1. 200 Stunden Eigenleistung

Bauarbeiten am Sudweyher Bahnhof kommen gut voran

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Die Vorsitzende des Vereins Sudweyher Bahnhof, Christine Burda, zeigt auf der Baustelle Betonfliesen, die in den Toiletten verarbeitet werden. Sie sollen im neuen Anbau den historischen Charakter des 1910 errichteten Gebäudes widerspiegeln. 

Sudweyhe - Von Philipp Köster. „Sönke ist doof“ steht auf zwei frisch verdübelten Fermacellplatten im Erdgeschoss des Sudweyher Bahnhofs. Daneben ein Smiley. Scheinen also nicht ganz ernst gemeint zu sein, die Beleidigungen des zweiten Vorsitzenden, die eine unbekannte Hand an die Wand gekritzelt hat. Vielmehr geben sie genau im Gegenteil Auskunft darüber, dass sich die Stimmung im Team des Vereins Sudweyher Bahnhof vorzüglich ist.

Die Fermacellplatten inklusive kleiner Schelmereien sind das Ergebnis des jüngsten Samstags, den die rund 15 Mitglieder und weitere ehrenamtliche Helfer im Bahnhofsgebäude verbracht haben. Denn laut der Vorsitzenden Christine Burda erledigen sie einen großen Teil der seit knapp einem Jahr laufenden Arbeiten selbst. 1. 200 Stunden sind so schon zusammengekommen. Bei mindestens 40 Euro netto für eine Handwerkerstunde ist das eine Eigenleistung im Wert von 48 .000 Euro. 

Dacherneuerung, Elektrik und Trockenbauarbeiten, Kabel- und Zuwasserkanalverlegung, Holztreppenentsorgung, die Aufbereitung der alten Dielen und Wiederverwendung des Holzes für Stehtische und Theke im geplanten Café – bei diesen Aufgaben haben die Aktiven kräftig mit angepackt und damit die professionellen Firmen unterstützt, berichtet Christine Burda. Auch wenn es mitunter für „Büromenschen“ anstrengend sei, zum Beispiel schwere Grauwacken zu schleppen – „ich bereue es nicht, weil ich tolle Menschen kennengelernt habe“.

Bislang 95. 000 Euro für Handwerker

Mit 95. 000 Euro schlagen Rechnungen der Handwerker bislang zu Buche. Etwa 70 Prozent der Leistungen sind ausgeführt. Oben sind die Arbeiten noch nicht ganz so weit. Das Augenmerk liegt zunächst auf dem Erdgeschoss. In einem holzverkleideten neuen Anbau befinden sich die sanitären Anlagen inklusive WC für Menschen mit Handicap sowie die Küche. Über den Anbau gelangt man auch ins Innere. Die alte Eingangstür haben die Mitglieder einfach wiederverwendet. Auch den alten Terrazoboden haben sie bewahrt. 

Die Holztreppe war aber nicht zu retten, eine neue muss her. „Dafür müssen wir etwa 6 .000 Euro mehr zahlen als geplant.“ 20. 000 bis 25. 000 Euro bringt der Verein insgesamt selber auf, etwa durch Spenden. 75. 000 Euro kommen von der Gemeinde, die Eigenleistungen durch Arbeitsstunden beziffert Burda auf 55. 000 Euro. Und 105 .000 Euro stammen aus einem Tourismustopf des Landes.

Café soll Ende März, Anfang April 2019 öffnen

Ende März, Anfang April 2019 soll das Café öffnen, immer sonntags von 14 bis 18 Uhr. Kuchen soll von einer Bäckerei kommen, den Service übernehmen die Vereinsmitglieder. Auf einer noch zu errichtenden Bühne wird Christine Burda zufolge Kleinkunst mit Musik und Kabarett geben. Schließlich trägt der Bahnhofsverein das Motto „Kunst & Kultur am Gleis“ im Namen.

Auch draußen soll es wieder – wie schon im Winter und zur Fußball-WM – Aktivitäten geben. Für den dritten Advent ist bereits der Weihnachtsmarkt terminiert.

In der Nachbarschaft wird das Engagement Burda zufolge positiv gesehen. Mit einer ob der Veranstaltungen und der damit einhergehenden Lautstärke unzufriedenen Anwohnerin befinde sich der Verein in der Diskussion. „Wir halten aber auf jeden Fall alle Vorgaben ein“, verspricht die Vorsitzende.

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