort der gesamte Ost-West-Straßenverkehr zusammenliefe.

Gute Erinnerung an Zigaretten und Rodelbahnen

Ganze Generationen von Lahauser und Kirchweyher Kinder erinnern sich gerne an diese Berge. Oben hatten sie kleine Sandburgen und -mulden gebaut, wo man gefahrlos die erste heimliche Zigarette rauchen konnte. Im Herbst war es fast alltäglich, dass wieder mal Stückchen vom trockenen Gras brannten, angekokelt von den Kindern. Im Winter waren es die tollsten Rodelberge, denn wo sonst gab es einen Berg. Dass die Lahauser und Kirchweyher Kinder hin und wieder „Revierkämpfe“ um den Postberg ausfochten, ist auch überliefert.

Seit 1994 hatten die Sandberge ausgedient, sie wurden abgetragen und machten für die Bahnüberführung (Hauptstraße) Platz. Eine Umgehung nicht nur, wie mal geplant, der Schranke, sondern großer Bereiche von Kirchweyhe. Der Postberg musste für den Marktplatz weichen, der jetzt 20 Jahre alt wird.

• Den Geburtstag feiert die Gemeinde am Dienstag ab 16 Uhr mit der „Weyher Nacht der Musik“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Trommelzauber-Aufführung in der Grundschule

Trommelzauber-Aufführung in der Grundschule

Hier müssen Sie jetzt draufzahlen - und wo Sie viel sparen können

Hier müssen Sie jetzt draufzahlen - und wo Sie viel sparen können

Neue FC-Bayern-Dienstwagen: Ein Star erstaunlich PS-bescheiden - ein anderer fährt Hybrid

Neue FC-Bayern-Dienstwagen: Ein Star erstaunlich PS-bescheiden - ein anderer fährt Hybrid

Diese 10 Dinge sollten Sie aus Ihrer Küche entfernen

Diese 10 Dinge sollten Sie aus Ihrer Küche entfernen

Meistgelesene Artikel

Top-News aus der Region direkt aufs Smartphone

Top-News aus der Region direkt aufs Smartphone

Milchtankstellen und mehr: Direktverkauf im Kreis Diepholz

Milchtankstellen und mehr: Direktverkauf im Kreis Diepholz

Zimmermeisterin Annika Perlmann berichtet von ihrer Wanderschaft

Zimmermeisterin Annika Perlmann berichtet von ihrer Wanderschaft

Horst Evers präsentiert Comedy ohne Haudrauf-Rhetorik

Horst Evers präsentiert Comedy ohne Haudrauf-Rhetorik

Kommentare