Bauausschuss stellt die Weichen für eine Runderneuerung der KGS Leeste

Sanierung in einem Rutsch

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Lehrer, Eltern und Schüler verfolgen die Diskussion. Anschließend applaudieren sie.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Leester KGS soll in einem Rutsch saniert werden. Diesen Grundsatzbeschluss haben die Mitglieder des Schulausschusses am Dienstagabend einstimmig gefasst. Die Reaktion der rund 30 Zuschauer kam prompt: lautstarker Applaus. Denn der von Bürgermeister Andreas Bovenschulte vorgeschlagene Weg fand nicht nur Zustimmung von SPD, CDU, Grüne und FDP, sondern auch bei Eltern, Schülern, Lehrern und der Schulleitung.

Der Ausschuss gab den Startschuss für das größte Bauprojekt der vergangenen Jahre. „Es ist ein guter Tag für die Bildung in Weyhe“, kommentierte Bürgermeister Bovenschulte.

Die 1973 gebaute KGS ist in die Jahre gekommen. Bislang hat die Gemeinde viele Millionen in die Schule gesteckt und hat investiert – wie etwa in die Erneuerung des Dachs, der Fassade und des Lehrerzimmers. „Doch die Sanierungsstrategie ist an die Grenzen gestoßen“, erläuterte Bovenschulte. Die kompakte Erneuerung habe neben dem wirtschaftlichen Aspekt der niedrigen Zinsen auch den Vorteil, dass ein pädagogisches Konzept eingearbeitet werden kann. Mit einem flammenden Plädoyer für eine „kompakte Sanierung“ hat auch Direktor Rainer Patzelt „von einer Chance zum richtigen Zeitpunkt“ gesprochen und ergänzte, dass die Schule architektonisch und pädagogisch einheitlich gestaltet werden könne. Im Gebäude drücke sich schließlich auch der Stellenwert aus, den der Schulträger der Bildung zukommen lasse.

Seit Jahren kämpfe die Leester KGS permanent „gegen den Verfall“, nach Berechnungen sei die Renovierung im Jahr 2028 abgeschlossen. Doch spätestens dann würden auch die Sanierungsarbeiten aus dem Jahr 2006 wieder auf den Prüfstand kommen, so Patzelt. In diesem Jahr hatte die Politik ein Investitionsprogramm für die gemeindlichen Bildungseinrichtungen in der Wesergemeinde aufgelegt.

So flossen bislang rund 3,5 Millionen Euro in die Fassadenrenovierung. Es konnten 32 Unterrichtsräume saniert werden. Zusammen mit Mensa, Flachdacherneuerung, dem Austausch von WC-Anlagen und der Gebäudeleittechnik hat die Gemeinde rund acht Millionen Euro locker gemacht.

Direktor Patzelt machte den Kommunalpolitikern deutlich, dass sich die Lebenswelten verändert hätten und deshalb Schulen Erziehungsaufgaben übernehmen müssten. Das müsse sich auch in der Raumstruktur widerspiegeln.

„Es wird ein langes Projekt“, kommentierte die Ratsfrau Susanne Peters (CDU). „Es kostet Geld, keine Frage“, so Vizebürgermeister Frank Seidel (SPD), „hier wird aber Geld zur richtigen Zeit für den richtigen Grund ausgegeben.“ Hannelore Roitsch-Schröder (Grüne) erinnerte sich an Gespräche mit ihrer Tochter die dort Abi gemacht und von „ekeligen und dreckigen Toiletten“ gesprochen habe. Die Schule sollte zukunftsfähig gestaltet werden und auch äußerlich zeigen, dass sich etwas verändert.

„Wir mussten früher Geld für Investitionen ausgeben, aber richtig wohl haben wir uns dabei nicht gefühlt“, merkte Günther Borchers (FDP) selbstkritisch an. Er hofft, dass 2017 eine „gute KGS“ in Leeste zu finden ist.

Lehrervertreter Alexander Schock führte den „personellen Generationswechsel“ an. Mit gezielten Ausschreibungen würden Schulen um junge Lehrer buhlen. Die Attraktivität der Schule könne dazu beitragen, dass die besten, die sich bewerben, auch kommen. Die jungen Pädagogen könnten es sich schließlich aussuchen, wohin sie gehen.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte glaubt, dass während der Bauarbeiten gute Lösungen gefunden würden, um Störungen des schulischen Ablaufs so gering wie möglich zu halten. Die Vertreter der Lehrer, Schüler und Eltern versicherten, mögliche Beeinträchtigungen mittragen zu wollen.

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