Beratungsstelle für Senioren auf der Kippe / Mit Expertin geht Fachkenntnis

Hilfsmittel im Alter – oder: Mehr Autonomie wagen

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Lilja Helms

Weyhe - Von Philipp Köster. Möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben – das ist Kernthema der Seniorenarbeit in Weyhe und Stuhr. Oder frei nach Altkanzler Willy Brandt: Mehr Autonomie wagen.

Damit dieses Ziel gelingt, dass ältere Bürger, inbesondere allein stehende, zu Hause bleiben können, hat die Gemeinde Weyhe bis Ende 2015 die Beratungsstelle „Besser leben durch Technik im Alter“ beherbergt. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt mit einem Umfang von 200000 Euro war zu 100 Prozent vom Bund finanziert worden.

Nun stellte sich die Frage nach der Weiterfinanzierung und der Trägerschaft. Zumindest für das kommende halbe Jahr wollte der Landkreis die Kosten übernehmen. Der Verein Pro Dem würde als Träger fungieren. Gerontologin Debora Stockmann könnte als Beraterin also vorerst weitermachen. Finanziell auf die Beine des Landkreises gestellt, ginge ihre Arbeit entsprechend mit einer Ausweitung des Aufgabengebiets einher. Stockmann würde künftig die sechs Seniorenservicebüros und Pflegestützpunkte aufsuchen, um ihr Wissen weiterzugeben.

Konkret geht es ihr um Themen wie ebenerdige Badgestaltung, seniorengerechte Handys, Lichtsteuerung über Bewegungsmeldung, intelligente Medikamentenspender und barrierefreie Hauseingänge. „Denn was nutzt es, wenn man möglichst lange zu Hause leben können soll, aber das Haus gar nicht mehr verlassen kann?“, sagt Lilja Helms vom Pro-Dem-Seniorenservicebüro. Das Motto „ambulant vor stationär“ verliere dann seinen Sinn.

Apropos Schlagwort: Zu Anfang des Projekts habe der Begriff „Technik“ die Leute abgeschreckt, erinnern sich Stockmann und Helms. Besser sei, von Hilfsmitteln zu sprechen. Denn spätestens wenn bei einem Hausbesuch über die Beantragung einer Pflegestufe gesprochen werde, laufe es auch auf das Thema Hilfsmittel hinaus. „Mit einem Rollator ist es jedenfalls nicht getan. Es gehört mehr dazu“, sagt Quartiersmanagerin Christin Brümmer.

Das haben auch die Firmen erkannt, die inzwischen im Technikbeirat mitmachen. Analog zum Klimaschutznetz „Weyhe plus“ engagieren sich Unternehmen, die bei der altersgerechten Umgestaltung hilfreich sind und sich damit ein neues Geschäftsfeld eröffnen.

Ob es mit der Beratungsstelle tatsächlich weitergeht, ist aber ungewiss. Gestern Nachmittag zog Lilja Helms die Bremse. Stockmann wolle sich eventuell beruflich verändern – mit ihr würde aber auch ihr Expertenwissen gehen. Und ob der Landkreis vor diesem Hintergrund noch als Mittelgeber fungieren würde, sei zweifelhaft, so Helms.

Pro Dem bietet bis Ende April eine sechsteilige Vortragsreihe rund um die Themen Alter(n), Technik, Pflege und Demenz im Martha-Schubert-Haus an. Den Anfang macht Lilja Helms am Mittwoch, 27. Januar, um 18.30 Uhr. Sie stellt den Senioren- und Pflegestützpunkt Stuhr/Weyhe vor und erläutert die Themen Pflegebedarf und -stufen. Der Vortrag ist kostenfrei. Anmeldung unter Ruf 0421/8983344.

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