Beamte des Weyher Kommissariats holen den künftigen Pensionär Harald Dierks aus Heiligenrode ab

Letzte Dienstfahrt mit echtem Polizei-Borgward

Mit diesem Borgward aus dem Jahr 1961 haben der Polizeioberkommissar Gerald Bäker (2.v.r.), Einsatz- und Streifendienstleiter Peter Zeglin (r.) den künftigen Pensionär Harald Dierks (2.v.l.) abgeholt. Kommissariatschef Johann-Dieter Oldenburg (l.) verabschiedet das Trio.
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Mit diesem Borgward aus dem Jahr 1961 haben der Polizeioberkommissar Gerald Bäker (2.v.r.), Einsatz- und Streifendienstleiter Peter Zeglin (r.) den künftigen Pensionär Harald Dierks (2.v.l.) abgeholt. Kommissariatschef Johann-Dieter Oldenburg (l.) verabschiedet das Trio.

Heiligenrode/Leeste - Von Sigi Schritt. Autofahrer in Stuhr und Weyhe haben sich gestern sicherlich verwundert die Augen gerieben über das, was ihnen auf der Straße entgegenkam. Ein echter Polizei-Oldtimer aus dem Jahr 1961 fuhr am Morgen von Heiligenrode zum Leester Kommissariat. Aber die Wache bekommt nicht etwa ein neues Dienstfahrzeug. Des Rätsels Lösung: Mit dem Oldtimer hat der Einsatz- und Streifendienstleiter Peter Zeglin seinen Dienstabteilungsleiter Harald Dierks (60) aus Heiligenrode abgeholt. Denn der Polizeihauptkommissar, ein Urgestein der Weyher Polizei, wechselt nach 43,5 Dienstjahren in den Ruhestand. Nach der Zeitreise in die Vergangenheit blickt Dierks zurück. Er sei gerne Ordnungshüter gewesen, obwohl er sich auch ein Berufsleben als Soldat hätte vorstellen können.

Geboren 1953 in Bremen wuchs er auf dem elterlichen Bauernhof auf, den er heute noch bewirtschaftet. „Mein Vater gab mir den Tipp, mich in Heiligenrode an den Dorfpolizisten Heinrich de Buhr zu wenden, der sein Büro neben der Kreissparkasse hatte. Der lebt noch, und er ist 94 Jahre alt. Ich bin ihm sehr dankbar, weil er mir den Beruf schmackhaft gemacht hat.“ Dierks blieb bis auf ein paar Lehrgänge stets in der Region. „Das ist pures Glück“, sagt der Ordnungshüter. Seine Ausbildung begann er 1971 in Soegel, dann wechselte Dierks 1972 für viereinhalb Jahre zur Bereitschaftspolizei nach Oldenburg. Seit 1976 arbeitet er in Weyhe – offiziell bis Freitag. Er hat die Entwicklung vom Revier zum Kommissariat begleitet. „Damals gehörten zu unseren Aufgaben beispielsweise auch, Getränkeproben zu ziehen. Etwa beim Leester Fruchtsafthersteller Döhle. Wir kontrollierten auch die Waagen der Marktleute. Das haben längst andere Behörden übernommen.“

Bleibend in Erinnerung ist ihm noch ein Überfall auf die Volksbank in Heiligenrode vor 15 Jahren: Es war gegen 16.30 Uhr, als die Wache den Hilferuf einer Passantin per Funk übermitteltet hatte.

Dierks war in der Nähe gewesen und hatte beschlossen, mit seinem Kollegen die Täter stellen. Die flüchteten zu Fuß. Dierks spurtete hinterher und erwischte auf einer Wiese an der Zollstraße einen der Männer.

„Als die Geldbündel aus seiner Tasche fielen, wusste ich ganz sicher, dass das der Täter ist. Er legte ihm Handfesseln an. „Aber auf dem Rücken und nicht wie in Filmen vorne. Denn ich will ja nicht, dass der Räuber im Streifenwagen die Möglichkeit bekommt, Fahrer oder Beifahrer zu würgen.“

Auf solche Details achtet Dierks, wenn er als Experte für TV-Produktionen gefragt war. „Mein Schwiegervater hat Tatort-Drehbücher verfasst und um Rat gebeten.“

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